Papa Roach - München

01.11.2002 | 02:57

30.10.2002, Colosseum

Manchmal gibt es Tage, die gibt es einfach nicht … und solch einer war dieser Mittwoch nun einmal. Da freut man sich schon Tage zuvor auf ein bevorstehendes Interview und die darauffolgende Show und dann zerplatzt alles wie ‘ne Seifenblase, nur weil man kein Lottomillionär ist, sondern stinknormaler Arbeitnehmer, der für das liebe Geld auch die ein oder andere Unannehmlichkeit in kauf nehmen muss – Überstunden – und genau dann, wenn man es am wenigsten brauchen kann!
Somit konnte ich also meine kleine Unterhaltung mit MURDERDOLLS Fronter „Wednesday 13“ und deren Show auf der PAPA ROACH Tour in die Haare schmieren. Schade, da mir deren aktuelle Scheibe „Beyond The Valley Of Murderdolls“ doch mehr als gut reinlief und die Show der Jungs auch nicht zu verachten sei … so wurde mir jedenfalls gesagt.
Anyway, blieb mir ja noch der Headliner, der pünktlich um 22 Uhr im Colosseum zum Angriff blies. Ursprünglich sollte der Gig ja im Zenith stattfinden, das mit deutlich mehr Fassungsvermögen aufwarten kann, aber die Vorverkaufszahlen waren doch wohl nicht im erwarteten Rahmen und so verlegte man den Gig halt kurzfristig in den Kunstpark Ost. Aber auch dort waren noch mehr als genug Ressourcen vorhanden bzw. der Laden war mit ca. 1800 Leuten nicht annähernd so gut gefüllt wie beim letztjährigen Gastspiel der 4 US-Boys. Diese schienen von der, für PAPA ROACH Verhältnisse, „mageren“ Kulisse wenig beeindruckt und machten vom ersten Moment an ordentlich Dampf, allen voran Fronter Jacoby Shaddix. Dem Typen merkt man einfach an, dass er jede Silbe seiner Texte auf der Bühne Song für Song aufs neue durchlebt, mit all seinen emotionalen Höhen und Tiefen. Früher litt dabei jedoch die gesangliche Leistung ein ums andere mal, was Gott sei Dank heutzutage nicht mehr der Fall ist ... souverän meisterte der Knabe in München seine Parts. Dem in nichts nach standen seine Mitmusiker, die gleichfalls erstklassige Arbeit an diesem Abend ablieferten. Leider konnte der Sound, der auf der Bühne dargebotenen Qualität, bei weitem nicht das Wasser reichen und so zog sich das wenig differenzierte Gemisch aus Lautstärke und Gewummere durch die ganzen 14 Songs. Die Leute schien das wenig zu kratzen, von Anfang ließ die Meute das Schwein pfeifen. Vor allem bei den Songs vom Debüt „Infest“ ging besonders der Punk ab. Verwunderlich nur, dass lediglich 4 oder 5 Stücke des besagten Albums zum Zuge kamen … wenn ich richtig gezählt habe. Hauptaugenmerk legte das Quintett (Quintett? Wieso 5? Vorher war doch nur von 4 die Rede? Genau, aber auf der Tour wurde das Line-Up durch einen Tourklampfer verstärkt …) ganz klar auf den aktuellen Longplayer „Love Hate Tragedy“, von dem ein Großteil der Songs zum Zuge kam, wobei besonders das erstklassige „Time And Time Again“ großartig zur Geltung kam. Apropos Geltung, diese ließ man der Band in Form einer grandiosen Lightshow zukommen … jeder Song wurde wahrhaft meisterlich in Szene gesetzt. Anzumerken wäre noch, dass Murderdolls Klampfer und Slipknot Drummer Joey beim einem die Stöcke vom etatmäßigen Schlagwerker übernahm und Muppet-Show-Animal-mäßig dessen Kit in Grund und Boden prügelte … zu was diese halbe Portion fähig ist … unglaublich!
Und da 14 Songs nicht allzu viel sind war dann nach dem fulminanten „Between Angels And Insects“ bzw. nach genau 65 Minuten der Ofen aus … ohne Zugabe, verließ die Band die bayrische Landeshauptstadt. Schade eigentlich, den ein oder anderen Song mehr hätten man ruhig bringen können.
Kurzweiliger Konzertabend – im wahrsten Sinne des Wortes – der nur von der fehlenden PAPA ROACH Zugabe und dem Verpassen des MURDERDOLLS Gigs / Interviews getrübt wurde.

Redakteur:
Oliver Kast

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