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SLAYER - Mannheim

29.07.2016 | 13:32

06.06.2016, Palastzelt

SLAYER zerstört Mannheim!

Zum Abschluss des Zeltfestivals Rhein-Neckar hat man sich mit SLAYER ein musikalisches Schwergewicht eingeladen. Bevor jedoch Tom Arraya und seine Mitstreiter das Zelt zerlegen, dürfen THE SHRINE und ANTHRAX die Besucher bei hochsommerlichen Temperaturen anheizen.

Den Anfang macht THE SHRINE, eine Stoner-Rock-Kombo aus dem kalifornischen Venice Beach. Die US-Amerikaner servieren ihre schwere Kost bei gefühlten 40 Grad im stickigen Zirkuszelt denjenigen, die sich bis dahin dazu durchringen konnten, sich vom Bierstand loszulösen. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich mit deren Material bislang überhaupt noch keine Berührungspunkte hatte, auch wenn man es schon auf drei Veröffentlichungen bringt. Die Bühnenpräsenz von THE SHRINE ist zweifelsfrei vorhanden, auch wenn das Dargebotene stilistisch nicht so recht passen will und zu sperrig ist. Das Publikum ist jedoch aufgeschlossen genug und verabschiedet die Stoner nach knapp 30 Minuten mit Applaus.

Nix wie raus aus dem Zelt und ab in die Warteschlange vor den Getränkeständen. Nach einer kurzen Erfrischung geht es wieder rein in die Sauna, denn ANTHRAX eröffnet den Reigen mit dem ersten Klassiker 'Caught In A Mosh'. Die New Yorker befinden sich mit SLAYER schon seit Wochen auf Europareise und funktionieren bestens als Anheizer. Die Songauswahl enthält neben altbekanntem Material wie 'Got The Time' oder 'Medusa', mit 'Breathing Lightning' auch einen Song von der aktuellen Veröffentlichung "For All Kings". Trotz der subtropischen Temperaturen kommt ANTHRAX äußerst erfrischend rüber und weiß zu gefallen. Gerade Bassist Frank Bello tobt wie ein Derwisch über die Bühne und animiert die gut 2.500 Zuschauer immer wieder zum mitmachen. Auch Gitarrist Scott Ian dreht wie gewohnt seine Runden auf der Bühne. Mit dem Rausschmeißer 'Indians' fordert man den Fans noch einmal alles ab. Daumen hoch, so kann es weitergehen.
Setliste Anthrax: Caught In A Mosh, Got The  Time, Madhouse, Antisocial, Fight ‘Em ‘Til You Can’t, Evil Twin, Medusa, Breathing Lightning, Indians

Der erneute Besuch an den Versorgungsständen gestaltet sich mittlerweile mehr als kompliziert, um nicht zu sagen hoffnungslos, da die Nachfrage auf eine Kaltschale oder einem Becher Wasser so groß ist, dass sie das eingesetzte Thekenpersonal an seine Grenzen stoßen lässt. Als im Zelt bereits AC/DC's 'Thunderstruck' als Intro ertönt, verlassen viele Besucher durstig die Ausschankstellen, um ja nichts zu verpassen.

Mit dem Titeltrack des aktuellen Outputs "Repentless" machen die Kultthrasher recht schnell deutlich, dass am heutigen Abend keine Gefangenen gemacht werden. Mit der letzten Scheibe hat SLAYER für mich persönlich das beste Album seit "Seasons In The Abyss" im Jahre 1990 rausgehauen. Eine Leistung, die ich dem Quartett nach dem Tod von Jeff Hanneman, ehrlich gesagt, nicht mehr zugetraut hatte. Insgesamt läuft es besser denn je. In diesem Sommer kommt SLAYER auf sage und schreibe 37 Shows überwiegend in Europa, ehe im Herbst eine ausgedehnte US-Tour folgt. Die Fans fressen ihren Göttern aus den Händen und feiern jede Nummer gnadenlos ab. Unterstützt von einer amtlichen Lichtshow feuert man eine Granate nach der anderen ins Publikum. Routiniert spielt man sich durch ein zweistündiges Best-Of-Programm, das eigentliche keine Wünsche offen lässt. Die Ansagen von Sänger Tom Arraya fallen gewohnt knapp aus und lassen somit aber auch eine gewisse Distanz zwischen Band und Publikum aufkommen. Der guten Stimmung im Publikum tut dies jedoch keinen Abbruch. SLAYER lässt kaum Raum zum Verschnaufen und walzt mit Genickbrechern wie 'War Ensemble', 'Die By The Sword' oder 'Hell Awaits' alles nieder. Nach gut anderthalb Stunden bilden 'Dead Skin Mask' und 'World Painted Blood' das Ende des regulären Sets. Um die Zugabe einzuläuten, fällt die bisherige Bühnendekoration und in Gedenken an den 2013 verstorbenen Gitarristen Jeff Hanneman wird ein Hanneman-Backdrop hochgezogen.

Mit 'South Of Heaven', 'Raining Blood' und 'Angel Of Death' entlockt man dem Publikum die letzten Kraftreserven. Nicht alle wollen das Ende der Show wahrhaben und versuchen mit lauten SLAYER-Sprechchören die Band noch einmal auf die Bühne zu locken. Erst als das Licht angeht und die Abbaucrew auf die Bühne geht, treten alle ausgepowert den Heimweg an. SLAYER lieferte am heutigen Abend genau das ab, was man von ihnen erwartet hatte.
Setliste Slayer: Repentless, Postmortem, Hate Worldwide, Disciple, God Send Death, War Ensemble, When The Stillness Comes, Vices, Mandatory Suicide, Chemical Warfare, Die By The Sword, Black Magic, Hallowed Point, Seasons In The Abyss, Hell Awaits, Dead Skin Mask, World Painted Blood, South Of Heaven, Raining Blood, Angel Of Death

Redakteur:
Frank Hameister

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