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TREMONTI und MALRUN - Frankfurt

20.02.2013 | 00:53

06.02.2013, Zoom

Große Erwartungen, volle Hütte und kurze Versprechen.

Aus "Raider" wurde "Twix" und aus dem legendären Frankfurter "Sinkkasten" das "Zoom". Davon mal abgesehen, dass ich eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr im "Sinkkasten" war, hat sich die Inneneinrichtung nicht sonderlich viel geändert. Okay, die Kinostühle vor der Tanzfläche wurden entfernt und auch der Umstand, dass sich die Garderobe direkt an der Eingangstür befunden hat, war nicht gerade im Sinne des Erfinders. Dafür ist der Bereich vor den Toiletten angenehm leer und auch das Blickfeld wird nicht getrübt, da sich in der Ecke eine Erhöhung mitsamt Stufen befindet. Widmen wir uns jedoch dem Eigentlichen zu: dem Konzert.


Das dänische Quintett MALRUN hat die Aufgabe des Einheizers. Dabei ist es jetzt schon unangenehm warm und stickig, wobei sich dieser Trend in negativer Sicht im Laufe des Abends ändert. Knappe zehn Minuten vor dem offiziellen Start um 21 Uhr stehen die Jungs schon auf der Bühne und hauen ihren Mix aus Hard- und Metalcore dem Publikum um die Ohren. Die Tatsache, dass der heutige Abend ausverkauft ist, macht es für die Truppe sehr angenehm, da die meisten Ticketbesitzer sich schon sehr früh eingefunden haben. Als Referenzen kann man gestandene Kapellen wie SICK OF IT ALL und UNEARTH nennen. Den Originalitätspreis räumen sie heute nicht ab, dafür gehen einige TREMONTI-Jünger vor der Bühne steil ab. Hinzu kommt der Fakt, dass der Frontmann ab dem dritten Song seine Ansagen auf Deutsch hält und somit locker ein Drittel des Sets auf das Publikum einredet. Bei mir haben sie keine Duftmarke hinterlassen, doch der mehr als sonst so übliche Höflichkeitsapplaus lässt darauf schließen, dass sie in der halben Stunde nicht so viel verkehrt gemacht haben.


Danach wird eine fast über dreißig Minuten lange Umbaupause die Geduld der Anwesenden, von denen die Meisten in TREMONTI- und ALTER BRIDGE-Shirts verhüllt sind, auf die Probe stellen. Um kurz nach 22 Uhr steigt der ALTER BRIDGE-Klampfer mit drei weiteren Mitstreitern auf die Bühne. Auch wenn man nicht wüsste wer gerade auf der Bühne steht, könnte man anhand der Signature-Riffs darauf schließen, dass es Mark Tremonti sein muss. Egal wie man’s dreht und wendet: Nahezu jeder Song könnte so oder ähnlich auch bei den anderen Kapellen des Sechssaiters funktionieren. Ich persönlich bin auf seine Gesangsperformance gespannt, welche okay ist aber natürlich nicht an die Performance von Scott Stapp oder Myles Kennedy anknüpfen kann. In den härteren Songs lässt er bei den Soli das Wah-Wah-Pedal schwingen, wodurch eine Nähe zu Kirk Hammet (METALLICA) auszumachen ist. Während die Performance zu Beginn und am Ende des Gigs gut ist, schleicht sich in der Mitte ein bisschen der Schlendrian ein. Zu gleichförmig klingen die härteren Songs. Genauso wie bei CREED und ALTER BRIDGE zünden vor allem die Midtempotracks, wo Mark seine gefühlvolle Seite offenbaren kann. Des Weiteren überlässt er dem zweiten Gitarristen einige Soloparts, was man von diversen Bands anders kennt (Kerry King und Jeff Hannemann kloppen sich schon fast um die Soli bei den SLAYER-Scheiben, wobei ich für meinen Teil ohne Textblatt nicht unterscheiden könnte wer gerade die Quietschtöne aus seinem Instrument entlockt).


Leider ist nach noch nicht Mal einer Stunde Schluss. Natürlich darf man bei einem Sologastspiel keine Songs der Hauptbands erwarten, die eine oder andere Covernummer hätte das Ganze jedoch ein bisschen aufgelockert. So ist Mark auf Nummer Sicher gegangen, was auch nicht verkehrt ist. Vielleicht springt mit einem weiteren Album im Rücken eine längere Spielzeit heraus. Für den Anfang hat das Quartett seine Sache zumindest gut gemacht.

Setlist TREMONTI:
Leave it Alone, Giving Up, All I Was, Proof, So You're Afraid, Doesn't Matter, The Things I've Seen, Gone, Wish You Well, You Waste Your Time, New Way Out, Decay
Zugaben: All That I've Got, Brains

[Tolga Karabagli]

Redakteur:
Tolga Karabagli

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