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Sodom - Bochum

21.03.2011 | 08:20

17.02.2011, Zeche

Im Quasi-Heimspiel von Herrn Angelripper und Co. zeigen die Veteranen, wo der Thrash-Hammer hängt.

SODOM mit Heimspiel? Beinahe - machen die Kult-Thrasher aus dem nicht weit entfernten Gelsenkirchen doch bei fast jeder Deutschland-Tour einen gewaltigen Stopp in der Bochumer Zeche. Mit an Bord nehmen Tom Angelripper und seine Mannen diesmal die Schweden von DIE HARD, sowie einen sich stets wechselnden, lokalen Support-Act.

Aufgrund eines Nerven aufreibenden Berufsverkehrs im Herzen des Kohlenpotts, ist es mir leider nicht vergönnt, den Opener WORTMORD sehen zu können. Weil der ehemalige SODOM-Klampfer Grave Violator die Heavy-Thrasher mit seinen Riffs unterstützt, wäre der Auftritt sicherlich mehr als interessant geworden.

So komme ich jedoch zu der eher zweifelhaften Ehre die zweite Vorgruppe von Beginn an zu vernehmen. Die Schweden von DIE HARD können beim Bochumer Publikum jedoch beim besten Willen nicht zünden. Somit gibt es nach einer dreiviertel Stunde auch eher spärlichen als frenetischen Beifall. Die Songs der Truppe - irgendwo zwischen rasantem Black Metal und äußerst tiefem Thrash-Metal angesiedelt - wirken sehr monoton und teilweise langweilig. Beim besten Willen: da wurden die SODOMisten schon von wesentlich besseren, druckvolleren und agiler wirkenden Truppen unterstützt. Ein Anheizer sieht wesentlich anders aus.

Mit dem Intro des bärenstarken "In War And Peaces" verdunkelt sich die Bühne und SODOM betreten das Schlachtfeld. Bereits zu Beginn legen Tom, Bernemann und Makka, der neuen Mann hinter der Schießbude, los wie die Feuerwehr. Mit dem eröffnenden Titeltrack der aktuellen Abrissbirne wird das Publikum für den bisher eher mäßigen Abend entschädigt. Das Thrash-Trio staunt derweil nicht schlecht, wie textsicher die Zeche den neuen Song mitgrölen kann. Mit 'Sodomy And Lust', sowie dem Nackenbrecher 'M16' steigt die Stimmung kontinuierlich und auch Onkel Tom himself verteilt sichtlich gut gelaunt seine Biere und Sprüche an die ersten Reihen. Der eben angesprochene Neuzugang im SODOM-Camp macht derweil seine Sache ordentlich, kann Aussteiger Bobby Schottkowski dennoch nicht ganz vergessen lassen.

Unterhaltsam brettern 'Outbreak The Evil', sowie das mächtige 'The Saw Is The Law' über die Bühne, ehe SODOM auch dieses mal unter Beweis stellen, dass der Spaßfaktor bei ihren Auftritten hohe Priorität genießt: Unzählige SODOMisten widmen sich, auf ausdrücklichen Wunsch des Trios voll und ganz dem Stagediven. Diese nutzen Angelripper und Co. in der Zwischenzeit und eröffnen einen Contest, welcher Thrasher am elegantesten von der Bühne klatschen kann. Das gefällt sowohl der Band, als auch den Divern an sich, auch wenn die Security dadurch jede Menge Arbeit hat.

Nach einigen amüsanten Stürzen geht es schließlich mit 'Nuclear Winter' und dem obligatorischem 'Der Wachturm' im SODOM-Programm weiter: Mit dem Titeltrack und 'The Art Of Killing Poetry' schaffen es allerdings nur zwei neue Songs in das Repertoire. Als schlechte Idee entpuppt sich das Ganze wahrlich nicht, bleibt somit mehr Spielzeit für All-Time-Klassiker der Marke 'Blasphemer', 'Agent Orange' oder das nimmermüde 'Ausgebombt'.

Generell kann man nichts an der Setlist der Ruhrpott-Thrasher aussetzen, die im Übrigen von den Fans via Voting auf der Bandhomepage selbst zusammenstellen wurde: Jedes Album ist vertreten, jede Zeile und Strophe wird vom Publikum lautstark mitgesungen und beinahe kein Klassiker außer dem lautstark geforderten 'Die Stumme Ursel', sowie 'Aber Bitte Mit Sahne' wird vernachlässigt. Dies, gepaart mit einer spielfreudigen Thrash-Legende, einer bestens gelaunten Fanschar und einem drückenden, sauberen Sound, verwandelt den Auftritt zu einem besonderen Erlebnis. Das gern gespielte 'Ace Of Spades' beendet derweil den Hauptblock, ehe Tom Angelripper nach wenigen Augenblicken 'Napalm In The Morning' ins Mikro keift und somit die Zugabe einläutet.

Hiernach wird mit 'Remember The Fallen' und 'Bombenhagel' der nicht ausverkauften Zeche noch einmal alles abverlangt. Jene dankt es SODOM mit nicht enden wollenden Schlachtrufen. Jeder im Saal hat an diesem furiosen und lauten Abend seinen Spaß: Die Band, die Crew und nicht zuletzt das Publikum.

Setlist SODOM:

In War And Pieces
Sodomy And Lust
M-16
Outbreak Of Evil
The Saw Is The Law
Nuclear Winter
Proselytism Real
Der Wachturm
City Of God
Eat Me!
The Art Of Killing Poetry
Blasphemer
The Vice Of Killing
Agent Orange
Ausgebombt
Ace Of Spades (MOTÖRHEAD Cover)
Napalm In The Morning
Remember The Fallen
Bombenhagel

Redakteur:
Marcel Rapp

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