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KATAKLYSM, KRISIUN und FLESHGOD APOCALYPSE - Essen

15.01.2014 | 13:23

11.01.2014, Turock

Viel Tod im noch so jungen Jahr. Und viel Spaß.

KATAKLYSM ist wieder da! Mit dem neuen, sehr starken Album "Waiting For The End To Come" und einer in Interviews geäußerten Lust, endlich wieder auf die Bretter, die die Welt bedeuten, zurückzukehren. Zudem gab es Ansagen in Richtung "Wenn wir es jetzt nicht schaffen, dann lassen wir den Scheiss vermutlich bleiben..." - es ist also eine Art Endspiel, dass heute Abend im ausverkauften Essener Turock ausgetragen wird. Die beiden anderen Mannschaften sind FLESHGOD APOCALYPSE und KRISIUN. Voller Erwartungen auf einen großen Death Metal-Abend stürzen wir uns ins Getümmel.


Optisch geht es gleich gut los, die Inszenierung von FLESHGOD APOCALYPSE ist nämlich nicht schlecht: Eine mehr oder minder einheitliche mystische-gothische-was-auch-immer Kleidung sorgt samt "authentischem Klavier-Keyboard" (suche den Fehler!) schon vor den ersten Tönen für ein hübsches Gesamtbild. Nicht weniger schön ist das, was folgt: Symphonic Death Metal at it's best. Wenn diese Art von Musik so überzeugend und punktgenau präsentiert wird wie heute von den Italienern, dann stören nicht einmal die Einspielungen von der Konserve. Was von den wirklichen Tasten kommen sollte, hört man oftmals leider nur sehr schlecht; ansonsten ist der Klang im Turock jedoch bestens, so dass vor allem der livehaftige Opern-Gesang der Dame in den Reihen gut zur Geltung kommt. Insbesondere dieses Element lockert das Geprügel ein wenig auf und sorgt dafür, dass die Band, auch wenn man nicht auf symphonischen Metal steht, durchaus hörenswert ist. Zudem sind die Songs eigentlich alle durchgängig headbangtauglich, weshalb die Party – nicht nur in den ersten Reihen - schon früh zugange ist. Eine überzeugende halbe Stunde, die nicht zu Unrecht von "Zugabe-"Rufen, die leider vergebens sind, beschlossen werden.

Man könnte KRISIUN als langweilig, eindimensional und stumpf bezeichnen. Oder aber als geradlinig, unbeugsam und konsequent. Ich bevorzuge die letzten drei Attribute. Denn was die Familie aus Brasilien hier mal wieder für einen Sound kreiert, ist einfach der Wahnsinn. Da wird geballert, was das Zeug hält, und nur dann das Tempo für ganz kurze Zeit mal herausgenommen, wenn es wirklich sein muss. Das Trio ist bestens aufgelegt sowie eingespielt und sorgt für ein urwüchsiges Metal-Feeling, das viele an dieser Musik so lieben. Erste Fans entledigen sich ihrer Shirts, der (kleine) Moshpit wirbelt, viele andere strapazieren ihren Nacken, einige gucken sich das treiben aber auch seelenruhig an. Mir ein Rätsel, wie das geht. Wenn die südamerikanische Blast-Salve auf mich einprügelt, herrscht zumindest bei mir akuter Bewegungsdrang. Wie immer bedankt sich die sympathische Band für den Pit sowie die Anwesenheit der Fans im Allgemeinen; "KRISIUN!"-Sprechchöre gibt es entsprechend in die andere Richtung. Die Setlist ist übrigens querbeet und auch fast schon Nebensache – schließlich "klingt eh alles gleich". Recht so. Und hoffentlich wird das nie anders sein.

Ich habe schon geahnt, dass KATAKLYSM mit einer unglaublichen Energie auf die Bühne kommt, jedoch reibt man sich doch verwundert die Augen, wie sehr die Kanadier hier und heute den Laden niederreißen wollen. 'Let Them Burn' ist der Auftakt für eine richtig starke erste Konzerthälfte, bei der wirklich alles zu stimmen scheint: Der Sound ist laut und perfekt, die Band super spielfreudig und die Meute enthusiastisch – mehr geht nicht. Zudem werden einige Hits gleich zu Beginn herausgehauen (Songs vom aktuellen Output folgen vereinzelt im Laufe der Zeit), um das Energielevel stets hoch zu halten. Maurizio Iacono ist gut bei Stimme und Laune, so dass hier wirklich von einer großen Party gesprochen werden muss. Durch den Moshpit wirbelnde Körper, fliegende Haare und gen Decke gereckte Fäuste überall: So und nicht anders sieht ein tolles Metal-Konzert aus.

Ungefähr in der Mitte des Konzerts darf der neue, junge Trommler Oli Beaudoin dann solistisch zur Schau stellen, dass er zurecht hinter der Schießbude sitzt. Die darauf folgende zweite Halbzeit kommt von der Intensität leider nicht mehr ganz an die erste heran, was jedoch schlichtweg an der Setlist liegt, denn die Performance stimmt bis zum Schluss. Maurizio spricht gar von einer der besten Samstagnächte seines Lebens und auch jeder im Publikum hat garantiert schon miesere Wochenendabende verlebt. Die begeisterten Reaktionen im Turock vor (insbesondere beim Klassiker 'In Shadows And Dust') und nach dem Zugabenblock (bestehend aus 'Crippled & Broken' sowie 'The Road To Devastation') lassen darauf hoffen, dass KATALYSM nun vielleicht noch einmal richtig durchstarten kann. Verdient hätten die Herren es in der derzeitigen Form auf jeden Fall.

Fazit des Abends: Wenn ein Jahr mit dreimal so starkem Todesmetall startet, kann man dem weiteren Konzertjahr 2014 nur positiv entgegenblicken.

Setlist: Let Them Burn, Push The Venom, Like Angels Weeping (The Dark), Like Animals, As I Slither, At The Edge Of The World, Drum Solo, Blood Of The Swans, Fire, Blood In Heaven, Kill The Elite, Prevail, Iron Will, Elevate, In Shadows And Dust. Zugabe: Crippled & Broken, The Road To Devastation.

Redakteur:
Oliver Paßgang
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