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SCAR SYMMETRY + Support - Hamburg

13.11.2012 | 14:38

17.10.2012, Logo

Das Schwedische Sechstett SCAR SYMMETRY hat sich lange nicht mehr in unseren Breitengraden blicken lassen. Umso so höher ist die Vorfreude und auch der Support lässt einiges erwarten: Mit dabei sind JONCOFY aus Ukraine, EPITOME (Ex-BLOODWORK) und die Djentleman von AKELDAMA.

Den Opener übernimmt die Junge Kombo JONCOFY. Bereits im Vorfeld konnte mich 'Rorschach Inkblots' überzeugen. Hier wird in sieben Minuten ein starkes modernes Progmetal-Brett runtergezockt, das mit vertrackten Djenteinlagen aufwartet. Live kommt der Song noch besser und bringt das noch ziemlich spärlich besetzte Logo in Wallung. Frontmann und Gitarrist Max meistert Shouts und vor allem Klargesänge mit Bravour. JONCOFY schaffen einen Spagat aus Vertracktheit und Sperrigkeit einerseits und Emotionalität und Eingängigkeit andererseits, wie ich ihn selten gehört habe. Hut ab!
Das Publikum reagiert zwar noch sehr zurückhaltend, nickt aber wohlwollend mit. Das straightere und düstere 'Region Of Y' mit alternative Einflüssen ist auch ein toller Song, der mich endgültig für JONCOFY gewinnt. Man merkt, ich bin ziemlich begeistert von den Jungs. Ein Blick auf ihre Homepage lohnt, dort gibt es die gesamte EP "Rorschach Inkblots" zum kostenlosen Download: http://www.joncofy.com

EPITOME (Foto links) kommen aus Paderborn und haben mit Frontmann David ein ehemaliges BLOODWORK-Mitglied in den Reihen. Sehr metalcorelastig fegen EPITOME über das Logo und können ordentlich Bewegung in das Publikum bringen, das die Band ziemlich abfeiert. Das ist mir allerdings etwas schleierhaft, stellt doch EPITOME für mich eine Band dar, die nach einem Song bereits alles gesagt hat. Das erkennt die Band sogar selber in ihrem Infotext: "Die Musik von EPITOME lässt sich leicht beschreiben. Hier wird nichts neu erfunden." David versucht alles, um das Publikum zu animieren, was ihm teilweise gut gelingt, ich bin aber nicht der einzige, den die Musik ziemlich kalt lässt. Die Rolle des Einheizers verstehen EPITOME dennoch gut: je länger sie spielen, desto schneller wünscht man sich den Headliner auf die Bühne.

Doch erst mal kommen die Djent-Newcomer AKELDAMA (Florida) auf die Bühne. AKELDAMA freuen sich in Deutschland zu sein, ihre Supportshows für SCAR SYMMETRY sind zugleich Einstand für ganz Europa. Die Truppe, bestehend aus zwei Sängern, genreüblich drei Gitarristen, einem Bassisten und einem Schlagzeuger, spielen Djent-Metal wie er zur Zeit in aller Munde und Ohren ist. Das Sahnehäubchen bei AKELDAMA sind die beiden Sänger Andrew Zink und Connor Reibling, die sich Shouts und hohe Klargesänge aufgeteilt haben. Und ganz ehrlich: Wenn man nicht wüsste, dass für die hohen Klargesänge ein Typ verantwortlich ist, würde man der festen Überzeugung sein, dass eine Frau singt. Die gleichzeitig cleanen und gutturalen Gesänge sind allerdings nicht immer gut eingebracht und manchmal etwas zu viel, auch sitzen die hohen Gesänge nicht immer tonal. Das Synchronmoshen ist auf jeden Fall gut eingeübt, aber das ist nicht das Einzige, was an VILDHJARTA erinnert, auch der Sound ist bis auf die verschiedenen Gesangs-Tonlagen sehr ähnlich. 'Practically Perfect' ist ein ziemlich fetter Track, der auch vor Melodic Death Metal-Anleihen nicht scheut. AKELDAMA können an vielen Stellen überzeugen, haben jedoch noch Entwicklungspotential. Die Band sollte man aber im Auge behalten.

Dann ist es endlich an der Zeit für SCAR SYMMETRY, die es erstmals schaffen, eine richtige Konzertstimmung aufkommen zu lassen. Leider ist das Logo immer noch nicht sehr gut besucht, aber die, die da sind, wissen SCAR SYMMETRY zu würdigen. Den Beginn macht der Kracher 'The Anomaly' von der letzten Platte "The Unseen Empire". Es folgt eine Best-Of Show durch das bisherige Schaffen SCAR SYMMETRYs, da darf 'Morphogenesis' genauso wenig fehlen wie 'The Iconoclast' und der Übersong 'The Illusionst'. Das Sängerdou Robert Karlsson und Lars Palmqvist ist mittlerweile perfekt eingespielt und sämtlicher Kritik erhaben, den Die Hard-Fans wird Alt-Sänger Christian natürlich weiterhin fehlen. Man merkt der Band im Vergleich zu den anderen eher jungen Kombos von heute Abend die lange Live-Erfahrung an, gekonnt haben sie das Publikum im Griff, viele können die Texte mitsingen. Mit SCAR SYMMETRY kann man nicht viel falsch machen, sie decken Death Metal, Heavy Metal und Progressive Metal gleichermaßen ab, und nach ein einhalb Stunden SCAR SYMMETRY habe ich dann aber auch erst mal genug kitschige und ernsthafte Ohrwürmer für die Nacht bekommen. Man kann nur hoffen, dass die Schweden sich demnächst wieder Blicken lassen und nächstes Jahr ein neues Album auf den Markt bringen.

Setlist SCAR SYMMETRY:

The Anomaly/Morphogenesis/The Iconoclast/Pitch Black Progress/Slaves To The Subliminal/Artificial Sun Projection/Abstracted/Mind Machine/Celluar Disorganization/Rise Of The Reptilian Regime/The Path Of Least Resistance/Frequencyshifter/Obscure Alliance/Ascension Chamber/Retaliator/The Draconian Arrival/Reborn/The Illusionist

[Jakob Ehmke]

Pictures by [Jakob Ehmke]

Redakteur:
Jakob Ehmke

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