STRATOVARIUS - Hamburg

11.02.2010 | 23:03

03.02.2010, Markthalle

STRATOVARIUS, DREAM EVIL, TRACEDAWN - drei grandiose Bands rocken die Markthalle!

Der Februar bringt schon zu Beginn ein ganz besonderes Konzert nach Hamburg: STRATOVARIUS! Im Gepäck hat die deutsch-finnisch-schwedische Combo die Power-Metal-Helden DREAM EVIL und die Youngsters TRACEDAWN. Kein Wunder, dass die Markthalle auch an einem Mittwoch gut gefüllt ist.

Nach ihrem selbstbetitelten Debüt veröffentlichten TRACEDAWN Ende August des vergangenen Jahres ihr zweites Album "Ego Anthem". Mit ihrem Hit 'In Your Name' starten sie schwungvoll ihren Auftritt – so schwungvoll, dass Bassist Pekka Heikkilä seinen Einsatz beim Background-Gesang verpasst und Sänger Antti Lappalainen seinen Text vergisst. Macht nichts, so ein Song kann nur abgefeiert werden! Und genau das tun die ersten Reihen auch. Weiter geht's mit 'Justice For None' vom Debütalbum, und jetzt hat sich der Sechser gefangen.

Die Jungs laufen wie immer viel über die Bühne und heizen das Publikum an. Mit 'Make Amends' und 'Dirt Track Speedball' werden zwei weitere Lieder vom aktuellen Album gespielt. Bei Letzterem zieht Pekka den Vergleich zur Fußballnation Deutschland. Schon jetzt zeigt sich ein technisches Problem, das bis zum Ende des Abends nicht ausgemerzt werden kann: Das Backgroundmikro auf der rechten Seite ist kaputt, Gitarrist Tuomas Yli-Jaskari nicht zu hören.

TRACEDAWN fordern die Anwesenden auf, ihnen zuzujubeln. Dieser Bitte kommen zwar nur wenige nach, aber immerhin wippen auch betagtere Herren in IRON MAIDEN-Shirts zur Musik der Finnen mit dem Kopf.

Nach 'Brain Attack' folgt ein kurzes Basssolo, wieder fordern die Jungs mehr Action. Sie selbst versprühen jedenfalls verdammt viel Energie, und langsam springt der Funke auch über. Mit 'Scum' und 'Without Walls' verabschieden sich TRACEDAWN. Leider erhalten sie nur mäßigen Applaus. Für diese Leistung hätten sie mehr verdient.

Unter tosendem Applaus betritt dafür die Band von Produzent Fredrik Nordström, hier als Ritchie Rainbow unterwegs, die Bühne. Die Mitglieder von DREAM EVIL haben interessante Pseudonyme. Ihr Power Metal trifft voll den Geschmack des Publikums, und so ist vor der Bühne schon richtig viel los.

Die Anwesenden gehen bei den Songs, die sich vornehmlich um Heavy Metal drehen, gut mit. Und DREAM EVIL machen richtig Spaß! Ritchie aka Fredrik hat zu Beginn des Auftritts irgendwas auf der Stirn kleben. Nick pflückt es irgendwann ab. Als er dem zweiten Gitarristen Dannee Demon das Mikro hinhält, singt dieser Playback mit einer Frauenstimme.

Die Band nutzt viele Symbole: Nick trägt beispielsweise einen Stern auf dem Shirt und Ritchie schmückt natürlich ein Regenbogen. Die Mannen bewegen sich zwar nicht so viel wie TRACEDAWN, sind aber auch keineswegs statisch, was auch daher kommt, dass Nick keinen Mikroständer benutzt. Sie haben sichtlich Spaß, posen ein bisschen rum und genießen den Jubel. Nur als Pete Pains Bass-Amp ausfällt, weiß Nick das Publikum nicht gut zu unterhalten, sondern kommentiert nur das Geschehen. Da es länger dauert, bis die Technik wieder funktioniert, beschließen DREAM EVIL, ohne Bass weiterzuspielen. Nicks Statement: "Wer kommt schon zu einem Konzert, um den Bassisten zu sehen?" Zwei Songs später ist das Problem gelöst, und die Schweden zocken ihren Gig in voller Besetzung zu Ende.

Dann ist es endlich so weit: STRATOVARIUS kommen zu den Klängen von 'Destiny' auf die Bühne. Aber werden sie wirklich die vollen zehn Minuten dieses Überhits spielen? Sie werden!

Die Bühne ist in atmosphärisches, blaues Licht getaucht. Schlagzeuger Jörg Michael kommt als Erster auf die Bretter und tobt sich gleich richtig aus, darauf folgen nacheinander die übrigen Bandmitglieder, bis schließlich Timo Kotipeltos Einsatz kommt. Mit 'Hunting High And Low' feuert der Fünfer gleich die nächste Granate ab, die vom Publikum kräftig mitgesungen wird. Anschließend fragt Timo auf Deutsch "Wie geht's?" und stellt auf Englisch den neuen Gitarristen Matias Kupiainen vor. Mit 'Speed Of Light' geht es gleich weiter.

Timo gibt den Fans in den vorderen Reihen die Hand, und Bassist Lauri Porra stellt sich auf das Schlagzeugpodest. Wenn er vorne steht, zieht er häufig Grimassen und lässt sich auf kleine Spielereien mit den Fans ein. Wie gesagt, das Mikrofon für die Backing Vocals ist hinüber, was vor allem bei 'Kiss Of Judas' auffällt. Es folgt ein von Matias geschriebenes Lied: 'Deep Unknown'. Die Fans nehmen das neue Material gut an, die Erleichterung darüber ist der Band anzusehen.

Weiter geht die Party mit 'Million Light Years Away', bei dem das Publikum sogar die Keyboardmelodie mitsingt. Danach kommen die Anwesenden in den Genuss einer Seltenheit: Es folgt ein Keyboard-Bass-Duell. Ausnahmekeyboarder Jens Johansson spielt Bachs 'Love Never Fails' an, Ausnahmebassist Lauri stimmt mit ein. An 'Winter Skies' vom aktuellen Album "Polaris" schließt sich außerdem ein Gitarren-Bass-Duell an. Wer hier der Sieger ist, vermag ich nicht zu sagen. Ein gigantisches Schauspiel! Danach dürfen beide noch ein Solo spielen.

Bei der nächsten Nummer 'Forever Is Today', ebenfalls von "Polaris", animiert Timo die Fans zu mehreren La Olas. Nach 'Paradise' und dem Höhepunkt 'Eagleheart' ist erst mal Schluss. Doch nach wenigen Augenblicken kommt Timo mit dem Satz "You are still here?" wieder auf die Bühne.

Die Ballade 'Forever' wird ohne Bass und Schlagzeug dargeboten, für 'SOS' kommen Jörg und Lauri aber wieder dazu. Keyboarder Jens ist mit einem Solo dran, bis das Konzert mit 'Black Diamond' seinen Abschluss findet.

STRATOVARIUS nach der Tolkki-Ära funktionieren prächtig! Die lustlosen Gigs sind vorbei, die Truppe zockt ihre Songs mit enormer Spielfreude und reißt das Publikum mit. Die neuen Songs fügen sich gut in das Gesamtbild ein und stehen den alten Hits in nichts nach. Hoffen wir, dass es mit STRATOVARIUS in dieser starken Formation noch lange weitergeht.

Setlist:
Destiny
Hunting High And Low
Speed Of Light
The Kiss Of Judas
Deep Unknown
Million Light Years Away
Winter Skies
Phoenix
Forever Is Today
King Of Nothing
Paradise
Eagleheart
Forever
SOS
Black Diamond

Redakteur:
Pia-Kim Schaper

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