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MAJESTY - Oberhausen

07.04.2014 | 20:40

15.02.2014, Helvete

True Metal, wohin man an diesem Abend auch blickt.

"Banners High", "Thunder & Steele" sowie "Marching For Liberty" heißen die neuen Alben, mit denen die jeweiligen Bands an diesem Abend ihren Siegeszug fortsetzen und Oberhausen in ein Tollhaus verwandeln. Dabei laden die Jungs von MAJESTY zur Headlinertour ein und haben die Ungarn von WISDOM sowie die Nordköppe von STORMWARRIOR mit im Gepäck. Auch wenn der Einlass ein wenig behäbig vonstatten geht und eine andere Location wohl besser geeignet hätte, der Ruhrpott ist bekanntlich voll davon, füllen sich nach und nach die Hallen, sodass der heutige Opener pünktlich um 20:00 Uhr vor einer beachtlichen Menschenmenge auf die Bühne stürmen darf.

Und das "Stürmen" nehmen die Jungs von STORMWARRIOR wörtlich. Nachdem mir 'And The Northewinde Bloweth' abermals eine meterdicke Gänsehaut beschert, feuern Lars Ramcke und seine Mannen ein dreiviertelstündiges Heavy-Metal-Arsenal in die Menge. Ob wir es nun mit 'Iron Gods', 'Metal Legacy' oder dem unnachahmlichen 'Valhalla' zu tun haben, für Fans und Freunde des guten Geschmack hätte der Anfang dieses Konzertabends nicht besser hätte beginnen können. Auch wenn STORMWARRIOR mit einigen Soundschwierigkeiten zu kämpfen hat, lassen sich die Jungs davon nicht beirren. So überraschen zum einen 'Thunder & Steele', 'Sacred Blade' und 'Steelcrusader', die sich als Neuankömmlinge im Heavy Metal-Universum bestens ins bisherige Unterfangen einfügen. Zum anderen gibt es mit 'Defenders Of Metal' einen relativ selten gespielten Song, der jedoch von Anfang an zündet und den Startschuss für ein Medley aus 'Signe Of The Warlorde', 'Heavy Metal Fire' und 'Iron Prayers' bildet. Die Spielfreude ist bei den vier Hamburgern stets präsent, auch das Publikum feiert STORMWARRIOR und fordert vehement eine Zugabe, die es auch mit 'Odinn’s Warriors' bekommt. Beide Daumen hoch für eine Band, die langsam aber sicher ihre eigene Headlinertour bekommen sollte.

Nach der Umbaupause beackern die Ungarn von WISDOM die Bühne, die die Qualität der zuvor agierenden Sturmkrieger halten können. Mit ihrem Spagat zwischen Melodie und Power glänzt die Band nicht nur auf Platte, sondern kann auch am heutigen Abend überzeugen. Bei einer Spielzeit von mehr als einer Stunde gibt es einen tollen Sound, eine vitale Band und eine großartige Stimmung im Publikum, das Ohrwürmer der Marke 'War Of Angels', 'Somewhere Alone' sowie 'Judas' und 'Fallen Away From Grace' dankbar aufnimmt und wohl noch Tage später unter der Dusche pfeifen wird. Am heutigen Abend jedenfalls fährt die Truppe um Frontmann Gabor Nagy einen Sieg ein und bedankt sich dafür abschließend mit 'Live Forevermore'. Da hätte auch der Wiseman seine helle Freude gehabt. WISDOM ist also nicht erst seit "Marching For Liberty" auf dem aufsteigenden Ast, die Band sollte man als Melodie-Liebhaber auf dem Schirm haben.

Doch nun ist es an der Zeit für wahrscheinlich DIE True-Metal-Aufsteiger der vergangenen Monate: War MAJESTY bei ihrer letzten Deutschlandreise lediglich als Vorgruppe für POWERWOLF aktiv, gibt es jetzt den Headlinerposten für Tarek "MS" Maghary und Co. So freut es, dass sich sowohl Neu-Klampfer Robin Hadamovsky perfekt ins Bandgefüge und als auch Songs des aktuellen Rundlings wie 'We Want His Head' (ein sensationeller Opener), 'United By Freedom' und das Titelstück bestens ins bisherige Repertoire integrieren lassen. Die Band ist agil, der Sound ordentlich und MAJESTY wird mit vielen reckenden Fäusten, lauten Kehlen und Euphorie gefeiert. Wer innerhalb eines Jahres zwei Alben veröffentlicht, gebührt auch von dieser Stelle der nötige Respekt, den das Oberhausener Publikum den True-Metallern auch heute zollt. 'Metal Law', 'Fields Of Law', 'Hellforces' oder 'Thunder Rider' werden hungrig aufgenommen und lautstark mitgesungen, das Helvete kocht, sowohl buchstäblich als auch wörtlich: Die Stimmung kennt keinen Abbruch, obgleich die Temperatur im Schuppen nah an der Schmerzgrenze wandert. Doch der MAJESTY-Jünger beißt auf die Zähne, hält bis zum Ende durch und wird im Zugabenteil mit 'Epic War' sowie 'Metal Union' würdig belohnt. Nach diesem wirklich tollen Auftritt der Truppe steht sie noch bereit für Autogramme und Fotos, was in der heutigen Zeit sicherlich nicht dem Standard angehört.

So blickt der geneigte True-Metaller nicht nur auf seine Ausbeute bestehend aus einem T-Shirt, einem Autogramm oder der einen oder anderen CD, sondern auch auf einen rundum zufrieden stellenden Abend zurück. Erst stürmte ein Orkan durch die Oberhausener Landschaft, dann gab es ein Melodiefeuerwerk vom Feinsten und zum Schluss gaben sich epische Hymnen voller Pathos und Inbrunst die Ehre. Herz, was willst du mehr?

Redakteur:
Marcel Rapp

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