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Tool - Düsseldorf

27.06.2001 | 04:44

26.06.2001, Philipshalle

TOOL sind die Band der Stunde. Keine Frage! Dies wurde deutlich als man in Düsseldorf das Konzert von dem Stahlwerk (Kap.: 2.000) in die große Philipshalle verlegen musste, wo sich ganz grob geschätzte 5.500 Leute versammelt hatten, um zu sehen, ob TOOL die Intensität der Alben auch live umsetzen können.

Vorher mussten sich die Zuschauer aber noch 40 Minuten lang CORTIZONE ansehen und -hören. Das mir völlig unbekannte Trio hat zumindest schon einen recht eigenwilligen Stil, den Bekannte von mir wahlweise als \'Brit-Pop auf 45 Umdrehungen\' oder auch als \'Psychedelic-College-Core\' bezeichneten. Alles klar? Nicht? Hmm... nun gut, es war aggressive Rockmusik, die einen leicht psychedelischen Touch hatte. Aber viel besser kann ich es gerade auch nicht beschreiben. Mir sagte es nicht sonderlich zu, aber die Reaktionen des Publikums waren gut, wenn auch nicht überwältigend. Der übliche Höflichkeitsapplaus halt.

Nach eine knapp halbstündigen Umbaupause verdunkelte sich die Halle erneut und TOOL eröffneten den Set mit \"The Grudge\". Und es gab eine Menge zu sehen. Auf zwei großen Leinwänden – eine hoch oben über dem Schlagzeug, eine auf Bühnenhöhe etwas seitlich platziert – liefen den gesamten Set über Videos zu den Songs, die dieses Konzert zu einem sehr audiovisuelles Erlebnis machten. Das wurde noch unterstützt von einer sehr intensiven, aber nie überladenen Lightshow, welche die Songs perfekt untermalte. Maynaard Keenan stand den kompletten Gig über auf einem Podest vor einer der beiden Leinwänden und sang in meist merkwürdig gebückter Stellung, dabei oft mit dem Rücken zum Publikum. Sah irgendwie aus wie die Figuren aus den Clips von TOOL. Der Rest der Band bewegte sich einfach gar nicht. Es gab auch weder Ansagen noch sonst irgendeine Form der Kommunikation mit dem Publikum. Lediglich ein \'Good Evening\' ließ sich Keenan zu Beginn mal entlocken.

Während dies bei anderen Bands ein arger Kritikpunkt wäre, störte dies hier gar nicht. Im Gegenteil! Ansagen etc. hätten dem Gig eher das Mystischintensive genommen. Wenn es was zu mäkeln gab, dann höchstens die Tatsache, dass sich die Band zwischen den Stücken immer recht viel Zeit ließ, was den einem oder anderen Fan auch schon mal zu einer Unmutsäußerung veranlasste. Diese verstummten mit den ersten Tönen des jeweils nächsten Songs aber immer sofort, denn es folgte ein grandioser Song auf den nächsten. TOOL verstanden es perfekt, die Spannung immer aufrecht zu halten und kennen genau ihre besten Stücke. \"Stinkfist\", \"Prison Sex\", \"Schism\" folgten im regulären Set – wie jeder Song mit entsprechenden Videoeinspielungen versehen - Schlag auf Schlag. Eingebettet in einem unglaublich tighten Sound, der mit kristallklaren Gitarren aufwarten konnte. Lediglich Keenan ging in sehr ruhigen Gesangspart manchmal etwas unter, was aber nur wenige Male der Fall war. Die Fans honorierten das mit ekstatisch zuckenden Leibern (der Typ neben mir z.B.) und lautem Applaus zwischen den Stücken.
Im Anschluss an das hypnotische Doppel \"Disposition\"/\"Reflection\" (es waren gerade 75 Minuten gespielt!!) geschah dann seltsames. Ohne ein Wort verließ die Band die Bühne und nach einigen Minuten Pause erklangen plötzlich die ersten Takte zum bereits gespielten \"Schism\". Vom Band!!! Mit dem dazugehörigen Videoclip!! Allgemeines Staunen machte sich breit, einzelne Pfiffe, Verwirrung.
Mit Ende des Clips betrat die Band dann wieder die Bühne - Keenan jetzt nur noch in einem Slip gekleidet - und eröffneten nach einer kurzen Dankesrede an CORTIZONE den zweiten Part (Zugabenteil?) des Konzertes mit \"Sober\". Der Sound war jetzt noch etwas klarer und differenzierter und TOOL packte noch mal eine ganze Packung Perlen aus. Dabei avancierte vor allem das geniale Doppel \"Parabol\"/ \"Parabola\" zum absoluten Live-Hammer! Genial!!
Nach etwa 130 Min. war dann Schluss und wohl jeder in der Halle dürfte zufrieden gewesen sein. Denn TOOL sind live genauso intensiv und einzigartig wie auf Ihren Alben. Muss man gesehen haben!


SETLIST

The Grudge
Stinkfist
Eulogy
Prison Sex
Schism
Push it
Disposition
Reflection

Pause / Video

Sober
Parabol
Parabola
Opiate
Aenema
Lateralus

Redakteur:
Peter Kubaschk

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