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Subway To Sally/Bloodflowerz - Neustadt (Orla)

09.04.2002 | 14:24

06.04.2002, Wotufa

Zum 10-jährigen Bühnenjubiläum haben sich die Sub's dazu entschlossen an Orte zurück zu kehren, wo sie schon eine Weile nicht mehr gespielt hatten. So kam auch das beschauliche Neustadt an der Orla im schönen Thüringen mal wieder in den Genuss eines Konzertes. Zu meinem Erstaunen sorgte dies aber nicht dafür, dass die Halle (Kapazität ca. 800 Leute) aus allen Nähten platzte, wie es z.B. im Ruhrpott sonst immer der Fall ist, sondern die Wotufa war nur etwa zu zwei Dritteln gefüllt.

Ins Vorprogramm hatte man diesmal die BLOODFLOWERZ gepackt, die bereits auf der ANATHEMA-Tour einen guten Eindruck hinterlassen hatten und diesen mit dem sehr guten Debüt "Diabolic Angel" (s. CD-Review: http://www.powermetal.de/cdreview/review-1401.html ) nochmals untermauern konnten. Die Kritik, die ich nach dem Gig in Bochum (s. Live-Review: http://www.powermetal.de/konzert/konzert-220.html) angebracht hatte, schien zudem auch seine Wirkung gezeigt zu haben. Denn neben Bassist Jojo rockten nun auch die Gitarristen Nille und Markus deutlich mehr los und bangten auch schon mal ordentlich zu flotteren Tracks wie dem Opener "Fatal Kiss". Sehr schön! Leider wurde dies vom Neustädter Publikum nicht wirklich honoriert. Das Publikum stand eher gelangweilt rum und es gab nur wenig Applaus. Das dies nicht an der Qualität der Musik liegt, war einige Tage zuvor in Essen deutlich zu sehen, wo die FLOWERZ doch schon einige Köpfe zum Bangen und so ziemlich jeden zum Applaudieren brachten und am Ende gar vereinzelte "Zugabe"-Rufe ernteten. Viel mehr könnte es am dumpfen Sound gelegen haben oder schlicht und einfach am ziemlich ignoranten Publikum. Denn Songs wie das eingängige "Ablaze" (wo passend zur Textzeile "keep the fire ablaze" ein einzelnes Feuerzeug im Publikum brannte ;-)), das epische "Tears Of The Night", die Single "Diabolic Angel" oder das abschließende "Lovesick" dürften eigentlich jeden Fan von rockig-düsterer Musik begeistern. Und davon dürfte es ja schon einige unter den STS-Fans geben. Die Band beeindruckte dies wenig und sie zogen ihren Gig konsequent durch. Kirsten verpasste den Songs die nötigen Emotionen und machte diesmal auch zwischen den Songs mit charmant-witzigen Ansagen eine gute Figur. So ist recht. Insgesamt war der Gig in Essen zwar noch ein Ticken besser, aber das lag viel mehr an den Rahmenbedingungen (viel besseres Publikum, deutlich besserer Sound) als an Kirsten & co., die das Beste aus der Situation machten. Ein runder Auftritt einer Band, die auf dieser Tour eine Menge neuer Fans gefunden haben dürfte. Um sich davon zu überzeugen, reicht schon ein Blick ins Gästebuch auf der HP der Band (http://www.bloodflowerz.de). Well done!

Während die Sub's ihr 10-jähriges Bühnenjubiläum feierten, sah ich sie an diesem Tag zum 10. Mal. Und ich hatte auf eine sehr ungewöhnliche Setlist gehofft, die auch mal wieder Songs aus den ganz frühen Tagen wie "An der Zeit" vom Debüt oder "Arche" von "MCMXCV" gehofft. Allerdings hielt die Setlist weniger Überraschungen bereit als erhofft. Es gab die üblichen Highlights wie "Kleid aus Rosen", "Henkersbraut", "Ohne Liebe", "Mephisto", "Der Sturm", "Die Hexe", "Grabrede" etc., die bei keinem Gig mehr fehlen dürfen. Klar, Songs wie "Sanctus", "Kruzifix" oder "Der Vagabund" wurden schon eine ganze Weile nicht mehr gespielt, aber ein bisschen mehr Überraschungen hätte ich mir schon gewünscht. Auch war der Einstieg mit der neuen – und in meinen Ohren immer noch nicht gefälligen – Version von "Sag dem Teufel" und "Tag der Rache" nicht besonders glücklich gewählt. Das Publikum blieb relativ verhalten und taute erst beim folgenden "Henkersbraut" auf. Gut, in Essen war die Stimmung wieder von Beginn an auf dem Siedepunkt und die Crowd war eine einzige wogende Masse mit diversen Surfern, aber in Neustadt wollte der Funke nicht so recht überspringen. Aber auch hier denke ich, dass einfach die Mentalität der Fans so unterschiedlich ist. Zumindest war dies der erste STS-Gig, den ich gesehen habe, wo die Fans nicht vorher schon wenigstens einmal "Die Räuber" angestimmt haben. Merkwürdig. Dabei war die Band engagiert wie immer. Vor allem Sugar Ray Rounge (b.) kam diverse Male von seinem Podest runter und bangte freudig am Bühnenrand. Definitiv ein Bild mit Seltenheitswert. Diese Spielfreude kann man von Simon, Bodenski und Fish immer erwarten und bekommt sie auch immer geboten. Schon nach 75 Minuten war dann der reguläre Set beendet, aber wer STS kennt, weiß, dass sie Zugaben lieben und so gab es noch 45 Minuten oben drauf. Insgesamt ein guter Gig, dem allerdings ein wenig die brodelnde Atmosphäre der bisher erlebten Konzerte fehlte und sich damit mit Platz 10 in meinen ewigen STS-Konzert-Charts begnügen muss ;-). Trotzdem war es immer noch besser als 90% dessen, was man sich sonst ansehen darf. Ganz klar, STS darf man sich immer wieder ansehen.

Redakteur:
Peter Kubaschk

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