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SABATON, ACCEPT, TWILIGHT FORCE - Höchst

14.03.2017 | 23:19

01.01.1970, Jahrhunderthalle

Wenn die 'Riders Of The Dawn' zur 'Final Journey' mit den 'Night Witches' nach 'Shiroyama' aufbrechen – dann weiß der Metal-Fan, was die Stunde geschlagen hat: SABATON, ACCEPT und TWILIGHT FORCE sind auf der "The Last Tour" unterwegs.

Am letzten Januartag führt mich mein Weg mal wieder in die Jahrhunderhalle nach Höchst. SABATON hat auf der "The Last-Tour" hier Halt gemacht und nein, ich muss alle diejenigen Nicht-Sabaton-Fans enttäuschen, die sich angesichts des Tourtitels eventuell schon die Hände reiben – der Titel ist angelehnt an die letzte CD "The Last Stand" und kündet nicht davon, dass sich die Herren aus Schweden zur Ruhe setzen. Das wäre auch angesichts der langen Schlangen vor dem Eingang ausgesprochen blöd. Und weil alleine auftreten auch blöd ist, haben sie noch ACCEPT und TWILIGHT FORCE mitgebracht. Also ein richtig schön abendfüllendes Paket. Den Anfang machen für ca. eine halbe Stunde die schwedischen Epik-Power-Metaller TWILIGHT FORCE, die wie SABATON aus Falun stammen. Sie geben einige Nummern aus ihren beiden Alben "Tales Of Ancient Prophecies" (von 2014) und "Heroes Of Mighty Magic" (von 2016) zu besten, wobei auch "Elfenohren" und weitere Fantasykostümezum Einsatz kommen. Für Fans dieses Genres ein wunderbarer Einstand, live machen diese Songs einfach noch mehr Spaß. Das sehen die Anwesenden auch so und sparen nicht mit berechtigtem Applaus. Ein sehr schöner Einstieg. Danach mischen die "alten Herren" von ACCEPT eine gute Stunde die Jahrhunderhalle auf, eingerahmt von einer imposanten Bühnendeko und mit einer wahnsinnigen Spielfreude. Nun, ich hatte bisher noch nicht das Vergnügen, ACCEPT live zu sehen und muss sagen, ich bin schwer beeindruckt. Am gespanntesten bin ich auf Wolf Hoffmann, da mich sein Album "Headbangers Symphony" ziemlich beeindruckt hat. Und ich werde natürlich nicht enttäuscht, weder von ihm noch von dem Rest der Truppe. Bei 'Fast As A Shark' darf selbstverständlich das witzige "Heidi, heido, heida" nicht fehlen, was vom Publikum natürlich begeistert aufgenommen wird und bei 'Metal Heart' dürfen wir dann auch ein paar Töne lang Beethovens 'Für Elise' lauschen. Mit 'Teutonic Terror' und 'Balls To The Wall' verabschieden sich die Jungs und machen die Bühne frei für SABATON. Die bieten auch diesmal wieder alles, was das Fan-Herz begehrt. Angefangen vom obligatorischen Panzer auf der Bühne bis hin zu "Pyromanie" erster Sahne. Außerdem flimmern auf einer Riesenleinwand Filmszenen, passend zu den jeweiligen Songs. Und um es gleich vorergzunehmen: Ja, auch in der Jahrhunderhalle wird das obligatorische "Noch-ein-Bier-Spielchen" zelebriert, obwohl ich manchmal den Eindruck habe, dass das selbst Joakim langsam nicht mehr so doll findet. Aber gut, wer A sagt, ..... Da muss er halt durch – zumindest hier in Deutschland. Aber ich denke mal, es gibt schlimmeres, als ein oder zwei Bier trinken zu müssen. Wie dem auch sei, sobald die Intros 'In The Army Now' und 'March To War' ertönen, flippen die Zuhörer sowieso schon aus und das ändert sich auch den Rest des Abends nicht. Mit Joakims Ansage "All right Frankfurt. We are Sabaton and we play Heavy Metal! And this 'Ghost Division'!" geht es gleich gewaltig los. Beim nachfolgenden 'Sparta' stehen nicht nur als Spartaner verkleidete Männer auf der Bühne, auch Herr Brodén hat sich mit Helm und Umhang "spartanisch" ausstaffiert. Und der Song von der neuen CD "The Last Stand" kommt live so richtig gut. Wie übrigens auch alle anderen neuen Songs. Im Laufe des Abends hören wir noch 'Blood Of Bannockburn', 'The Last Stand', 'Diary of an Unknown Soldier', 'The Lost Battalion', 'Winged Hussars' und 'Shiroyama'. Jeder einzelne ist live ein richtiger Kracher. Auch der Rest der Setliste kann sich sehen lassen, bei so vielen tollen Songs könnte ein Konzert mal locker drei Stunden dauern. Und auch wenn einige meiner Lieblingssongs nicht dabei sind, so gibt es an der Auswahl doch nichts zu meckern. Diesmal muss der neue Gitarrist Tommy Johansson das Spielchen mit dem "Streit" um die 'Swedish Pagans' mitmachen – einen Song den Joakim nicht mag, dafür das Publikum umso mehr. Natürlich gewinnt Tommy und alle grölen lauthals mit. Es wird allerdings nicht nur mitgegrölt, sondern es werden auch leise Töne angeschlagen. Heute höre ich zum ersten Mal 'The Final Solution' live und muss sagen, ich finde es sehr bewegend. Zuerst albert Joakim noch ein wenig herum, bis das Keyboard und davor eine Flammenleiste aufgebaut sind und spielt die ersten Töne von 'Jump', was mit Gelächter vom Publikum quittiert wird. Dann wird er allerdings etwas ernster und überlässt Tommy Johansson den Klavierpart. Mit Akustikgitarre, -bass und Cachon überkommt einem dann schon eine Gänsehaut, wenn im Publikum Feuerzeuge und Handys aufleuchten und so ziemlich alle den Refrain mitsingen. Da ist keine Partystimmung zu spüren, alle sind eher verhalten und zum Schluss gibt es tosenden Applaus. Danach gibt es noch drei Stücke auf die Ohren, angefangen von 'Resist And Bite' (mit einem Gitarre spielenden Joakim) mit jeder Menge Pyro, über den rasanten Kracher 'Night Witches', bei dem ebenfalls aus alle Rohren gefeuert und natürlich auch mit Pyro nicht gespart wird, bis hin zum neuen Stück 'Winged Husares', mit dem der offizielle Teil endet. Klar, es kommen noch die Zugaben. 'Primo Victoria' darf natürlich nicht fehlen und Joakim animiert wieder zum gemeinschaftlichen Hüpfen und Klatschen. Na ja, da hat er es leicht, das Publikum braucht keine große Animation, das geht ganz von alleine ab. Als letzten neuen Song hören wir 'Shiroyama', der ebenso begeistert aufgenommen wird. Und mit 'To Hell And Back' darf dann ein allerletztes Mal gehüpft und geklatscht werden, bevor sich SABATON mit viel Pyro verabschiedet -“We'll hope to see you again soon!“- nicht ohne vorher noch ein großes Dankeschön ausgesprochen zu haben.

Fazit: Eine tolle Show, drei bestens aufgelegte, spielfreudige Bands, die das Publikum mitreißen. Bei SABATON alles untermalt von einer beeindruckenden Licht- und Pyroshow, kombiniert mit Videoeinspielungen, alles immer klasse auf den jeweiligen Song abgestimmt. Und ein Publikum, das jeden Song genauso aus vollem Herzen und voller Leidenschaft singt, wie SABATON selbst. All das erzeugt eine super Stimmung. Jungs weiter so, wir freuen uns auf ein Wiedersehen!!

 

Setliste SABATON: (Intro: In The Army Now,March To War), Ghost Division, Sparta, Blood Of Bannockburn, Swedish Pagans, The Last Stand, Carolus Rex, Union (Slopes of St. Benedict), Diary of an Unknown Soldier, The Lost Battalion, Gott mit uns (Noch ein Bier!), Dominium Maris Baltici, The Lion From the North, The Final Solution (acoustic version, Tommy Johansson on Keyboard), Resist And Bite, Night Witches, Winged Hussars, Zugaben: Primo Victoria, Shiroyama, To Hell and Back, (Outro: Dead Soldiers Waltz, Masters Of The World)

Setliste ACCEPT: Stampede, Restless And Wild, London Leather Boys, Final Journey, Princess Of The Dawn, Fast As A Shark, Metal Heart, Teutonic Terror, Balls To The Wall

Setliste TWILIGHT FORCE: Battle Of Arcane Might, To The Stars, Riders Of The Dawn, Flight Of The Sapphire Dragon, Gates Of Glory, The Power Of Ancient Force

 

 

 

 

Redakteur:
Hannelore Hämmer

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