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Ride The Sky (Listening Session) - Donzdorf

14.08.2007 | 12:40

19.05.2007, NB-Center

RIDE THE SKY-Drummer und Gründer Ulie Kusch hat wahrlich eine Menge in seinem Leben gemacht. Neben so berühmten Acts wie GAMMA RAY, HELLOWEEN und MASTERPLAN gab er seinen Manen noch für massig Sideprojekte und Gastaufritten. RIDE THE SKY soll dem Aachener nun so etwas wie einem festen Boden geben. Und so ist es schon interessant zu wissen, ob diese Band genügend Eigenständiges zu bieten hat, um nicht sofort wieder in der Versenkung zu verschwinden. Aus diesem Zweck ging es ins gemütliche Donzdorf, um in der Nuclear Blast-Zentrale mehr über das Debütwerk "New Protection" zu erfahren und diese Erlebnisse rechtzeitig zur VÖ bekannt zu geben.

New Protection:

Eingeleitet von Kirchenglöckchen und leichtem Chor beginnt 'New Protection' recht heftig, bevor es wieder ruhiger wird und ähnlich wie MASTERPLAN zu klingen beginnt. Nach dem ersten Refraindurchlauf, der einen ziemlichen Ohrwurmfaktor aufweist, geht die Strophe noch einmal mit leichter Choruntermalung los, bevor auch diese sich wieder im schnellen Ohrwurm entlädt. Danach gibt es noch eine schöne Bridge mit höchst gelungenem Solo, bevor es einen U-Boot-ähnlichen Ausklang bekommt.

A Smile From Heaven's Eye:

Mit starkem Elektro-Rhythmus und einem Kirchenchor im Hintergrund steigt dieser Song ein, der sich kurz darauf mit ein paar Geigen in eine MASTERPLAN-typischen Strophe entfaltet. Der Refrain ist dann fast schon ein bisschen zu kitschig, kriegt die Kurve aber trotz Geigen im Hintergrund ganz knapp. Der Rhythmus bleibt während des Songs relativ konstant, so dass schöne Speedattacken leider nicht vorkommen. Der Mittelteil des Songs erinnert dann stellenweise an QUEEN.

Silent War:

Auch hier wird viel Wert auf Elektronik im Anfang gelegt, und wie in 'New Protection' gibt es auch hier eine ruhige Strophe, die sich nach und nach zu einem heftigen Stampfer aufbaut und sich in einem leicht monotonen Refrain entlädt. Die schön bratenden Gitarren und das herrliche Grooven macht diesen Makel aber wieder wett, so dass ein richtig gelungenes Mosh-Stück präsentiert wird.

The Prince Of Darkness:

Das absolute Highlight des Albums. Es erklingen mystische, satanistische Sounds aus der Box, bevor das ganze zu einem krassen Mix aus jazzigen Soundstücken in einem herrlich hohen Tempo wird. Der Refrain ist wieder wie für RIDE THE SKY-typisch sehr simpel gehalten, was der Vers mit den erwähnten schnellen Sound und den bratenden Gitarren wieder herrlich ausgleicht. Dazwischen gibt es zur Erholung einen ruhigen und entspannenden Zwischenpart mit einem atmosphärischen Gitarrensolo. Abgedreht und trotzdem klassisch macht dies einen hohen Anteil an der Qualität des Songs aus.

Break The Chain:

Auch hier braten die Gitarren so richtig, und auch hier werden elektronische Zwischenspiele genutzt, was dem etwas düsteren und bösen Track die richtige Atmosphäre verpasst. Der Refrain ist wie immer ein einfacher Gassenhauer, der aber richtig viel Spaß macht. Die Geigen und die Gitarren machen den Song teilweise richtig schön krank, was auch dieses Stück zu einem potentiellen Hit macht.

Corroded Dreams:

Dezenter Choreinstieg und ein schön bös vorgetragener Vers machen den Beginn von 'Corroded Dreams' aus, und hier macht dann auch der Refrain durch Mehrstimmigkeit einiges her. Auch hier wird schön gestampft, und gegen Ende wird der Refrain noch mal schön gesteigert, was dem Song fast schon einen gewissen Hymnenfaktor zuspricht.

The End Of Days:

Das Ganze beginnt mit einem atmosphärischen Gruselintro, dessen Ruhe dann auch im Vers fortgeführt wird. Nach und nach kommen Chor und Geigen dazu, wobei das ruhige Tempo beibehalten wird. Erst am Höherpunkt des Aufbaus mit Geigen und Elektronik nimmt das Ganze Fahrt auf und wird zum bratenden Stampfer, den man inzwischen von RIDE THE SKY kennt. Im Mittelteil wird wieder die elektronische Geige geschwungen, was dem atmosphärischen Stück den Rest gibt. Besonders geil ist hier wieder der Ausklang des Songs. Auf jeden Fall ein potentieller Hit.

Far Beyond The Stars:

Ein kleines Duell zwischen Chor- und Elektroparts, dann knallt es auch richtig los. Das Stück ist besonders im Vers sehr schnell und happy, der Refrain mal wieder nicht besonders spektakulär, dafür gibt es einen gelungenen Abgangskampf zwischen Chor und Elektro.

Black Cloud:

Das "Black" im Titel darf man wörtlich nehmen, da das Ganze schon ziemlich tiefgetönt und dröhnend aus den Boxen dringt, und auch im gesamten Song selten was vom härten Rhythmus genommen wird. Zwar gibt es einen ruhigen Pre-Chorus, aber ansonsten wird hier schon ziemlich durchgetreten. Auch hier fällt der hohe Elektronikanteil von RIDE THE SKY auf, der die Band von anderen Uli-Kusch-Sachen abhebt.

Endless:

Dem flotten, fast punkigen Beginn folgt ein sehr einfacher und fröhlicher machender Song, der mit einer an STRATOVARIUS erinnernde Bridge und einem hohen Geigenanteil aufwarten kann. Auch hier fällt der gelungene Ausklang des Songs auf, der sehr atmosphärisch rüberkommt.

Heaven Only Knows:

Der nächste Hit des Albums. Stampfender Beginn, das schon kräftig an Industrial erinnert, ein Hymnenrefrain mit Schunkeleffekt sowie ein flottes Mittelstück machen aus dem Song ein eingängiges und flottes Stückchen Zeitvertreib. Das Stück treibt herrlich an und wird auf Konzerten für so manch wallende Mähne sorgen.

A Crack In The Wall:

Zum Abschluss das Beste: Das Stück baut sich unter Zuhilfenahme von Geigen und Marsch-Drums langsam auf, bevor die Gitarren dazukommen, dann wird's mehrstimmig und löst sich in einem fantastischen Refrain auf. Mit einem HELLOWEEN-Mittelteil und einem Hauch von MASTERPLANS' "Pathfinder" zeigt der Song ganz klar die Wurzeln von Uli Kusch auf. Trotz einer gewissen Epik geht der Song wahnsinnig gut ins Blut und macht einfach tierisch Spaß. Mit einem ruhigen Schluss wird der Track beendet.

Let The Spirit Roam:

Der Bonustrack der Platte besteht aus einem Hymnenrefrain mit Chorunterstützung, das sich in einem angenehmen Midtempo bewegt. Trotz einer gewissen Abwechslung ein recht normales Stück, ein typischer Bonussong also.

Die Platte macht wunderbar deutlich, das Uli Kusch tatsächlich auch eigenständige musikalische Wurzeln aufweist, die hervorragend von den eigenen ideen seiner Bandmitglieder ergänzt werden. Das Ergebnis ist in den Refrains bis auf Ausnahmen zwar etwas kitschig und fast schon zu seicht, doch die Stimmung und den Ballerfaktor der Platte machen auch diese Kleinigkeit wieder vergessen. Das Ergebnis lässt auf jeden Fall auf eine längere Bandkarriere hoffen, die Monsieur Kusch auf jeden Fall zu wünschen wäre.

Redakteur:
Lars Strutz

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