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STEEL PANTHER - Neu-Isenburg

26.03.2014 | 09:31

10.02.2014, Hugenottenhalle

STEEL PANTHER legen im Rahmen ihrer "Spreading The Disease"-Tour einen Zwischenstopp in Neu-Isenburg ein und sorgen für Hormonausstöße bei ihren Fans.

STEEL PANTHER sind für mich ein Phänomen. Schon seit dem Jahr 2000 treibt das amerikanische Hair Metal-Quartett sein Unwesen. Was einst als reine Coverband im Viper Room zu Los Angeles unter dem Namen METAL SHOP begann, hat mittlerweile Dimensionen erreicht, wovon damals wohl niemals jemand zu träumen gewagt haben dürfte. STEEL PANTHER befinden sich auf ihrer zweiten Headliner-Tour in Europa und füllen mittlerweile auch hierzulande die Clubs und Hallen.

Bevor sich jedoch der Vorhang des Panthergeheges öffnet, dürfen die französischen Sleazerocker SLEEKSTAIN den Abend eröffnen, die schon im letzten Jahr bei der CRASHDIET-Tour den Vorturner machen durften. Die Franzosen wursteln sich mehr oder weniger souverän durch ihr Programm, gerade Sänger Ryff Raff stößt hier immer wieder an seine Grenzen. Leider zündet das Dargebotene live nicht ganz so wie auf Tonkonserve. Während die Bühnenpräsenz schon vorhanden ist, fehlt es der Formation noch ein wenig an Souveränität. Genrefreunde sollten auf jeden Fall mal das neue Album "Hard" antesten.

Setlist: My Friend Jack, Dead 'Til U Live, Baby, Gold, Girls & Guns, Call Me God, Hard Rain, Shoot

In der Umbaupause sticht das bunt gemischte Publikum sofort ins Auge. Hier ist alles vertreten, vom Metaller bis hin zum Banker in Leopardenspandexhose und Langhaarperücke ist hier alles vorzufinden. Nachdem dann alle aufblasbaren Gitarren gestimmt sind, erlischt das Hallenlicht und der Vorhang fällt.

Michael Starr und sein Mitstreiter eröffnen den Reigen mit "Eyes Of A Panther" und "Tomorrow Night". Auch wenn die Hugenottenhalle im Vergleich zu den meisten anderen deutschen Shows nicht ausverkauft ist, was sicherlich auch an der Größe der Halle liegen dürfte, ist die Stimmung von Anfang an sehr ausgelassen. Die große Bühne mit ihrem Aufbau, über dem Drummer Darren Leader alias Stix Zadinia mit seiner Schießbude trohnt, wird zum Spielplatz und Laufsteg für Lexxi Foxx und Satchel. Frontmann Michael Starr bevorzugt seine Position in vorderster Reihe und erweist sich mal wieder als wahre Plaudertasche. "Hello Neweisenburgh" schallt es überschwenglich von der Bühne. Der blonde Barde ist schon ordentlich heiß gelaufen und lässt seinen Hormonen freien Lauf.

Schon nach wenigen Sekunden wird recht schnell deutlich, weshalb der Zutritt zu den STEEL PANTHER Shows erst ab 18 Jahren gewährt wird. Im Großen und Ganzen dreht sich bei den Herren alles um das Thema "Beischlaf" und "sexuelle Befriedigung". Dass auch das Publikum bestens darauf eingestellt ist, zeigt sich beim folgenden Stück "Asian Hooker", als spontan aus dem Publikum eine aufgeblasene Gummipuppe auf die Bühne fliegt. Anhand dieser kann Starr den nach Unterhaltung lechzenden Zuschauern die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten veranschaulichen. Die Dame hat im weiteren Verlauf des Abends immer wieder ihren Einsatz. Wer's braucht...

Zwischendurch wird aber auch musiziert und mit "Party Like Tomorrow Is The End Of The World", "Gloryhole" und "The Burden Of Being Wonderful" finden auch die ersten neuen Stücke des im April erscheinenden Albums "All You Can Eat" den Weg ins Programm. Ich persönlich brauche für das neue Material noch ein paar Hördurchläufe, bevor ich mich über deren Qualität weiter auslassen möchte. "Community Property", "Turn Out The Lights", "Death To All But Metal" und der Rausschmeißer "Party All Day (Fuck All Night)" klingen da wesentlich vertrauter und werden entsprechend abgefeiert.

STEEL PANTHER bedienen sich sowohl optisch als auch musikalisch aller gängigen Klischees und versetzen die Zuschauer zurück in die goldenen 80er. Es wird keine Pose ausgelassen und auch das obligatorische Gitarrensolo darf nicht fehlen, dessen musikalischer Wert keiner näheren Beschreibung bedarf. Auch die passend zum Song "17 Girls In A Row" auf die Bühne zitierten Damen in mehr oder weniger knappen Outfits tragen zur kurzzeitigen Erheiterung bei, auch wenn keine der Damen - trotz mehrfacher Aufforderung - blankziehen möchte. Die deutschen Chicks sind wohl etwas zurückhaltender. Vielleicht sollten sich die Herren noch einmal die alten Videos von MÖTLEY CRÜE oder POISON anschauen und etwas Nachhilfe nehmen.

Alles in allem war es ein unterhaltsamer Abend. Mich persönlich nervte nur das ewige Gelaber, dass schon fasst DeMaio'sche Dimensionen annahm. Ich befürchte nur, dass schon in absehbarer Zeit der Stern von STEEL PANTHER wieder versinken wird, da der Verschleiß des Dargebotenen sehr groß ist. Bis dahin darf aber noch kräftig gefeiert werden!

Setlist: Eyes Of A Panther, Tomorrow Night, Asian Hooker,Just Like Tiger Woods,Party Like Tomorrow Is The End Of The World,Let Me Cum In,(Solo),Turn Out The Lights,Gloryhole,The Burden Of Being Wonderful,Gold-Digging Whore,It Won’t Suck Itself,Death To All But Metal,Community Property,17 Girls In A Row, Party all Day (Fuck All Night)

Redakteur:
Frank Hameister

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