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Opeth, Madder Mortem - Halle

05.03.2003 | 02:31

26.02.2003, Easy Schorre

Zwei nicht alltägliche Bands hatten ihr Kommen angesagt und während man über OPETH eigentlich nicht mehr viel sagen muss, war ich besonders auf den Auftritt von MADDER MORTEM gespannt, welche mich auf ihren letzten beiden Alben doch sehr positiv überrascht haben. Wer mein Interview mit Sängerin Agnete M. Kirkevaag nachlesen möchte, der möge hier klicken.

Los ging es mit den Norwegern von MADDER MORTEM, die eine dreiviertel Stunde lang ihre ansprechende Mixtur aus Gothic und Metal vorstellten. Dieser sehr eigenständige und von der Machart her ungewöhnliche Soundcocktail musste ganz offensichtlich erstmal zwei, drei Songs lang auf das zunächst etwas zurückhaltende Publikum wirken (wie im Interview bereits vermutet). Insgesamt schienen die Madders jedoch ziemlich gut anzukommen. Während der Rest der Mannschaft ein bisschen zu statisch agierte, ging Sängerin Agnete Kirkevaag ab wie die Feuerwehr und legte eine tolle Performance hin. Sie war einfach gut drauf und versprühte viel Spaß. Nebenbei bekam sie den nuancenreichen Gesang von den Alben auch live gut hin, und von ihrer Erkältung war nun rein gar nichts zu merken (ebenfalls siehe Interview). Die Songauswahl war vielleicht ein wenig zu sehr auf das neue Album "Deadlands" ausgelegt, denn nur ein einziger der gespielten Songs stammte nicht von dieser Scheibe ("Breaker Of Worlds" vom Vorgänger "All Flesh Is Grass"). Da hätten die bestehenden Unterschiede zwischen den Scheiben sicherlich die stilistische Vielfalt im Set etwas erhöhen können, wobei man allerdings ganz klar festhalten muss, dass auch die "Deadlands"-Songs sehr abwechslungsreich sind, und niemals auch nur ansatzweise Langeweile aufkam. Stampfer wie "Necropol Lit" oder "Omnivore" wurden z.B. mit dem ruhigen "Faceless" gekreuzt, wobei ich nicht verstehe, warum Agnete den Songs als "a bit cheesy" ankündigte, was er nun mit Sicherheit nicht ist. Anyway, ich war insgesamt richtig beeindruckt von der Vorstellung von MADDER MORTEM und war damit nicht der Einzige.

Setlist MADDER MORTEM:
Necropol Lit
Rust Cleansing
Breaker Of Worlds
Jigsaw (The Pattern And The Puzzle)
Distance Will Save Us
Faceless
Omnivore

Nun sollte der gute Auftritt von MADDER MORTEM aber natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass mindestens 99% der Zuschauer wegen einer anderen Band den Weg in die Easy Schorre gefunden hatten. OPETH kamen, sahen und hatten eigentlich vorher schon gewonnen. Das Publikum fraß den Herren um Mastermind Mikael Akerfeldt einfach aus der Hand. Und was die musikalisch vom Stapel ließen, war wohl nicht zu toppen. Ich könnte jetzt natürlich mit Superlativen um mich schmeißen, um den von vornherein zum Scheitern verurteilten Versuch zu unternehmen, die Show in Worten angemessen wiederzugeben. Ich denke aber, jeder der sich mit OPETH ein wenig auskennt, weiß, dass man von dieser Band nur das Beste zu erwarten hat. Auffällig war sicherlich der sehr gute Sound, der es den Fans ermöglichte, jede Nuance der Songs in sich aufzusaugen. Schön war auch, dass bis auf das Debüt "Orchid", alle Scheiben bedacht wurden, was ja nicht selbstverständlich ist, da logischerweise nicht allzu viele OPETH-Songs in ein neunzigminütiges Set passen (mit "Demon Of The Fall" kam dann noch eine Zugabe dazu). Schon fast Kultcharakter hatten die spartanischen Ansagen des Herrn Akerfeldt. Nicht, dass er keinen Bock gehabt hätte, mit dem Publikum zu kommunizieren, das war mit Sicherheit nicht der Fall. Aber wie er sich in höchst bedächtigem Ton nach dem Befinden der Zuschauer erkundigte und die Songtitel ansagte, war ziemlich amüsant und nicht frei von einer ordentlichen Prise Humor. Derweil nahm das Publikum die fesselnde musikalische Darbietung auf ganz unterschiedliche Art auf. Manche standen einfach mit offenem Mund da und schienen in eine ganz andere Welt entschwunden zu sein, während Andere sich selbst bis zur Ekstase trieben und fast bis ins Koma bangten. Es gab aber sicherlich keinen, der von der OPETH-Atmosphäre nicht mitgerissen wurde. Man wurde einfach erstklassig unterhalten, da diese Gruppe neben ihren umwerfenden musikalischen Fähigkeiten auch noch eine coole Liveband ist. Für diese Show kann es nur eine 1 mit Sternchen geben. Auch wenn wir es natürlich schon gewusst haben - OPETH sind einfach eine außergewöhnliche Band.

Setlist OPETH:
The Leper Affinity
Advent
Deliverance
Godhead's Lament
The Drapery Falls
Credence
Serenity Painted Death
A Fair Judgement
Demon Of The Fall

Redakteur:
Stephan Voigtländer

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