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THE DEAD DAISIES - Karlsruhe

24.06.2017 | 14:36

04.06.2017, Substage

"Make Some Noise!" ist das Motto des Abends!

THE DEAD DAISIES sind derzeit wohl der "heißeste Scheiß" im traditionellen Hard Rock-Sektor, was sich auch an diesem Abend in der Fächerstadt zeigt. Das Substage ist ausverkauft und die Schlange am Eingang ist mehr als amtlich.

Wer sich genauer im Club umsieht, entdeckt so manchen Musiker unter den Anwesenden. Die Gunst der Stunde nutzten unter anderem auch Kai Hansen, Michael Weikath und Markus Großkopf von HELLOWEEN, die sich gerade in Karlsruhe auf die anstehende "Pumpkins-United"-Tour vorbereiten und sich angeregt mit den Fans unterhalten und auch so manch einen Fotowunsch erfüllen müssen.

Doch bevor die DAISIES auf die Bühne gehen, zeigen THE NEW ROSES das auch hierzulande amtlich gerockt wird. Die Combo aus Wiesbaden hat im letzten Jahr mit ihrem dritten Longplayer "Dead Man's Voice" ein bockstarkes Album veröffentlicht. An der Bühnenpräsenz des Quartetts gibt es ebenfalls nichts zu mäkeln. Im Mittelpunkt steht Frontmann Timmy Rough, dessen Stimme mich an den jungen Steve Lee von GOTTHARD erinnert. Immer wieder treibt er die Meute vor der Bühne zum Mitmachen an. Das dargebotene Material lässt die guten alten Sleaze-Rock-Zeiten wiederaufleben und empfiehlt sich für mehr.

Pünktlich um 21 Uhr erklimmen THE DEAD DAISIES die Bretter, die die Welt bedeuten, und werden von Anbeginn frenetisch abgefeiert. Es soll tatsächlich Menschen geben, die die Formation als Allstar-Cover-Combo abtun, was man bei einem Blick in die Vita der Agierenden auch ohne weiteres vermuten könnte. Tauchen hier doch so illustre Namen wie WHITESNAKE, MÖTLEY CRÜE, THIN LIZZY, FOREIGNER, DIO, OZZY OSBOURNE oder TED NUGENT auf. Wie schon auf dem aktuellen Output "Live & Louder" eindrucksvoll bewiesen, fehlt es bei den DAISIES an nichts.

Pure Spielfreude und ein bestens aufgelegter John Corabi am Mikrofon lassen den Abend sehr kurzweilig werden. Während die beiden Gitarristen Doug Aldrich und David Lowy ohne große Schnörkel agieren, imponiert Bassist Marco Mendoza aufgrund seiner Statur und seinen starken Backingvocals. Bei der Songauswahl beweist die Band ein glückliches Händchen, hält sich aber original an die Reihenfolge des erst kürzlich veröffentlichen Livealbums "Live & Loud".

Neben den starken eigenen Nummern wie 'Make Some Noise', 'Long Way To Go', 'We All Fall Down' oder 'Mexico' baut man geschickt immer wieder die ein oder andere Covernummer mit ins Programm ein. So finden unter anderem 'Join Together' (THE WHO), 'Fortunate Son' (CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL), 'Helter Skelter' (THE BEATLES) und im Zugabeteil 'Highway Star' (DEEP PURPLE) den Weg ins heutige Programm. Wobei dies eigentlich gar nicht nötig wäre, da man mittlerweile drei Studioalben veröffentlich hat und doch fünfzehn Songs zusammenbekommen dürfte. Erfreulicherweise verzichtet man weitestgehend auf unnötiges Sologedudel und Selbstbeweihräucherung. Lediglich Brian Tichy darf an den Drums sein können zusätzlich im Rahmen eines Solos unter Beweis stellen.

So gibt es nach guten anderthalb Stunden auch niemanden, der unzufrieden nach Haus gehen muss. Nach dem ich THE DEAD DAISIES im letzten Jahr auf dem "Bang Your Head!!!" in Balingen in der prallen Mittagssonne gesehen habe, muss ich sagen, dass man die Intensität der Musik im Club weitaus besser spürt und es der Band auch wesentlich besser zu Gesicht steht. Ich freu mich schon auf das nächste Mal wenn es wieder heißt: Make Some Noise!

Setliste: Long Way To Go, Mexico, Make Some Noise, Song And A Prayer, Fortunate Son, We All Fall Down, Lock 'n' Load, Last Time I Saw The Sun, Drum Solo, Join Together, With You And I, Mainline, Helter Skelter, American Band, Midnight Moses, Highway Star

Redakteur:
Frank Hameister

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