THE 69 EYES, LACRIMAS PROFUNDERE - Köln

17.11.2019 | 20:50

06.11.2019, Essigfabrik

Kunterbunt meets Dark-Rock.

Der 11. November ist bei Kölnern eh ein besonderes Datum. Doch für einige Dark-Rock-Fans ist auch schon fünf Tage zuvor ein kleiner Feiertag, beehren die Finnen THE 69 EYES doch die Domstadt. Mit dem neuen Langeisen und Highlight "West End" sowie den Szenekollegen LACRIMAS PROFUNDERE im Gepäck hüllen Jyrki 69 und seine Mannen das kunterbunte Köln in einen schaurig-schönen, düsteren Schleier.

Der Arbeitstag hängt mir noch ein wenig in den Knochen, doch je näher wir der Essigfabrik in Köln kommen, desto höher wird die Vorfreude auf die Taten, die da folgen sollen. Diese Location hat in den letzten Jahren schon für vielerlei tolle Konzerte gesorgt, ist prädestiniert für Auftritte wie diesen. Pünktlich kommen meine Begleitung und ich an und für einen Mittwochabend ist die Essigfabrik doch ordentlich gefüllt. Kein Wunder, ist "West End" doch ein wirklich tolles Album geworden, das den Glanz solcher Alben wie "Devils" und "Angels" wieder aufblitzen lässt. Und da THE 69 EYES schon etwas länger nicht in Deutschland unterwegs war, bin ich heute mit meiner Vorfreude auch nicht allein.

Bevor sich Jyrki 69 und Co. jedoch die Ehre geben, liegt es an LACRIMAS PROFUNDERE, die Menge etwas aufzuheizen. Das wäre auch bitter nötig, wird es doch auch in der Domstadt kälter und kälter. Doch die Dark Rocker aus Waging am See erledigen ihre Aufgabe mit Bravour und locken verhältnismäßig viele Zuschauer vor die Bühne. Sicherlich gehört das aktuelle Album "Bleeding The Stars" – es erschien im Juli dieses Jahres – zu den besseren Alben ihrer Diskographie, sodass es mit 'Like Screams In Empty Halls' und 'Celestite Woman' auch entsprechende Kostproben heute zu hören gibt.

Neusänger Julian Larre zeigt sich gut bei Stimme und stattet dem Publikum ein ums andere Mal einen äußerst sympathischen Besuch ab. Dank viel Spielfreude und einer ausgewogenen Setliste macht die Band heute nicht viel verkehrt. Die Evergreens 'Again It’s Over' und später auch 'Ave End' sowie 'My Velvet Little Darkness' sorgen für Wohlwollen und viel Kopfnicken vor der Bühne, das dezent düster gehaltene Bühnenlicht erweckt eine entsprechende Atmosphäre und als dann mit dem neuen 'Father Of Fate' das letzte Lied eingestimmt wird, schauen sich drei Besucher direkt vor mir an und gehen mit den Worten "Ey, die sind echt gut, hat Bock gemacht!" kurz an die frische Luft. Und obwohl der geneigte Gothic-Rocker das schon länger weiß, haben die drei Herrschaften Recht.

Setliste: Intro; Dead To Me; Like Screams In Empty Halls; Celestite Woman; My Release In Pain; Again It’s Over; The Kingdom Solicitude; My Velvet Little Darkness; The Letter; Ave End; Father Of Fate

Wie eingangs schon erwähnt, ist das aktuelle THE 69 EYES-Album "West End" ein tolles Album geworden und entsprechend hoch ist dann auch die Vorfreude, als nach knapp fünfzig Minuten Umbaupause das Licht gedimmt wird und die Finnen auf die Bühne kommen. Die Essigfabrik bricht gut gefüllt in Jubel aus, als sich Frontmann und Mastermind Jyrki 69 zeigt und gleich zu Beginn 'Two Horns Ab' einstimmt. Und der Song geht auch ohne Dani Filth enorm gut ab. Und gleich zu Beginn wird deutlich, wie viel Live-Charakter die neuen Songs haben.

Zusammen mit einem tollen, kraftvollen Sound, gut begleitenden Lichteffekten und ausgelassenen Publikumsreaktionen spielen sich die Skandinavier in einen Rausch. Neueste "West End"-Hits wie 'Cheyenna', '27 & Done' oder auch 'Black Orchid' mischen sich enorm gut mit alteingesessenen Klassikern der Marke 'Dance D’Amour' oder auch 'Betty Blue' – mit dieser tollen Songauswahl macht der Fünfer heute definitiv nichts falsch.

Die Essigfabrik genießt den Dark Rock aus Helsinki, schließt öfter die Augen, um sich voll und ganz den Worten Jyrkis, den Riffs Timo-Timos und Bazies sowie den Rhythmen Archzies und Jussis hinzugeben. Der bittersüße Duft unbefangener Düsternis durchfließt die Halle und dank leichtem Hang zur Melancholie gepaart mit toller Spielfreude einer sehr gut aufgelegten Band gleicht ihr Auftritt einem Siegeszug.

Am Ende des regulären Sets gibt es noch mit 'Feel Berlin' und 'Brandon Lee' Obligatorisches auf die Ohren, ehe man sich dann noch auf die Zugaben freuen darf. Und wenn man diese mit 'The Chair' sowie 'Framed In Blood' und 'Lost Boys' bestückt, ist es auch nicht verwunderlich, warum es nach allen Songs viel Applaus und generell nach dem Auftritt noch mehr glückliche Gesichter im Zuschauerbereich gibt.

THE 69 EYES darf sich derweil sicher sein, für Liveshows perfekte Songs auf "West End" versammelt und hier und heute in der Domstadt einen Bilderbuchauftritt absolviert zu haben. Die Atmosphäre passte, Publikum und Band spielten sich gekonnt die Bälle zu und die tolle Songauswahl sorgt speziell auf dem Rückweg noch für viele Ohrwürmer.

Setliste: Two Horns Up; Never Say Die; Black Orchid; Perfect Skin; Betty Blue; Borderline; Hell Has No Mercy; Crashing High; Dance D’Amour; Cheyenna; Wasting The Dawn; 27 & Done; Feel Berlin; Brandon Lee; Framed In Blood; The Chair; Lost Boys

Redakteur:
Marcel Rapp

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