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LETZTE INSTANZ und LORD OF THE LOST - Frankfurt

09.12.2012 | 20:17

24.10.2012, Batschkapp

Schuldig. Heilig. Ewig.

Zum Abschluss ihrer Trilogie "Schuldig-Heilig-Ewig" lässt die LETZTE INSTANZ diese drei Alben auf einer ausgedehnten Tour noch einmal Revue passieren. Wobei allerdings das Hauptaugenmerk eindeutig auf dem neuesten Album "Ewig" liegt. Es gibt einige Titel von "Schuldig" und "Heilig" zu hören und der eine oder andere Titel älterer Alben ist auch dabei. Aber bei der Menge an Auswahl, die die Instanzler zu bieten haben, können sie gar nicht alles, was der Fan so hören mag, präsentieren. Und bei 23 Songs kann man nicht wirklich meckern. Hat auch niemand, soweit ich das beurteilen kann.

Vor den Anfang eines Konzertes hat der liebe Gott aber leider die Warteschlange am Eingang gesetzt. Da es zeitlich noch früh genug ist, stelle ich mich geduldig an. Immerhin stehe ich ja schon fast an der Treppe, also in Sichtweite der Tür. Hinter mir wird die Schlange aber schnell länger und ich bin froh, zeitig genug da zu sein.

Diesmal kann man sogar in der Batsche noch atmen (zumindest bis fast zum Schluss), aber den Platz sollte man trotzdem nicht verlassen. Oder sich ringsherum absichern, dass man gleich wieder kommt. Die Anwesenden in der näheren Umgebung sind alle gut gelaunt und die Zeit vergeht dann doch recht schnell, bis der Support die Bühne betritt. Die Stimmung ist schon bei der Supportband LORD OF THE LOST grandios und es gibt mehr als nur ein paar Fans dieser Band. Bei Supportbands habe ich ja schon einiges erlebt - von "ach du meine Güte, bloß raus hier (nach den drei Songs und Fotos im Graben)", bis zu "die sind ja besser als der Hauptact".

Gleich nach den ersten Tönen ist mir klar: Die sind cool! Und so ist es auch. Stimmung von Anfang an hervorragend, die Musik mitreissend. LORD OF THE LOST gibt es seit 2007. Sie kommen aus Hamburg und ich würde ihren Stil als Dark-Gothic-Rock bezeichnen. Sänger und Bandgründer Chris Harms hat eine Stimme, die an Ville Valo erinnert, hat aber auch genauso die Growl- und Screampalette drauf. Grinsen muss ich, als ich 'This Is The Life' von Amy Macdonald erkenne. Eine ganz neue Art, diesen Song präsentiert zu bekommen, aber nicht schlecht. Der Meinung sind auch die Batschkapp-Besucher, die eifrig mitgrölen (meinereiner nicht ausgenommen).

Die knappen 45 Minuten Spielzeit vergehen wie im Flug und auch wenn Chris den Hinweis bringt, dass leider wegen des knappen Zeitplans keine Zugaben gegeben werden können, so ist das zwar verständlich, aber auch ein bisschen schade. Aber LORD OF THE LOST gehen ja nächstes Jahr wieder auf Tour, also eine gute Gelegenheit, nochmal ein Konzert zu besuchen. Die Band verlässt unter Beifall die Bühne und sofort beginnen die Umbauarbeiten.

Setliste Lord Of the Lost: Die Tomorrow, Black Lolita, This Is The Life (Amy McDonald-Cover), Break Your Heart / Prologue, Undead Or Alive, Dry The Rain, See You Soon, -Interlude- , Blood For Blood, Sex On Legs, Credo

Und endlich ist es soweit. Es ertönt mit "Jeder Schuldige hat eine Zukunft. Jeder Heilige hat eine Vergangenheit …und das wird ewig so sein! (Oscar Wilde)", sozusagen das erste Stück der neuen CD, direkt gefolgt von 'Ewig', 'Nur Für Uns' und 'Blind'.Da sind sie wieder, die Instanzler wie wir sie kennen und lieben. Mit einer tollen Show, mit wunderbaren, zu den jeweiligen Songs und Stimmungen passenden Lichteffekten und mit ihrem unvergleichlichen Händchen für "ihr" Publikum. Ihre CDs sind wirklich richtig gut, aber ihre Stärke sind die Liveauftritte. Für Holly Loose und seine Mannen knieen fast alle Batschkappbesucher nieder (bei 'Der Letzte Tag'), recken sich Hände mit dem "LI-Zeichen" in die Höhe und wird mitgesungen, was das Zeug hält. Benni Cellini, der beim Cellospiel wie immer seine langen Rastazöpfe kreisen lässt, wird sogar am Ende der Show von den Fans beim Crowdsurfen auf Händen getragen.

Musik, die Spaß macht, mit einer Band die Spaß macht und offenbar selbst Spaß daran hat, auf der Bühne zu stehen und gemeinsam mit den Fans ihre Show zu zelebrieren. Livemusik wie sie sein soll. Da ist die Auswahl der Songs ja schon fast nebensächlich.

Aber auch die LETZTE INSTANZ kann sich einigen Klassikern nicht entziehen, wie z.B. 'Morgenrot' oder 'Ohne Dich'. Als sich die Band nach 'Tausendschön' zurückzieht, ist klar, was kommt: Zugaberufe, die prompt beantwortet werden. Nach drei weiteren Songs, der letzte davon 'Wir Sind Allein', verschwinden die Herren abermals von der Bühne, was das Publikum aber nicht davon abhält, noch weitere Zugaben zu fordern.

Und auch diesmal werden sie erhört - was wäre ein Instanzkonzert ohne 'Rapunzel'? Mit 'Schlaf, Schlaf' ist aber dann doch endgültig Schluss und eine strahlende, sichtlich bestens gelaunte Band verabschiedet sich von ihrem Publikum.

Egal, wie oft ich die LETZTE INSTANZ bisher schon gesehen habe, ihre Shows sind immer außergewöhnlich. Jede ist anders und hat ihre eigenen Highlights. Dann hoffe ich mal, dass ich wenigstens einen Termin nächstes Jahr schaffe.

Wer es dieses Jahr nämlich verpasst hat, diese großartige Band live zu erleben, hat nächstes Jahr im März und April noch einmal Gelegenheit, sich die "Ewig"-Tour anzusehen. Außerdem wird 2013 im Herbst das 15-jährige Bandjubiläum gefeiert. Man darf gespannt sein, was den Instanzlern dazu einfällt.

Setliste Letzte Instanz: Aeternitas & Ewig, Nur Für Uns, Blind, Unerreicht, Morgenrot, Wieder Einmal Rot, Traumlos, Schwarzer Sand + Et In Arcadia, Regenbogen, Der Garten, Atme!, Von Anfang An, Ohne Dich, Kopfkino, Schuld, Sing!, Der Letzte Tag, Tausendschönchen; Zugabe: Intro & Flucht Ins Glück, Finsternis, Wir Sind Allein; zweite Zugabe: Rapante (Rapunzel), Schlaf, Schlaf

Hanne Hämmer

Redakteur:
Hannelore Hämmer

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