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TIM "RIPPER" OWENS - Aschaffenburg

21.09.2010 | 19:54

14.09.2010, Colos-Saal

Der ehemalige JUDAS PRIEST-, ICED EARTH- und (noch) aktuelle YNGWIE MALMSTEEN-Sänger kommt mit seiner Soloscheibe "Play The Game" auf Rundreise und präsentiert eine Rückschau der Extraklasse auf sein musikalisches Schaffen.

Schaut euch einfach diese Setlist an. Halt! Nicht weiterlesen! Schaut euch die Songs an, die gespielt wurden, dann muss ich eigentlich nichts mehr sagen. Na gut, überredet.

Zunächst verpasse ich arbeitsbedingt den Auftritt der Engländer CRIMES OF PASSION, die aber mit ihrem klassischen Metal/Rock laut Augenzeugen durchaus überzeugen konnten. Um Punkt 21.00 Uhr erlischt dann jedoch das Hallenlicht, und Tim "Ripper" Owens betritt in seinem gewohnt lässigen Outfit mit Lederjacke und Baseballkappe die Bühne, um den etwa 120 Zuschauern direkt mit 'Painkiller', 'The Ripper' und 'Burn In Hell' ein höllisches und völlig unerwartetes JUDAS PRIEST-Dreigestirn um die Ohren zu blasen, das es nicht nur in sich hat, sondern auch jedem Skeptiker sofort den Wind aus den Segeln nimmt. Denn Zweifler haben sich einige ins Colos-Saal geschlichen, wie vorher deutlich zu vernehmen war, die aber spätestens mit dem folgenden BEYOND FEAR-Hammer 'Scream Machine' lautstark Abbitte leisten.

Jetzt erst bleibt Zeit, um kurz zu verschnaufen und die letzten knapp zwanzig Minuten sacken zu lassen. Was für ein Hammer! Der Sound ist perfekt. Nicht zu laut, aber mit gehörig Pfeffer im Hintern. So macht Livemusik definitiv auch ohne Gehörschutz Spaß. Als Begleitband fungiert die norwegische Band ABSOLUTE STEEL, die ihre Sache wirklich mehr als ordentlich macht. Zwar fehlt es dem Quartett noch etwas an Bühnenpräsenz, aber die musikalische Performance ist über jeden Zweifel erhaben. Vor allem Gitarrist Andy Boss überzeugt mit feiner Soloarbeit, die er vor allem bei 'Transylvania' und 'Gates Of Babylon' eindrucksvoll unter Beweis stellt. Über allem aber thront der Meister selbst. Ripper Owens ist in einer bärenstarken Verfassung. Seine markanten und spitzen Schreie sitzen perfekt, und auch in MAIDEN- und DIO-Sphären kann der Texaner voll überzeugen. Eindrucksvoll. Es hat zwar irgendwie etwas von einer surrealen Tributeshow (Ripper spielt Ripper), aber diese (peinliche) Klippe umschifft der sympathische Fronthüne mehr als präzise und souverän. Er lässt vielmehr Leistung sprechen und seine Stimmbänder über die volle Distanz bis zum Anschlag vibrieren.

Die größten musikalischen Überraschungen sind wohl 'Children Of The Sea' und 'Gates Of Babylon', die Ripper natürlich dem verstorbenen Ronnie James Dio widmet, und das MAIDEN-Cover 'Wrathchild'. Gänsehaut. Als die Band nach 75 Minuten und dem obligatorischen 'Breaking The Law' die Bühne verlässt, tobt die Menge, die mittlerweile restlos aus dem Häuschen ist, und ruft Herrn Owens und seine Band für gleich vier weitere Zugaben zurück ins Rampenlicht. Am Ende ist das Publikum restlos begeistert, hätte natürlich gerne noch mehr gehört, und vor allem der fehlenden ICED EARTH-Nummer wird dann doch noch die eine oder andere Träne hinterhergeweint. Bei einigen Stationen der Tour hat man 'When The Eagle Cries' als Akustikversion dargeboten, was dem Ganzen natürlich heute Abend die Krone aufgesetzt hätte. Was nicht ist, kann ja noch werden. Trotzdem ein Konzerthighlight des Jahres.

Setlist:
Painkiller
The Ripper
Burn In Hell
Scream Machine
Running Wild
Death Race
Children Of The Sea
Transylvania/Wrathchild
Save Me
One On One
Gates Of Babylon
Desert Plains
Breaking The Law
----
Hell Bent For Leather
Starting Over
Electric Eye
Living After Midnight

Redakteur:
Chris Staubach

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