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Heavy Metal - nix im Scheddel...? Nr. 70 - Leipzig

27.12.2006 | 13:28

16.12.2006, Kulturbundhaus

In schöner Tradition lädt der Scheddel einmal im Jahr zu einem lustigen Coverabend ein. Die verwursteten Vorbilder waren diesmal OZZY OSBOURNE (einmal mehr) und AC/DC (bereits zum dritten Mal beim Scheddel). Der Grund, zum wiederholten Male OZZMOSIS und die JAILBREAKERS einzuladen, liegt auf der Hand. Beide Truppen sind absolute Zuschauermagneten und garantieren für sehr unterhaltsame und feuchtfröhliche Shows. So auch dieses Mal:

Wie man sich den ollen Ozzy einige Jährchen jünger und etliche Prozent fitter vorzustellen hat, sieht man beim Fronter von OZZMOSIS. Unglaublich, wie originalgetreu dieser Kerl auf der Bühne rüberkommt - und das nicht nur akustisch, sondern auch optisch. In der Setlist gab es die bewährten Gassenhauer des Fürsten der Finsternis zu belauschen, und zum Ende hin auch noch mal einen Querschnitt der größten Hits von BLACK SABBATH.
Um es authentischer zu machen, wurden von den Magdeburgern bzw. ihrem Frontmann auf englisch genuschelte Ansagen gebracht. Es wurden verschiedenste Showelemente integriert, z.B. eine besondere schwarze Kutte bei 'Mr. Crowley' (vor dem Zugabenblock zog sich der Fronter sogar noch einmal komplett um), eine Wasserspritzknifte kam zum Einsatz und bei einem Song wurde der Inhalt eines großen Eimers voll mit Popcorn ins Publikum geschleudert. Da zeigte sich dann der Vorteil von langen Haaren - denn mit wallender Mähne konnte man vortrefflich das Popcorn auffangen ohne dass es den Boden berührte. Das Publikum ließ sich so in Stimmung gebracht dann auch nicht lumpen, bei Songs wie 'Goodbye To Romance', 'Mr. Crowley' und vor allem 'Mama I'm Coming Home' Feuerzeuge und Sternchenfeuer zum Einsatz zu bringen und die Magdeburger Truppe ausgelassen abzufeiern.

Setlist OZZMOSIS:
I Don't Know
Suicide Solution
Change The World
Mr. Crowley
Goodbye To Romance
Gets Me Through
No More Tears
Mama I'm Coming Home
Bark At The Moon
Perry Mason
Iron Man
Crazy Train
---
War Pigs
Paranoid
N.I.B.
Children Of The Grave
Sweet Leaf

Die JAILBREAKERS dürften zumindest im mitteldeutschen Raum zu den bekanntesten und beliebtesten AC/DC-Covercombos gehören. Außerdem haben sich die Jungs konsequent dem Erbe von Bon Scott verschrieben, so werden nur Songs aus der Frühphase der Band (und dabei so grandiose und zu unrecht relativ unbekannte Oldies wie 'School Days' und 'Carry Me Home') bis hin zum "Highway To Hell"-Album dargeboten. Natürlich können die JAILBREAKERS in ihrem Repertoire trotzdem aus dem Vollen schöpfen, zu viele Hits wurden zwischen 1974 und 1979 von den Australiern verzapft. Dabei konnte man es sich sogar leisten, auf den Namensgeber 'Jailbreak' zu verzichten. Okay, das fand ich allerdings echt schade.
Die Jungs rockten wie Hulle und der Funke sprang sofort über. Wie auch schon OZZMOSIS zockten die JAILBREAKERS eine gefühlte halbe Ewigkeit. Auch wenn im Taumel einer solch energiegeladenen Rock'n'Roll-Show Zeitwahrnehmungen schon mal verschwimmen können, dürften wohl beide Truppen jeweils gute anderthalb Stunden auf der Bühne gewesen sein.
Blickfang war wie immer ein Mann mit Namen Wichser, Griffbrett Wichser. Echt unklar, wie versiert die Finger des Angus Young-Verschnitts über die Saiten flogen. Und auch beim obligatorischen Strip (zu den Klängen von 'Can I Sit Next To You Girl') gab der Kerl alles. Glücklicherweise schaffte man es, die Show nicht zu einstudiert wirken zu lassen, was mich beim letzten Auftritt der JAILBREAKERS noch ein wenig störte. Und cool sind auch solche Sachen, wie z.B. dass ein verwirrter Musikus der Truppe 'The Jack' statt 'High Voltage' anspielte und erst einmal zurecht gewiesen werden musste. Kann passieren, zumal die Jungs ihre Setlist gern variieren, was ich wiederum richtig klasse finde.

Setlist JAILBREAKERS:
School Days
Problem Child
Shot Down In Flames
Whole Lotta Rosie
Go Down
Carry Me Home
High Voltage
Riff Raff
Can I Sit Next To You Girl
Highway To Hell
The Jack
Let There Be Rock
T.N.T.
Dirty Deeds
Touch Too Much
Rocker

Im direkten Vergleich muss man festhalten, dass beide Truppen voll abräumen konnten, wobei bei den JAILBREAKERS noch ein paar mehr Leute jegliche Zurückhaltung aufgaben. Außerdem fand ich es sehr angenehm, dass im Vergleich zu den letzten Gigs der beiden Kapellen, denen ich beiwohnen konnte, die JAILBREAKERS einfach mehr Variationen in ihrer Songauswahl drin hatten, während OZZMOSIS einen fast identischen Set spielten.

Abschließend bleibt eigentlich bloß noch sagen, dass es sich mal wieder voll gelohnt hat und sicherlich jeder, der etwas mit den großen, alten Klassikern des Hard Rock anfangen kann, auf seine Kosten gekommen sein wird. In diesem Sinne: Im nächsten Jahr gerne wieder.

Scheddel-Infos und bisherige Berichte gibt es hier:
http://www.powermetal.de/tour/festival.php?id=787

Redakteur:
Stephan Voigtländer

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