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Pretty Maids / Royal Hunt - Ulm

19.04.2002 | 14:14

15.04.2002, Take Off

Am 15. April war es wieder mal soweit, dass in der Rock-Diskothek Take Off in Ulm ein Konzert über die Bühne gehen sollte. Doch leider ist es bei dortigen Veranstaltungen meist so, dass immer wieder die gleichen Bands auftreten. Und so war es auch dieses Mal, denn mit den PRETTY MAIDS standen auch dieses Mal keine Unbekannten auf dem Programm - die Dänen waren bereits letztes Jahr im Take Off zu Gast. Und auch ihre Landsleute von ROYAL HUNT waren nicht das erste Mal hier - auch wenn deren Auftritt schon etwas länger zurückliegt. Wie üblich scheint es die Take Off-Kundschaft aber nicht zu stören, dass man ihnen immer die gleichen Bands vorsetzt. Und auch die Tatsache, dass das Take Off keine besonders gut geeignete Konzert-Location ist (maximal ein Drittel der Anwesenden sieht überhaupt, was auf der Bühne passiert), macht wohl den wenigsten etwas aus, denn mit knapp 1000 Leuten war die Diskothek wieder einmal sehr gut besucht.

Mit der obligatorischen Verspätung ging es kurz vor 21.00 Uhr dann mit ROYAL HUNT los. Den ersten Teil des Gigs hatten die Dänen um John West ihrem 2001er-Output "The Mission" gewidmet, denn als Intro diente "Take Off" (in Anbetracht der Location sehr passend ;-)), auf das der Titeltrack, "The Mission", folgte. Und wie auch auf dem Album schloss sich daran als Überleitung "Exit Gravity" und dann der ziemlich schnelle und druckvolle Song "Surrender" an. Abgerundet wurde diese Opener-Folge schließlich durch "Clean Sweep", bevor John das Publikum erst einmal begrüßte und es dann mit "Wasted Time" (von der "Clown In The Mirror"-Scheibe) weiterging. Als John daraufhin das Publikum fragte, ob hier irgendwelche "wild people" anwesend wären, war klar, dass nun "Running Wild" (vom Debüt "Land Of Broken Hearts") kommen würde. Überhaupt wurde die Stimmung von Song zu Song besser, und beim anschließenden "Day In Day Out" wurde dementsprechend schon mal mitgesungen. Auch bei dem "Paradox"-Song "River Of Pain" ging das Publikum ganz gut mit, doch der stimmungsmäßige Höhepunkt wurde dann beim abschließenden "Last Goodbye" (vom "Moving Target"-Album) erreicht, in das ROYAL HUNT dann auch einen ausführlichen Mitsingteil eingebaut hatten. Eigentlich wollte es die Band damit bewenden lassen, doch das Publikum sah das etwas anders, so dass mit "Total Recall" schließlich noch eine Zugabe fällig war. Nach einer knappen Stunde war es dann aber mit ROYAL HUNT endgültig vorbei, und die Band hatte einen sehr ansprechenden Auftritt hinter sich.

Nach einer ziemlich langen Umbaupause - mit den gutmütigen Take Off-Gästen (s.o.) kann man's ja machen ;-) - ging es dann mit den PRETTY MAIDS weiter. Zumindest machte es diesen Eindruck, da das Licht ausging und ein Intro vom Band gestartet wurde. Doch dieses "Krieg der Welten"-mäßige Intro zog sich dann etwas dahin, bis die PRETTY MAIDS schließlich doch noch auf die Bühne kamen und mit "Playing God" vom aktuellen Album "Planet Panic" loslegten. Vor allem bei diesem ersten Song war der Gesang von Ronnie Atkins recht leise, und so kam seine markante Stimme nicht im gewohnten Maße zur Geltung. Doch im weiteren Verlauf des Konzerts hatten die Soundler auch dieses Problem im Griff (das wird doch nicht etwa Absicht gewesen sein? ;-)) Weiter ging es mit "Running Out" (von der "Sin-Decade"-Scheibe), ehe auch Ronnie das Publikum freundlich begrüßte. Man musste kein Hellseher sein, um zu erkennen, dass der Großteil der Leute wegen den PRETTY MAIDS gekommen war, und dementsprechend gut war auch die Stimmung. Diese Tatsache nutzten die Dänen mit dem nächsten Song dann auch aus, denn schließlich ist der "Future World"-Song "Rodeo" eine hervorragende Mitgröhlnummer. Es war überhaupt sehr auffällig, dass dieser Platte bei der Songauswahl neben dem aktuellen Werk "Planet Panic" am meisten Beachtung geschenkt wurde. So kamen nun auch zwei Songs vom neuen Album, nämlich das recht druckvolle "Face Of My Enemy" und die typische PRETTY MAIDS-Ballade "Natural High", und dazwischen das Titelstück der 1995er-Scheibe "Scream". Dieser Songtitel war natürlich auch als Aufforderung zu sehen, und dementsprechend "screamten" die meisten Leute auch anstandslos mit. Nach Ronnies obligatorischer Frage ("Do you have a party tonight?") folgte ein weiterer Mitgröhlsong in Form von "Wouldn't Miss You" (vom 2000er-Album "Carpe Diem"). Anschließend durfte Michael Fast sein Können unter Beweis stellen, doch dieses Schlagzeug-Solo war ebenso unspektakulär wie überflüssig (mir ist eben ein zusätzlicher Song weitaus lieber als ein albernes Getrommel ;-)). Es folgte danach das sehr modern angehauchte "Virtual Brutality" (von der "Planet Panic"-CD), das sehr druckvoll daherkam und das sich bestimmt zu einem richtigen Live-Klassiker entwickeln wird. Danach kam für mich die größte Überraschung des Gigs, nämlich "Eye Of The Storm", wobei die Überraschung weniger war, dass eine Ballade kam, sondern eher, dass es diese war. Die PRETTY MAIDS schoben anschließend mit dem Klassiker "We Came To Rock" noch einen weiteren "Future World"-Song nach, bevor sie ihren ersten Song überhaupt, "Shelly The Maid" spielten. Dass auch "Please Don't Leave Me" (von der "Sin-Decade"-Platte) nicht fehlen durfte, verstand sich von selbst, auch wenn ich selten eine so amüsante Version dieses Songs gehört bzw. gesehen habe (Ken Hammer konnte sich vor lauter Lachen kaum noch auf den Beinen halten ;-)). Nach der üblichen Bandvorstellung erklang vom Tape "Fortuna", so dass als obligatorischer Abschluss des Auftritts nur "Back To Back" kommen konnte. Danach verließen die PRETTY MAIDS dann zwar die Bühne, aber das Publikum brachte die Jungs schon dazu, wieder zurückzukommen, um noch einige Zugaben zu spielen. Zunächst gab es den PRETTY MAIDS-Klassiker schlechthin, "Future World", auf die Ohren, und anschließend noch "Live Until It Hurts". Nachdem die Band erneut kurzfristig die Bühne verlassen hatte, folgte als endgültiger Schluss- und Höhepunkt "Red, Hot And Heavy". Auch wenn ich doch ein paar Songs vermisst habe (z.B. "Yellow Rain"), so war es von den PRETTY MAIDS doch wieder ein recht gutes, wenn auch routiniert wirkendes Konzert.

Unter dem Strich können wohl alle Beteiligten mit diesem Abend zufrieden sein: beide Bands, da sie sich in guter Verfassung und äußerst spielfreudig gezeigt haben, das Publikum, da es ein gutes Konzert gesehen hat, und der Veranstalter, weil das Take Off wieder einmal ausverkauft war. Trotzdem wäre es natürlich wünschenswert, wenn auch einmal die eine oder andere "neue" Band verpflichtet werden könnte.

(Ich möchte noch viele Grüße loswerden, und zwar an den "sympathischen" (???) Glatzkopf hinter mir, der wohl ein Problem damit hat, dass auf Metal-Konzerten auch langhaarige Headbanger sind! ;-))


Setlist PRETTY MAIDS:

Intro
Playing God
Running Out
Rodeo
Face Of My Enemy
Scream
Natural High
Wouldn't Miss You
Drum Solo
Virtual Brutality
Eye Of The Storm
We Came To Rock
Shelly The Maid
Please Don't Leave Me
Back To Back
---
Future World
Live Until It Hurts
---
Red, Hot And Heavy

Redakteur:
Martin Schaich

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