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Sziget 2004 - Budapest

02.08.2004 | 12:45

04.08.2004, Obudai-Insel

Spannung, Rock'n'Roll und Naschen in Ungarn. Spannung? Wieviel Fans kommen diesmal in der Zeit vom 4. bis zum 11. August auf die Obudai-Insel in Budapest. Beim nunmehr 12. Sziget-Festival, das in diesem Jahr mit über 1.000 Programmpunkten an über 60 Veranstaltungsorten stattfindet, werden wieder mehr als 350.000 Besucher erwartet. Womit die Sache mit dem Rock'n'Roll schon geklärt wäre: Bands wie IN FLAMES oder DIE ÄRZTE treten auf, aber auch die PET SHOP BOYS und SAXON. Und Naschen: Bei Bierpreisen um die 70 Cent bleibt keine Kehle trocken. Uwe Hofmann, Antje Schlaf, Stefanie Rudolph und 'Organiser Of Chaoz' Henri Kramer stellen sich der Herausforderung, täglich lest ihr in diesem Online-Tagebuch ihre neuesten Erlebnisse beim größten und längsten Festival Europas...

Gerade ist Packzeit... in Erwartung einer 10-Stunden-Fahrt in der größten Hitze... Yeah!


1. Tag:

17.53 Uhr, es ist warm in Ungarn. Unter der brennenden Sonne über Budapest stapelt sich auf einer mittelgroßen Insel die partysüchtige Jugend des guten alten Europas. Viele haben lange Fahrten hinter sich, unsere 10-Stunden-Exkursion sitzt noch in den Knochen und als Schweiß in den Shirts. Die Preise haben sich dieses Jahr zwar um etwa 20 Cent pro Artikel erhoben, aber mit einem Euro pro Bier und eins-fünfzig pro Pizzastück lässt es sich dennoch aushalten. Eine von rund zwanzig größeren Stages ist die Metal-Bühne, dort ist der Alkverbrauch natürlich am höchsten. Das ist bei Bands wie GUTTED vermutlich auch nötig, die Ungarn klangen heute gegen 16 Uhr wie eine Mischung aus Klospülung und billigem Grindcore aus der örtlichen Fäkalentsorgungsstation. Würgs. Doch bald wird es soweit sein: SEAR BLISS und die legendären PET SHOP BOYS auf der Hauptbühne. Dazu Bier und der Hauptspruch hier (in Lautschrift): Egge Schegettre = Prost.


Ich habe die PET SHOP BOYS gesehen und ich lebe noch immer...

Wie ein Sturm fegte die Kapelle mit Front-Quäke und Halbglatzenträger Neil Tennant von der Hauptbühne herunter über die Massen. Ich hätte nie, niemals vermutet, dass es überhaupt Fans dieser Band gibt, dachte, sie stände nur zur allgemeinen Belustigung auf dem Billing. Doch nee, die Leute feierten, als gäbe es schon an Tag eins des Sziget kein Morgen mehr. Da ließ sich auch der bekennende Metal-Head nicht lange bitten, Luftgitarre im Anschlag und ab das Ding... Selbst die Blasphemie, gerade wissentlich CANNIBAL CORPSE zu verpassen, fiel in dem Moment nicht mehr wirklich auf.

Außerdem hatten vorher schon SEAR BLISS den Abend so metal-mäßig wie möglich eröffnet. Beim Auftritt der Ungarn brannte die Luft in rasenden Black-Metal-Farben, himmlische Posaunentöne machten das Höllenspektakel noch teuflischer. Irgendwann stand dann auch noch Ungarns Black-Metal-Urgestein Attila Chizar (Ex-MAYHEM, Ex-TORMENTOR, ABORYM usw.) auf der Bühne und keifte seinen Teil dazu. Genial!

Und nun: Ende. Mehr als eine halbe Stunde Online-Zeit pro Tag gibt es nicht. Außer man stellt sich noch einmal an dem kostenlosen Internet-Zelt an, in dem ich gerade sitze. Wie, häh?! In der Tat gibt es hier ein rieseiges Zelt, in dem jeder, der sich anstellt, genau eine halbe Stunde lang surfen darf. Absolut gratis und in Deutschland absolut unvorstellbar. Ähnlich unvorstellbar ist für den Wacken und Rock am Ring-geschädigten Typ schon das Gelände an sich: Freies Areal, kaum Security, keine Zäune, hin- und her peilen zwischen den 60 Bühnen und hunderten Ständen, Discos und Bars... That's Entertainment!

(Henri Kramer)


Hier die Zusammenfassung des ersten Tages von Antje Schlaf:

Gestern war erstmal ausschlafen, frühstücken und Lage checken angesagt. Obwohl wir uns vorgenommen haben uns einen ersten Überblick zu verschaffen, wird man von die zahlreichen nicht-musikalischen Angeboten überwältigt. Witzige Geschicklichkeitsspiele, leckere duftende Essereien und natürlich auch ein Arany Aszok (das Bier hier, etwas wässrig, aber ok) verführen zum Verweilen. In den Bann zog uns auch eine Karaokebühne, auf der Punker zu ungarischen Volksmusikhelden werden und man in voller Überraschung ein stimmlich perfektes Elvis- und Cranberries-Imitat erlebt.
Nach der Hälfte der Insel ist es 18 Uhr und die Bereitschaft zu einem
ersten musikalischen Event ist da. Auf der Hauptbühne kommt ein kraftvolles Intro von Jimmy Page, doch dann tauchen die SUGARBABES auf und nach spätestens zwei Liedern zieht es einen dann doch schnell weiter. Und zwar zur World-MusikBühne zu LHASA aus Kanada. Bekannt ist sie als mexikanische Billy Holiday, Edith Piaf, Tom Waits und Jacques Brel. Ihr Gesang zu Instrumenten wie Kontrabass, Cello und Klavier reicht vom französischen Chanson über mexikanische und osteuropäische Folkore bis hin zu einer erwachsenen Björk. Je nach Lied am besten zu geniessen bei Abendsonne in Trance auf dem Hügel liegend (da ist auch wirklich einer davor) oder wild tanzend in der Menge.
Was die guten alten PET SHOP BOYS gemacht haben, könnt ihr ja beim Henri lesen. Die lange Reise lag auch uns in den Knochen und einige Aranys kamen auch hinzu. Deshalb lagen wir schon recht zeitig in den Zelten (direkt an dem schönen Donaustrand). Zeit im (Internet-)Zelt ist zu Ende und so endet auch der Bericht. Bis Morgen.

(Antje Schlaf)


Nun meldet sich auch der Uwe Hofmann zu Wort:

Da ich schon längere Zeit wieder mal auf ein geiles Festival wollte, hab ich mir gleich eines der größten in Europa ausgesucht, das Sziget in Budapest, Ungarn.
Gestern war nichts anderes mehr möglich als mich von der stupiden Anfahrt zu erholen und mein Zelt an einem schattigen Platz in den Boden zu rammen. So bin ich heute früh, was halt früh auf einem Festival ist, losgezogen, um zu wissen, auf was ich mich eingelassen hab. Das Gelände ist riesig, umrandet von der Donau und ähnlich einem Park. Die rund 60 Partyorte, davon 30 Bühnen mit wechselndem Programm sind zwischen vielen Bäumen lose verteilt - dazu kommen noch Bars, Infostände und Marktbuden. Und dadurch bekommt man nicht das Gefühl eine kleine Figur auf einem symmetrischen Schachbrett zu sein, wie bei manchen Festivals in Deutschland. Die 100.000 Leute sind mir daher gar nicht so bewusst. Zu der einzigartigen und relaxten Atmosphäre tragen auch kleine Details wie die 100 aufwendig selbstgebastelten Lampions bei, die die Wege flankieren.
Nach drei Stunden hab ich den Rundgang abgebrochen. Sehr geil! Jetzt das erste Bier, schliesslich wollte ich mich nicht wie heute früh anpöpeln lassen, weil ich Milch rumstehen hatte, für meinen Kaffee.
Abends hatten wir die bekloppte Idee uns die PET SHOP BOYS anzutun. Nach 30 Minuten hab ich hinter den beiden Peties auch Gitarristen entdeckt. Schöne Deko. Bei sowas gibt's zwei Möglichkeiten: extatisch mitmachen oder wegrennen. Das haben wir auch nacheinander getan.
Auf zu den XO-GENTLEMEN, eine von vielen ungarischen Bands, die als Mischung aus RAGE AGAINST THE MACHINE und BEASTIE BOYS gelobt wurden, haben mich nicht vom Hocker gerissen. Egal. Nach diesem ersten Tag weiß ich, dass ich hier eine geile Zeit haben werde, der unzählichen Bands wegen, der vielen Leuten aus fast allen Stilrichtungen oder auch nur wegen der Alkoholleichen, die sich durch die Kante welzen.

(Uwe Hofmann)


2. Tag:

Hier wieder ein Bericht aus der nicht so metalbasierten Sicht zum Sziget.
Am zweiten Tag stand die Erkundung der restlichen Insel auf dem Programm. Ab und zu kommt man an kleinen Bühnen vorbei und wird zum Verweilen und Berieseln lassen verschiedenster Musikarten eingeladen. Zwischendurch auch eine Reggae-Band, deren Mucke zwar recht nett war, aber leider ohne jeglichen Enthusiasmus vorgetragen. Sehr zu empfehlen ist Langos, ein ungarisches Nationalgericht (etwa so groß wie eine kleine Pizza, Teig in Öl gebacken, darauf eine Creme aus Joghurt, Knobi und Käse). Da ansonsten das Essen doch recht teuer ist, waren wir im nicht weitgelegenen Discounter um uns grundzuversorgen. So etwas Krasses ist in Deutschland nicht zu finden. Zum Verlaufen groß, riesige Regale, es gibt schlicht alles, was man will - vom normalen Supermarktangebot bis hin zur Fotoausrüstung, selbst Radeberger gibt es und der Old Amsterdam kostet vier Euro, nicht zu vergessen sind die zwanzig Kassen.
Später erlebten wir mit wahrscheinlich 15.000 Anderen ein Konzert von der Frau "la mas sexy", Omara Purtuondo, zugehörend zum Buena Vista Social Club. Circa 15 Musiker betreten die Bühne und man wird vom Charme, der Gelassenheit und dem kubanischen Flair erfasst. Aber nicht nur Omara, auch die anderen Musiker verzaubern mit ihren Künsten (Bsp.: ein circa zehnminütiges Gitarrensolo, teilweise hinter dem Kopf gespielt oder ein wildes Geigensolo). Geschafft sah man Omara während langen Stücken auf einem Sessel neben der Bühne ausruhen. Waren diese vorbei, kam sie wieder völlig entspannt und mit einer Ausstrahlung wie nie zuvor tänzelnd auf die Bühne und legte mit ihren 74 Jahren immer wieder flotte, heiße Tänze hin. Im Vergleich zu Buena Vista Social Club als Ganzes oder Ibrahim Ferrer im letzten Jahr hat Omara natürlich den gleichen Musikstil, bringt aber doch etwas Eigenes. Vielleicht etwas ruhiger, aber nicht minder faszinierend und energievoll. Da war sogar BUSTA RHYMES (zur gleichen Zeit auf der Hauptbühne) außer Konkurrenz, obwohl ich mir diesen verdammt coolen Typen mit dem riesigen Mund gerne mal gegeben hätte. Fassungslos standen nach zwei Zugaben sogar die Musiker da. Man nimmt einen Kuss kubanischer Wärme entgegen und versucht ihn so lange inne zu halten wie möglich. Mögen Omara und der Rest des B.V.S.C. der Welt noch lange erhalten bleiben!

(Antje Schlaf)


HARHAR, hier ist die Hölle los. Tag zwei brachte Erkenntnisse ganz eigener Art.

BLOODHOUND GANG
- der Bassist macht beim Auftritt Trichtersaufen mit ner Pulle Jägermeister
- der Alk eignet sich ebenso dazu ins Publikum geschossen zu werden, Wasserpistolen fetzen eben...
- der MTV-Moderator von Jackass kommt auch noch auf die Bühne und blödelt rum
- die Jungs haben definitiv etwas gegen George W. Bush...
- 'The Roof Is On Fire' ist ein geiler Song und der Höhepunkt einer coolen Show...

Andere Einsichten ins Leben vermitteln da CHILDREN OF BODOM
- eine Luftgitarre ist für das Beschauen dieser Band ideal
- über die Leinwand neben der Metal-Bühne laufen ständig SMS, die die Jungs anfeuern
- Drumsoli und ellenlange Gitarrenalleingänge können nerven
- ansonsten ist die Show geil, die Jungs werden von den ungarischen Fans abgefeiert, es ist eine Pracht...

Zum Schluss des zweiten Tages waren dann noch die FREESTYLERS in der völlig vollen WAN2-Stage... Krasse Lichtshow und ebenfalls eine Leinwand... so mit Amöben, die durchs Bild krabbelten... dahinter schimmerten die Musiker... naja, eher DJs... die FREESTYLERS entpuppten sich nämlich als Tekkno-Rap-Mixtur... bis auf die tolle Show leider sehr tanzunintensiv... Zum Glück gibt es aber noch genug Bars, die das Tanzbein mitschwingen lassen... Und flirten: Die Antwort des Tages: "Can I vorstellen dir my husband..." :-)

(Henri Kramer)


Die erste Bürgerpflicht heute war das Chill-out-Zelt und uns extrem lang zu machen. Die Gefahr besteht wegen der weichen Kissen und der smoothen Mugge sich hier nicht mehr erheben zu können. Noch einen Cocktail und der Nachmittag ist verdöst, wie uns einige mahnende Exemplare zeigten.
Nach einigen Irrungen durchs Gelände haben wir uns zur BLOODHOUND GANG verabredet. Schließlich ein Muss. Da rockt die Scheisse fett. Und der Frontmann hat das getan, was er am besten kann: ordinär sein.
Unser nächster Trip: die Wan2-Stage, eines der großen Zelte, in dem Dance, House u.ä. live geboten wird. Das abhotten war nicht lang, denn als wir nach draußen gingen, war dort quasi Winter. Eigentlich hätten wir in abfließenden Schweiß waten müssen.

(Uwe Hofmann)


3. Tag:

Heute bis jetzt chillen, wieder einkaufen und Donaubaden bis 18 Uhr. Danach PINK FLOYD-Coverband. Die Hits kommen und mit der Dämmerung auch die Stimmung. Soundtechnisch PINK FLOYD natürlich nicht würdig, aber alles in allem trotzdem sehr ok. Die Leute wollten sich nicht richtig zwischen Sitz- und Stehkonzert entscheiden. Gleich steht noch THE GATHERING bzw. FUN LOVIN CRIMINALS auf dem Programm. Mal sehen, was der Abend noch so bringt. Bis morgen.

(Antje Schlaf)


Und dann der Tag drei... Budapest-Besuch... Fazit: Eine verblühte Schönheit schimmert durch, doch eben leider verblasst alles unter gigantischem Verkehrslärm und dreckiger Luft. Definitiv keine Stadt zum Wohnen - da wäre die Auto-Neurose schon so gut wie sicher...

Abends dann THE GATHERING: Wunderschön, Annekes Schwangerschaft war noch kaum zu sehen. Dafür besitzt diese Frau eine Stimme wie eine Göttin, die Ungarn sind samt und sonders begeistert. Die Setlist konzentriert sich auf die neuen Sachen, trotz Metal-Stage ist das Ganze erstaunlich ruhig - aber eben wundervoll entspannend... Genial!

Und dann: Disko!!! Alternative, Metal, Hip Hop, Tekkno, alles... Jede Bar der Insel zieht tanzwütige Kunden an sich heran, die Sachen gewinnen eine Eigendynamik ohne Grenzen. Abgehen bis acht Uhr ist da Pflicht!!!

(Henri Kramer)


Essen bei den "Hare Krishnas": Nur Spende notwendig, vegan, lecker und dazu im Hintergrund rockige Musik der selbigen Gemeinschaft. Man hört immer wieder den selben Text zu verschiedensten Musikstilen (von Hardcore bis Punk).
Freitag war einfach zu viel gleichzeitig. Erst ein Teil THE GATHERING, das Zelt war voll, die dunkle Masse war begeistert. Ausführlicher siehe Henri. Dann schnell zu gleichzeitig auf der Hauptbühne spielenden FUN LOVIN CRIMINALS. Nach den ersten zwei Liedern fragte ich mich, wie ich letztes Jahr dazu so abgehen konnte. Aber danach wurden meine Erwartungen doch nicht enttäuscht und die Massen tobten. Gleich anschließend gab es einen kurzen Spurt zur Theaterbühne, weil das Bild im Programmheft eine interessante Vorstellung zu versprechen schien. Angekommen auf dem voll besetzten Zuschauenhügel boten sich uns wichtig umherspringende und auf dem Boden wälzende Tänzer dar, ein tieferer Sinn war für mich allerdings nicht erkennbar. Für mich eindeutig einen Tick zu modern. Man gab dem Ganzen noch eine Chance zum Entwickeln und dem Gehirn die Möglichkeit doch noch einen Sinn zu finden. Als dies nicht half, führte uns der Weg weiter zum WAN-2 Zelt, zu RONY SIZE. Bei einigen ist er bekannt als eine legendäre Figur des Drum'n'Bass. Am Ziel angekommen, war die Mucke auch recht cool und sehr animierend zum Tanzen. Doch leider war das Zelt knackig voll und draußen befanden sich nochmal so viele Leute. Da tanzen Sardinen-like nicht so der Hit ist und auch an den Eingängen dicht gedrängte Menschentrauben standen, liessen wir die Menge dann doch "alleine" feiern. Unsere vom Laufen müden Füße werden es uns danken. Man hofft auf bessere Performancedarbietungen und weniger überfüllte Zelte.

(Antje Schlaf)


Schon vor dem Trip nach Ungarn hatte ich mich auf die Stadt Budapest gefreut. So waren die 300 Ft (Kurs: 1:240) für die Fähre gern bezahlt. Wer noch nicht Budapest gesehen hat, kann sich die Metropole rechts und links der Donau wie Prag vorstellen, wenn auch weniger "golden". Der massige Verkehr schändet die Bauwerke, wovon eines der gewaltigsten das in gothisch/orientalischem Stilmix erbaute Parlament direkt an der Donau ist. Daist mir echt die Zungerausgerollt.
In einer Seitenstraße haben wir eine kleine Kneipe gefunden. Die voluminöse Hausherrin, stilgerecht zur Kneipe,hat mir das ungarische Leibgericht Gulasch serviert, was ich jedem Erstbesucher Ungarns nur empfehlen kann.
Der unverkennbare Dixi-Geruch hatmich erkennen lassen, dass wir wieder auf dem Sziget-Gelände sind. Aber man gewöhnt sich auf einem Festival an vieles, die typische Egal-Stimmung ist schnell wieder da.
Alles auf einmal erlebenzu wollen,bin ich zwischen THE GATHERING und FUN LOVIN CRIMINALS hin und her gependelt und schließlich in unserer Stamm-Disco auf dem Arany-Aszok-Gelände gelandet. Nach zwei Stunden abtanzen ging nix mehr. Meine Füße haben sich nach dieser ganztägigen Belastung angefühlt wie in Peperoni eingelegt. Ich war geschlagen und musste mich fügen.

(Uwe Hofmann)


4. Tag:

Und heute: Ich habe einen Turm erklettert, von oben konnte man an einem Seil heruntersausen. Also im Klartext: 100 Meter hoch, an Seilen und an einer Kletterwand, dann quer über's Festival rasen wie einst Tarzan. Danach: REAMONN - Heulsusenmusik... Cheerz, man!!!

(Henri Kramer)


Zeltnachbarn sind immer wieder interessant. Von Österreichern, die mindestens dreimal täglich begeisterte laute Affengeräusche von sich geben müssen bis hin zu irgendwelche Deutschen, die samt Bierbänken, Generator, Kühlschrank, dicker Anlage und Straßenlampen-starker Beleuchtung daherkommen.
Am Morgen der inzwischen tägliche "Duschgang" in der Donau und Frühstück mit interessanten Brötchensorten aus dem Riesenmarkt (z.B. aus Blätterteig). Aufgrund der unschönen Bewölkung und Bewegungsunlust (Fuß-Aua) war heute zum Bergfest gründlich chillen angesagt. Die Motivation reichte noch zu einer Wasserpfeife (Melonengeschmack) im Afrikadorf und zu einem Tanzkurs im Bauchtanz und Capoeira (natürlich nur zuschauenderweise). Danach bei Dosenbierchen und "Hobbit"-Keksen (sehr lecker!) Gedankenrätsel und Schach mit grollendem Himmel über dem Zelt. Ob wir noch jemals Motivation finden diesen Ort der Ruhe und Fußfreundlichkeit zu verlassen?

(Antje Schlaf)


Oh Mist, meine Notizen scheinen irgendwie weggekommen zu sein. Aber Schwund ist immer, auch beim Sziget. Nun ist Tag fünf angebrochen, Verkommenheit und Sittenverfall regieren inzwischen als kongeniales Paar dieseits jeder Vernunft. Zeremonienmeister des Untergangs waren gestern IN FLAMES, auf der Hauptbühne vor geschätzten 20.000 Leuten. Der Sound war erst schlecht, dann ok. Und die Jungs hatten kein Keyboard dabei, das Teil war auf dem Flughafen geklaut worden. Dafür klangen dann sämtliche Songs um Längen besser als normal, den Schweden darf solch ein Missgeschick ruhig öfter geschehen. Außerdem fetzen Songs wie 'Episode 666' total, die Massen bangen...

Blick in den Himmel: Dort fliegt ein Fluzeug mit Heineken-Werbung, wie immer. Das ist wohl auch das Geheimnis, warum hier soviel funktioniert. Das gesamte Festival ist ein einziges Werbe-Mttel der Industrie. Jeder Stand ist mit Sponsoren-Etiketten gepflastert, ohne dabei aber zu aufdringlich die Sinne zu penetrieren. An solchen Modellen könnten sich deutsche Festivals eine Scheibe abschneiden, denn gerade die Vielfalt der Buden und Zelte macht den Reiz...

Doch zurück zum Geschehen: AMORPHIS spielten etwas später im Metal-Zelt. Göttlich, diese Band hat den Sprung vom Death Metal zum Rock definitiv ohne Bauchlandung hinbekommen. Die Leute vor der Bühnen toben bei jedem Stück, sei es 'Against Widows', sei es 'Far From The Sun'. Außerdem sind AMORPHIS keine Labertaschen, der Sänger hat dennoch die Massen sicher im Griff. Nach so einem Konzi hilft nur noch ein Mittel: Peilen, die Insel in Beschlag nehmen, von Bar zu Bar tingeln... YEAH!!!

(Henri Kramer)


Irgendwie fällt mir das Schreiben schwer. Henri schält sich gerade aus dem Zelt und man muss eigentlich nicht mehr fragen, wie viel Bier es gestern waren.
Langsam verblasst auch bei mir die Erinnerung an die vorangegangenen Tage, aber abgesehen vom körperlichen Befinden fühl ich mich großartig. Fast nebenbei lernt man Leute kennen, wie z.B. die beiden Österreicher, als ich eigentlich CHUMBAWAMBA sehen wollte. Ihre beiden Freunde konnten heute nicht anreisen, daihr Zug gestohlen wurde, wie sie meinten. Hmm, vielleicht eine Entführung nach Cuba.
Die geplante Wasserpfeife hab ich dann auch gecancelt. AMORPHIS warteten. In zehn Minutenvon einem zum anderen Ende der Insel zusprinten, war utopisch. Heute war wohl die größte Meute auf dem Gelände, die Hauptwege völlig verstopft. Das Konzert war gigantisch geil, viele alte Lieder wurden gespielt und ein guter Sound. Das nächtliche Bar-hopping machte den Tag rund.

(Uwe Hofmann)


Ja, wir haben es noch ins Internetzelt geschafft. Schnell in der begrenzten Zeit was tippeln, an den kreischenden Teenies bei THE RASMUS vorbei. Danach mehrere kleinere Zelte mit ungarischer Volksmusik. Auf der Bühne Musiker mittleren Alters, oft mit traditioneller Kleidung. Das Publikum, von alt bis jung, formt sich zu einem Kreis und führt kompliziert aussehende Volkstanzschritte aus oder springt und stampft wild durch die Gegend. Zwischendurch zu den Krishnas zu mindestens 15-minütigen Dauertextsongs.
Der erst irritierende Name (in etwa so) "FOEZELEKETEL" verführte uns zum Testen wunderlich aussehender, seltsam benannter Speisen. Mit den Fingern, auf das Gewünschte zeigend, bekamen wir interessante, überraschende Dinge auf den Plasteteller. War zwar doch anders als erwartet, aber trotzdem schmackhaft. Später vorbei an krasses Techno-Zelten, ein Verweilen an einer kleinen privaten Feuershow. Mit Pois, Devel-Sticks und weiteren. Sehr spektakulär und verdammt schnell. Einen Palatcinta mit Kakao und einen Waldfruchtmilchshake bei Millis Milchbar (sehr dickflüssig, aber lecker). Abendausklingen am Strand.

(Antje Schlaf)


5. Tag:

Sonntag war Band-Tag, ich habe ganz schön viele Sachen gesehen. Es fing an mit Herrn MAMBO KURT auf der Hauptbühne. Mit dem Rücken zum Publikum spielte er auf seiner Hammond-Orgel Hits - 'Jump' von VAN HALEN oder 'Final Countdown' von EUROPE klatschten den Fans entgegen. Außerdem erwies sich MAMBO KURT als echter Charmeur, angelte er sich doch eine Frau aus dem Publikum zum zünftigen Walzertanzen. Doch genug davon, AB/CD warteten auf der PestiEst-Stage und erwiesen sich als nette AC/DC-Coverband. Der Angus-Verschnitt an der Gitarre sah besonders witzig aus: runde 55 Jahre, kurze rote Hose, orange Anzugjacke, weisses Hemd, blaue Krawatte. Cool!

Weiterlatschen. Kurz danach spielten im Metalzelt nähmlich IRON MAIDNEM, eine astreine MAIDEN-Coverband mit einem genialen Bruce Dickinson-Imitator. Was hatte dieser Sänger für eine Stimme! Dazu gab es auch mal ein paar selten gespielte Klassiker der Marke 'Seventh Son Of A Seventh Son'. Groß!

Und wieder laufen, ab zur PestiEst-Bühne. Dort machte eine RAGE AGAINST THE MACHINE-Coverband ihrem Hass auf Georg W. Bush Luft, da durfte auch die umgedrehte USA-Flagge im austickenden Publikum nicht fehlen. Noch besser klang allerdings die FAITH NO MORE-Tributeband im Anschluss: Hits wie 'Caffein' oder 'We Care A Lot' fanden dankbare Abgeh-Willige, vor der Bühne war die Hölle los. Göttlich.

Und dann? MY DYING BRIDE! Ein Ereignis, eigentlich verdient diese Band die Auszeichung "Ohne Worte..." Oder eine andere Beschreibung wie "Über diese Musik lassen sich Romane schreiben..." Ich habe keine Ahnung, was die Jungs gestern für Stücke gespielt haben, so moshend und ergriffen war ich. Sänger Aaron kam komplett in weiss, starb auf der Bühne tausend Tode. Die Ungarn tobten, die Forderung nach Zugabe erzeugte Bodenbeben durch stampfende Füße. Letzte Gedanken schossen durch den zermalmten Schädel... Sterben... Leben... Liebe... Hoffnung... Freiheit... Melancholie... Schönheit... unendlich krass, was MY DIYNG BRIDE für Emotionen wecken...

Später. Abtanzen bis früh um sechs. Wechselnde Locations. Drum'n'Bass, Alternative, Tekkno... Alles. Feiern, bis der Arzt kommt. Oder der Hund, der einen früh auf dem Heimweg anspringt. Naja, die Kratzer nach dem Sturz heilen auch wieder. Weiter geht's...

(Henri Kramer)


Das Einzige, was mich am Tag nervt, ist das Prozedere früh: sich aus dem verschwitzten Schlafsack winden, am ekligen Klo anstehen, an den Duschen anstehen, was zum Frühstück besorgen. Zwei Stunden sind dafür nicht zu wenig geplant. Es ist schon erschreckend, dass sich auch hier so etwas wie Alltag einstellt. Ich finde mich gerade im Chill-out-Zelt wieder. Lecker Eiskaffee, ein gutes Buch und den Geruch von ;) in der Nase.
Nicht überraschend, dass sich die Müdigkeit heimtückisch von hinten anschleicht und ich zwei Stunden ins Traumland geschickt werde. Aber die Zeit ist gut investiert, wenn ich bedenke, was nachts alles auf dem Plan steht.
Die beiden Coverbands von RAGE AGAINST THE MACHINE und FAITH NO MORE waren ein nettes Intermezzo. Wenn auch zu einer guten Coverband etwas mehr gehört, als die Noten halbwegs korrekt zu spielen. Danach haben wir in einem Blueszelt, der Globeparty (Techno oder so), Magic Mirror (Moulin Rouge Atmosphäre) und natürlich Arany Aszok abgetanzt. Welche Mugge hier kommt, ist nicht wirklich wichtig, denn es gibt kaum jemanden, der das Ganze nicht mit etwas Ironie angeht.

(Uwe Hofmann)


Aufgrund der geringen internationalen Bekanntheit blieb die Zuschauermenge bei SEEED klein, tobte aber wie eine große. Sehr cooles Konzi, aber nach nicht mal einer Stunde verließen die Jungs die Bühne. Keine Zugabe. Danach RAGE AGAINST THE MACHINE-Tribute. Gleiche Band wie letztes Jahr, doppelt so
viele ausflippende Leute. Danach ins WAN-2, da war Ska angekündigt. Allerdings wurde hier gegen eine unscheinbare Rockmusikband ausgetauscht. Wieder mal Langos. Danach zu DanceHall ins Elektron-Tent. Bekannte Reggeaklänge ließen uns die Hüften schwingen. Nach einigen Liedern stieg aber schon das Bedürfnis nach was anderem. Und da die Insel und das Angebot groß sind, zogen wir weiter. Und landeten wieder in einem faszinierenden ungarischen Volkstanzzelt, wo wieder der Bär stampfte.

(Antje Schlaf)


6. Tag:

"Haré Krisna
Haré Krisna
Krisna Krisna
Haré Haré
Haré Rama
Haré Rama
Rama Rama
Haré Haré ..."
Mein absolutes Festival-Highlight wurde das Gouranga Mantra Rock Konzert im Haré Krisna-Zelt. Ein Konzert-Marathon zum Austicken, Durchdrehen, Abzappeln der besonderen Güteklasse (Güteklasse krisn-A). Breitgrinsende Gesichter, wildes Gehopse einer mitgröhlenden Meute vor der Bühne; mehrstündige Glückseligkeit aufgrund eines Songs. Denn zum Glück wollte DER Song der Gouranga-mania um die kurzgeschorenen Krisna-Boys nicht enden. Und so klingt und singt es in mir noch immer: "Haré Krisna, Haré Krisna ..."

(Stephanie Rudolph)


Gestern war der erste De-Eskalationstag. Keine Bands, außer natürlich den Druffies im Hare Krishna-Zelt. Später vier Stunden lang Kill Bill 1 und 2 - köstlich. Dann wieder wechselnde Tanztempel - und schon ist es wieder früh um sechs Uhr. Mein Körper fühlt sich langsam an, als wären mehrere Dampfwalzen drübergefahren.
Und heute? Demnächst eine Pressekonferenz mit den ÄRZTEN, dann noch FAITHLESS. Irgendwie wird es noch weitergehen... Puh...

(Henri Kramer)


Donau, Strand und Mittagsschlaf, danach DOORS-Tribute. Passende Stimme und der Sänger ganz im Stil von Jim. Ökosäfte testen. Karaoke anhören, Rabbis beim Tanzen zuschauen. Danach zu AFRO CELT SOUND SYSTEM. Zunächst abgeschreckt wurde die facettenreiche Musik immer überzeugender. Mischung zwischen afrikanischen und keltischen Klängen, ließen auch manchmal Regenwaldgeräusche hervorkommen. Kleine Bühne, rockige Bob Marley-Mucke, danach ins WAN-2 zu LA RUDA, die bekannteste französische Skaband. Nicht ganz das, was man sich unter Ska vorstellt, aber doch in die richtige Richtung gehend und recht tanzbar (viel zu heißes Zelt). Cocktails testen (vier Euro das Stück). Swimming Pool und Long Island Ice Tea wurden für sehr gut befunden. Man wartet zwar ein Stück, dafür bekommt man seinen Cocktail direkt vor seiner Nase gemixt (Alkohol nach Augenmass). :-)
Zu späterer Stunde werden selbst einfache Biertheken zu steppenden Tanzveranstaltungen. Wer auf den Tischen tanzen will, kann dies an mindestens zwei gesichteten Theken jeden Abend mit vielen anderen ausprobieren. Auf dem Weg ins Arany Aszok (Tanzzelt) noch schnell einen Maiskolben mit Salz. Sehr lecker.

(Antje Schlaf)


7. Tag:

Als erste wirkliche Tat des Tages war heute das Luminarium dran. Nach ca. einer Stunde in knallender Sonne, dicht gedrängt mit vielen anderen erreichten wir das Innere dieses großen aufgeblasenen Gebildes von Alan Parkinson (stimmt wirklich). Saunaartige Temperaturen können das Augenerlebnis nicht trüben. Eine Mischung aus Traumgebilde und spaciger Röhrenwelt in den schönsten Farben. Beim Verlassen kommt einem die Hitze draußen wie ein kühler Hauch vor (naja, zumindest für ein paar Minuten). Danach war eine Abkühlung in der Donau fällig.
Gerade haben wir die beste Band der Welt aus Berlin hinter uns gebracht. Die Rede ist von DIE ÄRZTE. Auch sie mussten nach einer Stunde die Bühne verlassen, obwohl sie gerne weitergerockt hätten. Die Lieder waren dem Publikum bekannt, was wohl an der großen Anzahl deutschen Publikums lag. Stage Diving ohne Ende. Viel Tanzen und viel Schwitzen. Als letzter großer Act für's diesjährige Sziget steht nachher noch FAITHLESS an. Und noch all die Dinge, die wir noch im Laufe dieser Woche erleben wollten.

(Antje Schlaf)


Letze Meldung aus dem Wahnsinn. DIE ÄRZTE sind rockbar, wohl alle Deutschen des Festivals gröhlten und divten vor der Bühne. Die Jungs aus Berlin lobten fleißig diese Feierkunst, Bela fand sogar ein paar Brocken Englisch. Vorher war schon die Pressekonferenz mit den ÄRZTEN ein voller Erfolg - sie werden nicht zur alten Rechtschreibung zurückkehren, weil sie noch nie die neue benutzt haben. Beim Konzert gabs dann noch Gassenhauer wie 'Unrockbar', göttliche Stimmung. Nur die eigene Stimme hat nun endgültig ausgerockt, zur Verlustliste gesellen sich eine löchrige Luftgitarre und etliche Schrammen. Aber das macht nichts: Diese Woche war wieder die genialste Party des Jahres. In zwölf Monaten wieder!!!

(Henri Kramer)


Beim Konzert von FAITHLESS waren einfach mal endlos viele Menschen (so nach Augenmaß ca. 60 bis 80.000). Die Mucke war abwechlslungsreich von Soul-D'n'B-Hop zu technoiden Beats und bei den Hits ('Insomnia', 'God Is A DJ'...) sprang die gesamte Meute. Wenn man sich zur Hälfte des Konzertes dazu entscheidet die Mitte zu verlassen, kämpft man sich durch schier endlos scheinende, dicht gedrängte Massen. Alles in allem musikalisch nicht durchgängig mein Fall, aber live eine sehr erlebenswerte Show.
Danach ging's zur Janis-Joplin-Tribute-Band, die über sage und schreibe drei verschiedene Sängerinnen verfügte. Stimmlich zwar nicht ganz an Janis herankommend, sehr flashig jedoch die psychedelischen Gitarrensoli.
Die nächste Tat war, noch das übrige Forint-Geld alle machen (wer
wechselt schon gern 7,68 Euro zurück?) und zwar auf einer letzten Tour an all den Leckereien vorbei. Unter anderem nochmal einen Palacinta mit Kakao und einen Erdbeermilchshake (sehr köstlicher
Erdbeergeschmack!). Auch nicht zu verachten ist ein lecker gekochter
Maiskolben mit ordentlich Salz drauf. Das Krasseste war jedoch ein Riesen-Donut (für ca. 50 Cent) mit einem dicken fetten Klecks Marmelade oben in der Mitte. Beim alleinigen Reinbeißen etwas trocken, aber mit der Marmelade zusammen ein Traum (dem gelben Homer wäre wahrscheinlich eine kleine Rührungsträne entwichen...)!
Dann reichte es aber auch mit Festival. Die Beine waren schmerzend, die Nerven strapaziert und das Gehirn angenervt von den unendlichen Sinneseindrücken durch ständige Beschallung und den vielen tausenden Leuten die innerhalb von ein paar Stunden an einen vorbeirennen und mit denen man sich den Weg teilen muss.

Der folgende Tag ging dann vollständig für Abreise drauf. Natürlich nicht ohne vorher noch einen Besuch in dem Riesen-Supermarkt abgestattet zu haben. Pizza zum Frühstück, Fahrtverpflegung shoppen (Beschluss gefasst: sich für die Einführung von Pflaumensaft in Deutschlands Supermärkten einsetzten) und einem ober-leckeren Eis zum Nachtisch (sehr zu empfehlende Sorten: Melone, Pflaume, Tom&Cherry,
Rocher, Lemon, Krokant-Keks...). Nach ca. zehn Stunden Fahrt gegen nachts um vier durfte sich der müde (frischgeduschte) Körper auch endlich in die ganz ungewohnt gewordenen, weichen Federn packen.

Zum Abschluus wäre zu sagen:
Inzwischen schon das 4. Mal auf dem Sziget, hab ich dieses Jahr die etwas "ruhigere", nicht ganz so party-mässige Seite dieses riesigen Volksfestes genossen. Obwohl man hier natürlch bis früh zu jeglicher Musikrichtung gut durchfeiern kann (die letzten Jahre erprobt), kann man auch sehr gut einen relaxteren machen. Ein paar Konzerte/Events am Tag und für den Rest sich Zeit nehmen für ein paar ausgewählte der tausenden neben-musikalischen Dinge, die sonst wegen Zeitmangel auf der Strecke bleiben müssen. Da wäre natürlich die vielen leckeren Köstlichkeiten probieren, rumschlendern und die ganzen aufgebauten Verkaufs-, Informations- und Diskussionsbuden schauen, faul rumliegen, sich von Musik auf kleineren Bühnen beeindrucken und fazinieren lassen, witzige Spielchen mitmachen, Wasserpfeife rauchen, künstlerische Performances schauen usw.
Jedenfalls besteht nicht die Gefahr der Langeweile. Wohl eher das Gefühl noch eine Woche länger brauchen zu müssen.
Leider zieht auch in dieses Festival immer mehr der Kommerz ein. Das Essen war einiges teurer als die Vorjahre und teilweise ganz schön happig (5-6 Tintenfischringe für 4 EUR). Alles in allem war es aber wieder eine verdammt angenehme Zeit hier. Allerdings bin ich recht froh mal eine Woche auf dem Land zu verbringen, wo mein Kopf nicht ständig beschallt wird und mir nicht ständig jemand begegnet.

(Antje Schlaf)

Redakteur:
Henri Kramer

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