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SLAYER / SLIPKNOT - Böblingen

03.10.2004 | 10:47

29.09.2004, Sporthalle

Eine "unheilige Allianz" hat sich mit SLAYER, SLIPKNOT und HATEBREED aufgemacht um den Europäern zu zeigen, wo der Hammer hängt. Auf ihrer Reise macht die Reisegesellschaft auch Halt in Böblingen und ca. 5000 Maden und Totschläger fanden sich zu der Vorlesung ein. Während zwei Tage zuvor noch SLAYER ihren Gig in München vorzeitig beenden mussten, da Sänger Tom Araya urplötzlich keinen Ton mehr herausgebracht hatte, sollte es am heutigen Abend dennoch wie geplant ablaufen.

Doch vor dem Vergnügen hat der liebe Gott die Arbeit gesetzt und es muss mit HATEBREED ein ca. halbstündiges Hardcore-Programm ertragen werden, was mir persönlich nichts gegeben hat. Zu meiner Verwunderung wird das dargebotene Material von recht vielen Leuten abgefeiert und das Quartett erhält zum Abschied mehr als einen Höflichkeitsapplaus.

Ganz anders sieht es da schon wieder bei SLIPKNOT aus. Im Vorfeld wurde viel über das Package diskutiert. Hauptsächlich regten sich ältere SLAYER-Fans darüber auf, dass die Combo aus Iowa nicht zu den Speed-Metalgöttern passen würde und zu viele Kiddies anziehen würden. Dass es doch funktioniert, zeigt der bisherige Tourverlauf. Nirgendwo wurden SLIPKNOT von den SLAYER-Fans ausgebuht oder umgekehrt. Vielerorts war gar die SLIPKNOT-Fraktion stärker vertreten. Wem die SLIPKNOT-Mucke halt nicht passte, ging ein Bierchen trinken.

Der Empfang der acht Maskenträger - der neunte Mann mit der Nummer 5 (Craig Jones) musste ja leider krankheitsbedingt passen - unter den Klängen des Intros 'Prelude 3.0' war phänomenal und glich dem Einzug der Gladiatoren in den Circus Maximus. Dies sollte jedoch nicht die einzige Parallele zum Zirkus gewesen sein. Die Show der Jungs aus Des Moines/Iowa bot schon einiges fürs Auge. Im Vergleich zum Auftritt im Vorprogramm von METALLICA bei den Sommer-Open-Airs in diesem Jahr, stand der Sound weitestgehend, lediglich die ruhigen Gesangsparts von Corey Taylor waren oft zu leise. Aber wen interessiert schon der perfekte Sound, wenn man ausreichend etwas fürs Auge geboten bekommt. Die Setliste ließ ebenfalls keine Wünsche offen und das neue Material fand ausreichend Berücksichtigung. Die größte Resonanz ernteten Stücke wie 'Pulse Of The Maggots', 'Vermillion', 'Duality' und natürlich die Übernummer 'Wait And Bleed'. Nach knapp anderthalb Stunden hatte das Spektakel auf der Bühne ein Ende und SLIPKNOT wurden erneut abgefeiert. Ein herrliches Spektakel!

Setliste SLIPKNOT:
Prelude 3.0
Blister Exists
(SIC)
Disasterpiece
Three Nil
Eyeless
Vermillion
Pulse Of The Maggots
Iowa
Heretic Anthem
Duality
Spit It Out
People = Shit
Wait And Bleed
Surfacing
Danger Keep Away

Die Umbaupause gestaltete sich erfreulicherweise sehr kurz und Tom Araya und Co. eröffnen den Abend mit 'Disciple' vom letzten Album "God Hates Us All", was auch das einzige Stück neueren Datums war. Im Programm reiht sich ein Klassiker an den anderen. Es war kaum noch Zeit zum verschnaufen. Das Publikum tobte und feierte seine Helden, die schon seit nunmehr 22 Jahren ihren Platz im Metalolymp behaupten. Dass Tom Araya stimmlich angeschlagen ist bzw. sein sollte, war am heutigen Abend nicht festzustellen. Ganz im Gegenteil, der Chilene schreit sich wie gewohnt durch solche Killer wie 'Mandatory Suicide', 'Hell Awaits', 'Angel Of Death' oder 'Postmortem', schont sich aber mit kurzen, knappen Ansagen, wenn überhaupt welche kamen. Das Stageacting ist natürlich nicht mit den Vorturnern von SLIPKNOT zu vergleichen. Doch bei SLAYER möchte niemand großes Rumgehampel sehen. Das Posing beschränkt sich auf böse Blicke und Matte schütteln. Ist aber auch gut so. Passend zu den jeweiligen Titeln wird das jeweilige Backdrop mit dem entsprechenden Albumartwork aufgezogen. Das kennt man ja schon von IRON MAIDEN, ist somit nicht mehr allzu neu. Als besonderes Gimmick haben sich SLAYER beim letzten Stück 'Raining Blood' einen Blutregen einfallen lassen. Aus einem Kanister, der auf der linken Seite der Bühne neben Jeff Hanneman steht, wird Kunstblut hoch in die Lichttrasse gepumpt, wo es dann wieder von oben herab auf die Musiker hinabtropft, die auf Gitterrosten stehen. Am besten kommt das Kunstblut auf der Glatze von Gitarrist Kerry King zur Geltung. Danach war nach gut 75 Minuten Schicht im Schacht und die Fangemeinde konnte zufrieden und ausgepowert die Heimreise antreten.

Setliste SLAYER:
Disciple
War Ensemble
At Dawn They Sleep
Fight Till Death
Mandatory Suicide
Hallowed Point
Dead Skin Mask
Seasons In The Abyss
Chemical Warfare
Hell Awaits
South Of Heaven
Angel Of Death
Postmortem
Raining Blood

Die "Unholy Alliance" war alles in allem eine runde Sache und beweist, dass es von Seiten der Fans auch noch genügend Toleranz gegenüber unterschiedlicher Musikrichtungen gibt. Hätte jeder Headliner allein gespielt, wäre der Besucherzuspruch sicherlich nicht so groß gewesen.

Redakteur:
Frank Hameister

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