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Lanfear (Release Party) - Heilbronn

24.08.2008 | 21:34

23.08.2008, Stereo Total

Die Heilbronner Band stellt die Prog-Power-Granate des Jahres 2008 live vor, unterstützt von THE PAST ALIVE.

In heimischen Gefilden lädt heute die Prog/Power-Band LANFEAR zur Release-Party in den heimeligen kleinen Club Stereo Total zu Heilbronn, um dort zum einen ihr eben erschienenes neues Scheibchen "X To The Power Of Ten" und zum anderen ihren neuen Sänger Nuno Miguel de Barros Fernandes live vorzustellen. Dazu haben sie ihre Kameraden von THE PAST ALIVE geladen, um der Meute gleich von Anfang an richtig einzuheizen und das recht zahlreich vorhandene Volk fühlt sich auch gleich richtig wohl.

THE PAST ALIVE
Die Heilbronner haben trotz des evidenten Heimvorteils ein paar kleine Schwierigkeiten, die Meute direkt an den Bühnenrand zu bringen. Der in unseren Breiten leider fast schon obligatorische Opener-Sicherheitsabstand bleibt gewahrt, aber man merkt, dass es für die Jungs ein Heimspiel ist. Immerhin ein paar Hände voll Leuten kennen das sehr abwechslungsreiche Songmaterial der Truppe und so kommt eine relativ ruhige aber gut gelaunte Stimmung auf, in welcher das musikalische Spektrum von modernem Rock, über Groove-Thrash mit ANTHRAX-Einflüssen bis hin zum klassischen Speed Metal der Marke alte RAGE auf einen fruchtbaren Boden fällt. Auch wenn sich Sänger Nik Gledic und Drummer/Mitsänger Suat Gören zunächst schwer tun, die anwesenden Fans zum Mitsingen und Ausflippen zu bringen, kommen die Leute in die richtige Konzertstimmung und spätestens beim EURYTHMICS-Cover 'Sweet Dreams' ist der Bann gebrochen, das Volk singt mit. Ein Phänomen, das zuletzt bei der tollen Hymne 'All Of The Night' (geht in 'The Edge Of Time' über) auch vor den Eigenkompositionen nicht mehr halt macht, so dass die vier Jungs von THE PAST ALIVE ihre Rolle als Anheizer heute Abend glänzend absolviert haben und den Gig als vollen Erfolg verbuchen können.

Setlist:
01. Lies
02. Thick Red Flood
03. Coma
04. Absolutely No Doubt
05. Now Or Never
06. So Much Pain
07. These Solutions
08. Sweet Dreams (EURYTHMICS-Cover)
09. News Today
10. What You Need
11. All Of The Night
12. The Edge Of Time


LANFEAR
Dass die Leute aber heute ganz speziell auf Einladung der Herren LANFEAR gekommen sind und sich auch entsprechend darauf gefreut haben, ist sofort klar, als das Quintett die Bühne betritt. Der kleine Platz vor der niedrigen Bühne ist ruck-zuck voll und die Fans sind mächtig gespannt, wie die neuen Songs denn nun live klingen würden, und vor allem darauf, wie sich Nuno Miguel als neuer Sänger und Nachfolger Tobias Althammers beweisen würde, der das Auftreten der Band doch einige Jahre lang geprägt hatte.

Was die letztere Frage angeht, kann ich sofort Entwarnung geben: Ohne Neos Leistung in früheren Zeiten auch nur ein kleines bisschen schmälern zu wollen, muss ich sagen, dass es sich mit Nuno auf der Bühne anfühlt, als hätte an dieser Stelle nie jemand anderes gestanden und gesungen. Nicht, weil Nuno routiniert wirken würde, nein, überhaupt nicht, sondern weil er absolut integriert ist, selbst jede Menge Spaß hat und Schabernack mit seinen Bandmates treibt. Gitarrist Ulle sagt, darauf angesprochen: "Ja, der Nuno passt halt perfekt zu uns und hat auch den gleichen beknackten Humor."

Genau das merkt man auch zu jeder Sekunde. Ganz egal, ob der Frontmann seinen Basser Kai im wahrsten Sinne des Wortes an der Nase herum führt, die Widerstandsfähigkeit der Nippel seines Gitarristen prüft, sich mimisch über den Schweißgeruch auf der Bühne im trotz der kühlen Außentemperaturen brütend heißen Stereo Total beschwert, oder das Publikum auffordert, Tastenmann Richie den ihm für die Leistung, Vater geworden zu sein, gebührenden Applaus zu spenden: Der Mann ist in dieser Band und bei diesem Publikum perfekt aufgehoben.

Dass er mit seiner großartigen Stimme die zahlreichen Songs des von ihm eingesungenen neuen Albums perfekt bringt, ist ja fast schon zu erwarten gewesen, doch dank der Variablität seines Gesangs muss er auch die Stücke aus der Vergangenheit der Truppe nicht scheuen. Ganz egal, ob es die höheren Parts der Songs von den letzten beiden Scheiben sind, oder das abwechslungsreiche Material der "Zero Pöms" (O-Ton Nuno). Ganz großartig auch die Leistung aller Beteiligten beim tollen VIRGIN STEELE-Cover "I Will Come For You", wobei vor allem Nuno und Keyboarder Richie glänzen. Dazu kommen des Generals (offensichtlich) schweißtreibende Trommelei und Schindes schwarzmetallische Gesangsbeiträge zu 'Shades Of Black', sowie Ulles immer wieder beeindruckend eingängiges und variables Gitarrenspiel, das jedem Stück Hooks verleiht, die sich einbrennen und LANFEAR die nötige Vielseitigkeit gibt, die garantiert, dass ein Gig der Band niemals langweilig wird.

Weitere Augen- und Ohrenöffner gibt es zum Beispiel mit dem Megaphon-Einsatz beim Opener 'Enter Dystopia' oder der selbst für die Mitmusiker überraschende Refrain-Anleitung des Sängers in Schriftform für das mitshoutende Publikum beim abschließenden Debüt-Highlight 'Time's Dark Laughter'. Da im Gegensatz zu meinem letzten LANFEAR-Erlebnis im Vorprogramm MORGANA LEFAYs in Ingolstadt auch der Sound und die Technik stimmt, und zudem eine tolle Songauswahl geboten wird, die neben der ausführlichen Vorstellung des neuen Albums auch nicht vergisst, dass LANFEAR schon vier andere Alben am Start hat, bleibt als Fazit ein rundum gelungener und gut gelaunter Gig, der mir sehr lange im Gedächtnis hängen bleiben wird.

Jungs, mit den älteren Alben hattet ihr meine Anerkennung, mit dem neuen Album habt ihr mich vollends überzeugt, und seit dem heutigen Gig in Heilbronn hab ihr 'nen neuen Fan. Schön war's und ich komme jederzeit sehr gerne wieder.

Setlist:
01. Enter Dystopia
02. The Question Keeper
03. The Unrestrained
04. The Art of Being Alone
05. I Will Come for You (VIRGIN STEELE-Cover)
06. My Will Be Done
07. Brave New Men
08. Shades of Black
09. My Karma Told Me
10. Enlil/Genesis
11. Fortune Lies Within
12. Synaptogenesis
13. Zero Poems
14. Time's Dark Laughter

Redakteur:
Rüdiger Stehle

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