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Heavy Metal - nix im Scheddel...? Nr. 50 - Leipzig

24.12.2004 | 03:23

18.12.2004, Moritzbastei

Ein äußerst fettes Billing hatte die Scheddel-Crew da zu ihrer Jubiläumsveranstaltung zusammengekarrt - TOTHAMON als Local Heroes, HARMONY DIES als Scheddel-Stammgäste und die sich permanent den Arsch abtourenden APKALYPTISCHEN REITER. Das versprach bereits im Vorfeld ein unterhaltsamer Abend zu werden.

Genau so sollte es dann auch kommen. Den Auftakt machten die Leipziger Melodic Deather von TOTHAMON. Und die zeigten, dass melodischer Death Metal auch ganz schön heftig rüberkommen kann. Musikalisch ist die Band weit entfernt von 08/15-Geschredder und hat tolles Material auf Lager. Schade, dass man außerhalb der lokalen Metal-Landschaft noch ein solch unbekanntes Dasein fristet.
TOTHAMON präsentierten sich perfekt eingespielt und die Songs gingen gut ins Ohr. Der Sänger klang zwar ein bisschen zu leise, aber Laune machten die Leipzscher allemal. Jeder Zeit gerne wieder.

Kaum eine andere Band hat bei diesem Event schon so oft abgescheddelt wie HARMONY DIES. Diesmal hatten die Hauptstädter sogar extra einen Gig mit SODOM in Berlin abgesagt, nur um in L.E. ihr deathmetallisches Geknüppel an Mann und Frau zu bringen. Als härteste Band des Abends ließ man sich natürlich nicht lumpen und zog herzhaft vom Leder, da blieben wirklich keine Fragen offen.
HARMONY DIES sind einfach ein tighte Liveband, da brennt der Baum. Wenn es um einheimischen Death Metal der brutalen Sorte geht, kommt man an den Berlinern nicht vorbei. Ordnungsgemäß, wie immer...

Haben die REITER eigentlich auch mal schlechte Laune? Schwer vorstellbar, da braucht man sich bloß Grinsebacke Fuchs anschauen, der permanent gute Stimmung verbreitet. Die tourwütigen Thüringer hatten diesmal eine Latte an neuen Songs vom im letzten Monat erschienenen Album "Samurai" im Gepäck. Da tobte der 'Wahnsinn', es gab zünftigen 'Rock'n'Roll' auf die Lauscher und von 'Silence Of Sorrow' war glücklicherweise weit und breit nichts zu spüren. Überraschenderweise waren die Songs vom Vorgänger "Have A Nice Trip" deutlich in der Mehrheit (u.a. 'Warum?', Sehnsucht', 'We Will Never Die', 'Du Kleiner Wicht', 'Terra Nola' und sogar das eher besinnliche 'Paradies' waren am Start), was allerdings den Vorteil hatte, dass die Nummern nun wirklich jeder kannte. Das gilt natürlich ebenso für die alten Klassiker der Marke 'Unter der Asche', 'Reitermania' und 'Licked By The Tongues Of Pride'. Aber es gab nun wirklich keinen Song, der nicht gnadenlos abgefeiert worden wäre.

Fuchs war immer wieder für Feuerspuck-Einlagen gut und divte auch ein paar mal über die zunehmend erschöpfter werdenden Fans. Im Zugabenblock feierte man schließlich auch noch den Geburtstag von HARMONY DIES-Gitarrero Kai (die Fans sangen artig, oder sollte ich sagen bierselig 'Happy Birthday'), und dieser musste sogleich die Vocals zu 'Instinct' beisteuern, ließ aber bald wieder Fuchs übernehmen, da er scheinbar doch nicht so ganz textsicher war. Den Abschluß stellte dann neben dem wie immer alles wegrockenden 'Dschingis Khan' der neue Song 'Reitermaniacs' dar, und dann war eine grandiose Party vorrüber. Insgesamt standen DIE APOKALYPTISCHEN REITER fast zwei Stunden auf der Bühne und es war mal wieder eine sehr schweißtreibende Angelegenheit.

Fazit: Die drei aufspielenden Bands präsentierten sich von ihrer besten Seite und das Publikum war sehr zahlreich anwesend und ging ordentlich mit. Hat mal wieder eine Menge Spaß gemacht, und nachdem die REITER fertig waren, konnte man ja wie immer am Samstag in der Moritzbastei noch bis in die frühen Morgenstunden zu guter und auch weniger guter Musik weiterfeiern.


Scheddel-Infos und bisherige Berichte gibt es hier:
http://www.powermetal.de/tour/festival.php?id=787

Redakteur:
Stephan Voigtländer

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