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SILVERSTEIN - Köln

20.05.2015 | 21:24

10.04.2015, Bürgerhaus Stollwerk

Vor zehn Jahren erschien mit "Discovering The Waterfront" eines der bis heute bestens Emo-Alben überhaupt. Gleichzeitig öffnete das zweite Album von SILVERSTEIN der Band viele Türen. Zum 10. Geburtstag gibt es das ganze Album als Liveerlebnis.

"Three Cheers For Sweet Revnge", "Tell All Your Friends", "Nightmare Anatomy", "Full Collapse" und "Discovering The Waterfront" sind wohl die fünf besten und beliebtesten Alben der Emo-Szene, die ab 2002 entstand. MY CHEMICAL ROMANCE und THURSDAY existieren bereits nicht mehr. AIDEN wird sich nach dem nächsten Werk ebenfalls auflösen. TAKING BACK SUNDAY sind noch immer eine vitale Band, die jedoch kommerziell nicht mehr an alte Erfolge anknüpfen kann. Nur SILVERSTEIN scheint immer beliebter zu werden. Dennoch geht die Band ein bis zwei Schritte zurück und spielt zum zehnjährigen Geburtstag das komplette Album "Discovering The Waterfront".

SILVERSTEIN beginnt den Gig mit einem schicken Intro, welches in den Klassiker 'Smashed Into Pieces' leitet. Ich bin erstaunt, dass alte wie junge Fans auf die Nummer mehr als steil gehen. Der Pit tobt über 2/3 der

Halle. Das Quinttet hat auch nach 15 Jahren Dasein als Band noch immer Spaß an der Show. Dies merkt man den Jungs zu jeder Sekunde an. Besonders die Saiten-Fraktion albert miteinander herum und wirft sich gekonnt in wilde Posen. Die ersten acht Songs des Abends sind ein bunter Mix aus den restlichen Alben der Band, inklusive 'A Midwestern State of Emergency' vom im Mai erscheinenden "I Am Alive In Everything I Touch".

Nach 'Bleeds No More' verabschiedet sich die kanadische Truppe kurz von der Bühne, nur um selbige wenige Augenblicke später mit einem neuen Intro zu betreten, um den zweiten Teil der Show einzuleuten: "Discovering The Waterfront" in seiner Gänze. Von nun an ist die Setlist natürlich keine Überraschung mehr. Man fängt mit 'My Sword Versus Your Dagger' an und hört nach weiteren neun Songs mit 'Call It Karma' auf. Im Kölner Stollwerk gibt es kein Halten mehr - weder auf noch vor der Bühne. Die Fans geben richtig Gas und spornen damit wiederum die Musiker an. Besonders Sänger Shane Todd hat auf das alte Material richtig Lust. Manche Songs des Albums wurden nie live gespielt oder zumindest nie in Europa. Ich persönlich freue mich besonders, dass ich nach acht Jahren endlich mal wieder den Titelsong 'Discovering The Waterfront' live erleben kann - Gänsehaut! Auch super ist 'Three Hours Back', den ich von den Kanadiern noch nie auf einem Konzert hören durfte.

Nach etwa 75 Minuten verklingt der letzte Akkord von 'Call It Karma' und SILVERSTEIN verabschiedet sich vom Kölner Publikum. Die heutige Show war wohl die zweitbeste, die ich von der Truppe bisher gehsehen habe. Platz 1, 2006 im kleinen Tryptichon in Münster, wird wohl auf immer unerreicht bleiben. Aber das war auch ein Musterbeispiel für eine knackige und schweißtreibene Post-Hardcore-Show.

Vorbands gab es übrigens auch. Zwei Stück sogar, doch hinterlassen diese keinen bleibenden Eindruck. Zumindest nicht nach so einer genialen Show wie der SILVERSTEINs. AS IT IS fungieren als Eröffnungsband. Das Pop Punk/Post-Hardcore-Quartett scheint das Publikum in zwei Lager zu teilen: Der jüngere Teil hat Spaß mit den poppig-harten Songs, dem Älteren hingegen scheinen die Amerikaner jedoch zu modern, zu jung, zu hip zu sein. Erschwerend kommt hinzu, dass der etwa 1,65 große Sänger, dem das erste Barthaar noch wachsen muss, eine recht quietischige Stimme hat, die nicht jedem gefällt. Die Performance ist recht solide, bietet allerdings Standardposen und keinen wirklichen Blickfang. Na ja, die Band steckt noch in den Kinderschuhen und muss das Debütalbum erst noch im Mai veröffentlichen.

LONLEY THE BRAVE kommen dafür beim älteren Publikumsteil besser an. Der Alternative Rock der Briten erinnert etwas an BIFFY CLYRO mit dem Sänger von VOLBEAT. Wo AS IT IS gerade noch eine recht agile Show hinlegten, hüllt sich LONLEY THE BRAVE eher in Passivität. Die Briten spielen ihr Set routiniert und mit Freude durch, verlieren sich aber in ihrer Musik und wirken so eher etwas ruhig und unterkühlt. Mir gibt das persönlich eher wenig. Im Publikum kommt jedoch auch keine wirkliche Stimmung auf. Allerdings lädt die Musik der Gruppe nur wenig zum Abrocken ein.

Redakteur:
Sebastian Berning

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