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TAKING BACK SUNDAY - Köln

18.01.2015 | 16:13

16.12.2014, Luxor

Die Emo-Rocker von TAKING BACK SUNDAY stellen ihr neues Album "Happiness Is…" im nahezu ausverkauften Kölner Luxor vor. Mit dabei sind die britischen Newcomer der MARMOZETS, die 2015 ein ganz heißes Ding sein sollten, sowie die BLITZ KIDS.

Auch wenn die goldenen Tage von TAKING BACK SUNDAY wohl vorbei sind und man ihre Songs nicht mehr im Musikfernsehen erblicken kann, ist die Band noch lange nicht tot. Gut 400 Fans haben sich in der Vorweihnachtszeit versammelt um die Emo-Helden live zu sehen. Bereits im Februar machte die Band vor der Veröffentlichung des bereits sechsten Albums "Happiness Is..." für eine exklusive Show im Luxor Halt.

Erste Band des Abends sind die Briten BLITZ KIDS. Der Sound der Truppe ist wie gemacht für Teenie-Girls. Die Hosen sind eng, die Frisuren sitzen, die Gitarren tun keinem weh, die Melodien sind poppig und eingängig. Für einen gewissen Teil des Publikums wird die Band zu jung klingen. Für einen anderen Teil, der sich vor der Bühne tummelt, sind die Nummern scheinbar Gold wert. Songs werden zaghaft mitgesungen und die Hüften genauso zaghaft bewegt. Aber immerhin kann sich das Quartett über Fans freuen, nur wage ich zu bezweifeln, dass sie heute viele Neue gewinnen konnten. Es gibt zwar Applaus, der ist jedoch genauso zaghaft wie Stimmchen der Mädels in der ersten Reihe.

Besser kommen da schon die Engländer der MARMOZETS an. Die blutjunge Band um Sängerin Becca Macintyre spielt einen fetzigen und chaotischen, allerdings dennoch interessanten Mix aus frühen GALLOWS und ARCTIC MONKEYS. Der chaotische Punk Rock von "Orchestra of Wolves" trifft auf Indie-Melodien und Offbeats von "Whatever People Say I Am, That's What I'm Not". Die Musiker rocken extrem zu Songs wie 'Why Do You Hate Me?' oder 'Move, Shake, Hide' ab, während Sängerin Macintyre zwischen klaren Gesang und hysterischem Gekreische wechselt. Hier kommt im Publikum sogar richtig Bewegung auf und ein kleiner Moshpit entsteht. Im UK stiegt das Debütalbum "The Weird and Wonderful Marmozets" auf Platz 25 der Albumcharts ein und auch hierzulande sollten die Newcomer einige Fans finden, wenn das Album im Februar erscheint.

TAKING BACK SUNDAY eröffnet das Set mit dem Hit 'What's It Feel Like To Be A Ghost?', der natürlich sofort für gute Stimmung auf Seiten der Fans sorgt. 'A Decade Under The Influence' und 'Number Five With A Bullet' lassen ebenfalls die guten Emo-Tage auferleben. Besser kann die Band eigentlich nicht in ein Set steigen.

Wie immer ist Sänger Adam Lazzara Mittelpunkt der Show und sorgt mit seinen meist witzigen Ansagen für eine lockere Atmosphäre. In Sachen Publikumsinteraktion können sich neun von zehn Sängern hier noch einiges abschauen. Doch während des neuen Tracks 'Better Homes and Better Gardens' sorgt er für einen der vielleicht ehrlichsten und mitunter traurigsten Konzertmomente, die ich je erlebt habe. Bevor die Band den ohnehin schon traurigen Song spielt, offenbart Lazzara dem Publikum, dass er erst nicht wusste, ob er solch einen Song schreiben und anschließend singen könnte. Vor der eh schon recht melodramatischen Zeile 'You'll never be happy' fügt er ein, dass seine Ex-Verlobte genau dies zu ihm sagte. Gute Laune hat der Mann dennoch, als er nur wenig später das Publikum auf den Arm nimmt und für den ein oder anderen Lacher sorgt.

Für knapp 80 Minuten spielt sich TAKING BACK SUNDAY durch die nahzu komplette Diskographie (das Album "New Again" wird nicht berücksichtigt). Standesgemäß sorgen besonders die Songs der ersten beiden Alben für Ekstase, doch auch das neue Material wie 'Flicker Fade', das ruhige 'All The Way' oder 'Stood A Chance' kommen sehr gut an und werden lautstark mitgesungen. Aufgrund dessen spielt man spontan noch 'One-Eighty By Summer', der auf anderen Setlists der Europatour nicht zu finden ist. Nach 'Cute Without The 'E' (Cut From The Team)' und 'Makedamnsure' verabschiedet sich die Band allerdings nach phänomenalen 80 Minuten. Mir persönlich hat diese Show noch besser gefallen als die ohnehin schon gute Performance im Februar.

Redakteur:
Sebastian Berning

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