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Samsas Traum - Hamburg

05.10.2011 | 14:50

29.09.2011, Markthalle

Der Käferkönig verabschiedet sich eindrucksvoll.

Alexander Kaschte kommt nicht nur mit seiner Hauptband SAMSAS TRAUM in die Hamburger Markthalle, sondern bringt als Support sein Nebenprojekt WEENA MORLOCH mit. Die perfekte Gelegenheit, beide Bands noch einmal in Aktion zu sehen, denn Herr Kaschte hat angekündigt, keine Live-Auftritte mehr zu spielen. Entsprechend voll ist der Saal, jedoch muss niemand Platzangst haben. Mit einem überlangen Intro und vielen Lichteffekten entern Alex und seine Band die Bühne. Eine weitere Besonderheit: Die Electrobeats werden durch ein echtes Schlagzeug ergänzt – eine echte Bereicherung für den Sound, vor allem beim abschließenden 'Wasser'. Doch schon beim Opener 'Nacht der stumpfen Messer' geht ein Teil der Zuschauer gut ab. Kaschte gibt in Zwangsjacke den Irren und heizt die Menge kräftig an. Die politische Botschaft versteht bestimmt nicht jeder, teilweise ist das Publikum auch einfach noch zu jung. Dennoch dürfte das Projekt nach einem starken Auftritt mit einer motivierten Band einen ordentlichen Aufmerksamkeitsschub bekommen.

Nach einer kurzen Umbaupause, während der ein andere Backdrop aufgezogen wird und Kaschte sich umzieht, kommen die Musiker erneut, etwas gelöster und umjubelnd in den Saal. Kaschte entschuldigt sich zunächst für die "schlechte Vorband, deren Frontmann ihm mittlerweile mit seinen politischen Texten auf den Sack geht." In der Folge spielen SAMSAS TRAUM einen Querschnitt ihrer Veröffentlichungen. Die Fans in den vorderen Reihen feiern richtig und fordern immer wieder 'Kugel im Gesicht'. Doch zunächst müssen sie mit 'Ein Name im Kristall', 'Wenn schwarzer Regen', 'Endstation Eden' und dem umstrittenen 'Heiliges Herz' vorlieb nehmen – macht auch nichts.

Speziell vor letzterem fragt Kaschte, ob vor ein paar Jahren jemand die Show gesehen hätte, bei der dieses Album in voller Länge gespielt wurde. Es wundert ihn nicht, dass sich kaum jemand meldet, schließlich habe er anschließend Hassmails bekommen, er habe seinen Stil verraten. Eine starke Neuerung ist natürlich das Schlagzeug, das vorher per Drum Computer eingespielt wurde. Doch auch bei SAMSAS TRAUM wertet es die Musik stark auf.

Schade ist nur, dass Alex live nicht growlen kann, was gerade bei 'Für immer' stört. Zwischendurch scheint seine Stimme auch nachzulassen, doch nachdem er mit Whisky gegurgelt und fleißig Gläser im Publikum verteilt hat, läuft's wieder. In den Liedpause stellt Kaschte seine Ehrengäste vor: Ein Edelfan, der zu jedem Konzert kommt und einen Ruhepol darstellt, weil er immer an derselben Stelle steht, ein Mädchen, dem er von ihrem Vater Grüße ausrichtet, usw.

Selbst die Umbrüche zwischen Liedern wie 'Stromausfall im Herzspital' und härteren Nummern wie 'Im Zeichen des Wurms' fallen gar nicht auf, die Stimmung ist durchgehend super: Bei jedem Song klatschen die Fans, tanzen, feiern und feuern SAMSAS TRAUM an. Zu 'Die Zärtlichkeit der Verdammten' erreicht die Party ihren Höhepunkt und der ganze Saal tanzt. Zum Ende beim lang ersehnten 'Kugel im Gesicht' hin fordert Kaschte eine Wall Of Death von vier Ecken aus – und irgendwie passt selbst das.

Nach einem langen Auftritt verabschieden sich SAMSAS TRAUM aus Hamburg. Ob sie wiederkommen werden, ist ungewiss. Zumindest erscheint Ende des Jahres ein neues Album. Frühere und neue Fans der Band sollten die Chance nutzen, sie noch einmal zu sehen, denn sie ist stark wie nie! Oder versuchen, sie aufs Wacken Open Air zu voten, denn wenn Kaschte "seinen Arsch noch einmal auf eine Bühne bewegt", dann dort.

 

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Redakteur:
Pia-Kim Schaper

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