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U.D.O. - Ulm

16.05.2002 | 09:29

29.04.2002, Take Off

Nachdem sich gerade mal zwei Wochen zuvor ROYAL HUNT und PRETTY MAIDS die Ehre gegeben haben, stand am 29. April bereits das nächste Konzert in der Ulmer Rock-Diskothek Take Off an. Doch wie sollte es anders sein - es waren auch dieses Mal keine Unbekannten, die für einen gelungenen Abend sorgen sollten. Aber das hätte wohl auch niemand ernsthaft erwartet, dass sich einmal ganz andere Bands ins Take Off verlaufen würden. Irgendwie scheint sich das aber langsam auch im Zuschauerandrang bemerkbar zu machen - nachdem das Take Off bei AXXIS / KAMELOT / CYBERIA noch brechend voll war und auch PRETTY MAIDS / ROYAL HUNT die Diskothek ganz ordentlich füllten, hätten bei U.D.O. / SILENT FORCE / CYBERIA schon noch ein paar Leute Platz gehabt. Ich würde mal schätzen, dass es etwa 600 Leute waren, die sich dieses Package anschauen bzw. -hören wollten und die ein ziemlich gelungenes Konzert erlebten.


CYBERIA:

Den Anfang machten an diesem Abend mit der obligatorischen halbstündigen Verspätung CYBERIA, die schon - wie oben angedeutet - bei AXXIS / KAMELOT als Opener fungierten. Dadurch war einigen natürlich das Songmaterial etwas geläufig, und es konnte relativ schnell eine gute Stimmung aufkommen. Nach dem Intro legten CYBERIA mit "Addicted To Warfare" los und zeigten sich äußerst gut aufgelegt - auch wenn ihnen natürlich auf der sowieso schon kleinen Bühne wenig Platz zur Verfügung stand. Sie ließen anschließend gleich noch "Bloodbrothers" folgen, das während der Strophen den Gitarristen Oliver am Gesang zeigte und das sehr gute Ohrwurmqualitäten hat, so dass hier ein erstes Mal Stimmung aufkam. Da störte es auch niemand, dass CYBERIA bei all ihrem druck- und kraftvollen Sound ohne Drummer auskommen und das Schlagzeug vom PC stammt. Außerdem machte die Keyboarderin Manu diesen Missstand mehr als wett, indem sie es hinter ihrem Instrument ganz ordentlich krachen ließ. Weiter ging es dann mit "Ministry Of T.E.C.H.", bevor der Sänger Paul das Ulmer Publikum offiziell begrüßte. Es folgte dann das sehr ruhig beginnende "Rumours" und anschließend "2000 Years". Nach der Bandvorstellung kam nach Aussage von Paul ein Song für die Frauen, da "One Hundred Ways" eine ideale Take Off-Tanznummer wäre. Bei "Since I Loved You" durfte auch wieder Oliver gesanglich tätig werden, wobei er mit der laut Paul bösesten Stimme Deutschlands einen Gegenpol zu den eigentlichen Vocals darstellte. Nach dem Hinweis auf die aktuelle CD - schließlich sind darauf sämtliche gespielten Songs enthalten - beendeten CYBERIA ihren Auftritt mit "Digital Heroes", das auch wahnsinnig eingängig ist, und deshalb durfte ein abschließender Mitsingteil natürlich nicht fehlen. Das Publikum schien durchaus Gefallen an CYBERIA gehabt zu haben, denn mit einem ganz ordentlichen Applaus und auch verschiedenen Zugabe-Rufe verabschiedeten sie die Band recht angemessen (auch wenn es keine Zugabe gab).


SILENT FORCE:

Nach einer kürzeren Umbaupause ging es dann mit SILENT FORCE weiter, und wenn man sich den Bühnenaufbau angesehen hat, dann musste man sich natürlich fragen, warum sich U.D.O. nicht noch eine zweite Band ohne Schlagzeuger an Land gezogen haben, da der Drummer André in die hinterste rechte Ecke der Bühne gesteckt wurde. Dennoch legten SILENT FORCE nach dem Intro mit "Fall Into Oblivion" ganz standesgemäß los, und das Publikum ging großteils auch von Beginn an gut mit - man merkte schon, dass einige Leute (überwiegend Frauen ;-)) hauptsächlich wegen dieser Band gekommen waren. D.C. Cooper ließ auch überhaupt keinen Zweifel aufkommen, wer der Kopf der Band ist. Alex (g.) und Jürgen versuchten sich zwar auch immer wieder in Szene zu setzen, aber gegen das Posing des "Großen Meisters" hatten sie keine Chance (auch wenn er hin und wieder über seinen eigenen Mikroständer stolperte). Nach einer kurzen Begrüßung durch D.C. folgte dann das etwas ruhigere "Always To Come" mit seinem recht ansprechenden Gitarrensolo. Natürlich durfte auch ein Song von D.C.´s früherer Band, ROYAL HUNT, nicht fehlen, und somit kam anschließend "River Of Pain". Danach ging es aber wieder mit SILENT FORCE-Material weiter, nämlich mit den beiden Titelsongs der bisher erschienenen Alben, "Empire Of Future" und "Infatuator", wobei die fünf Jungs gerade bei letzterem ordentlich Gas gaben. Anschließend kreischte D.C. in bester Rob Halford-Manier die ersten Zeilen des JUDAS PRIEST-Songs "All Guns Blazing", doch als eigentlich die Instrumentalfraktion einsetzen sollte, gingen SILENT FORCE zu dem Klassiker "You've Got Another Thing Coming" (ebenfalls von JUDAS PRIEST) über. Dass bei diesem Song natürlich die Stimmung ihren bisherigen Höhepunkt erreichte, versteht sich ja fast von selbst - vor allem, da die Band einen ziemlich ausführlichen Mitsingteil eingebaut hatte. Danach war dann auch schon Schluss mit SILENT FORCE, die auch unter Beifallsstürmen (zumindest in den vorderen Reihen) die Bühne verließen, doch auch hier blieben die Zugabe-Forderungen unerfüllt.


U.D.O.:

Nun dauerte es wieder ein ganzes Weilchen, bis alles bereit war für U.D.O., den Headliner des Abends, und vor allem, bis Lorenzos riesiges Schlagzeug-Kit enthüllt war. Doch als dann das Intro aus den Boxen dröhnte, war klar, dass es nun endlich weitergehen konnte. Nachdem die Band schon mit dem Titeltrack des aktuellen Albums, "Man And Machine", losgelegt hat, kam auch Udo auf die Bühne - wie immer in seinem Army-Outfit (beim ersten Song war er noch ein wenig roboter-mäßig getunet). Das Publikum ging im Großen und Ganzen von Anfang an gut mit, und in den vorderen Reihen wurden auch kräftigst die Köpfe geschüttelt. Es schien aber trotzdem so, dass es einigen doch etwas zu laut war, da sie relativ schnell das Weite suchten - obwohl der Sound trotz der recht ordentlichen Lautstärke für Take Off-Verhältnisse ziemlich gut war. Weiter ging es dann mit "Private Eye", bevor mit "Metal Heart" dann der erste ACCEPT-Klassiker kam. Hier war dann natürlich auch das Publikum gefordert lautstark mitzusingen, und die Leute ließen Udo keinesfalls im Stich - im Gegenteil, er war richtig begeistert über die Take Off´sche Gesangsleistung ("ihr seid so fantastisch"). Dann kam mit "Midnight Highway" ein weiterer Klassiker, bevor U.D.O. mit "Animal Instinct", das Stefan mit einem Gitarrensolo einleitete, zu ihrem eigenen Material zurückkehrte. Doch gleich danach kam auch schon wieder ein Song aus den guten alten ACCEPT-Zeiten, nämlich "Living For Tonight", an das sich ein Schlagzeugsolo von Lorenzo anschloss. Das Solo an sich war ja auch gar nicht schlecht, aber vom Hocker gerissen hat es wohl auch niemanden. Und somit wären wahrscheinlich alle zufrieden gewesen, wenn es stattdessen einen "normalen" Song gegeben hätte. Aber vielleicht war ja der Sinn und Zweck dieses Solos, dass Udo etwas Zeit zum Verschnaufen eingeräumt wurde? ;-) Auf alle Fälle gab die gesamte Band bei dem sehr schnellen "Network Nightmare" wieder sehr viel Gas. Anschließend war jedoch auch wieder das Publikum gefordert, da sich der ACCEPT-Klassiker "Princess Of The Dawn" geradezu zum Mitsingen anbietet, und das wurde auch bis zum Letzten ausgereizt. Danach ging es etwas ruhiger zur Sache, denn es folgte das durch Gitarre und Gesang eingeleitete "In The Darkness", das für U.D.O.-Verhältnisse fast schon als Ballade durchgeht. Udo wollte im Anschluss daran eigentlich etwas erzählen, doch irgendwie hat er im Reden den Faden verloren, so dass nur noch die Ansage des nächsten Songs dabei herauskam. Mit "Hard Attack" ging es dabei sehr weit zurück in Udos Karriere, ehe mit "Animal House" anschließend wieder ein Song neueren Datums gespielt wurde, wobei dabei Stefan (g.) beim Chorus kräftig mitsingen durfte. Zum Abschluss des Gigs spielten U.D.O. dann - wie hätte es auch anders sein sollen? - "Balls To The Wall". Nachdem das Publikum auch hier wieder kräftig mitgesungen hatte, war es natürlich nun so gut in Fahrt, dass es sich damit keineswegs begnügen wollte. Udo & Co. ließen sich zwar ein Weilchen betteln, aber dann klang aus den Boxen auch schon das Intro zu "Holy". Nach dem Titeltrack des vorletzten U.D.O.-Albums folgte noch "Screaming For A Lovebite", und dann verschwanden die Musiker schon wieder hinter der Bühne. Das wollte dem Publikum aber gar nicht gefallen, und so stimmte es kurzerhand die allseits bekannten "Heidi Heido Heida"-Gesänge an. U.D.O. blieb dann ja gar nichts anderes übrig, also noch einmal auf die Bühne zurückzukommen. Allerdings spielten sie nicht gleich das geforderte "Fast As A Shark", sondern es gab zunächst "I'm A Rebel" zu hören. Nach diesen beiden Zugaben war dann aber endgültig Schluss, und das Publikum ging sichtlich zufrieden nach Hause. Natürlich hätte man sich noch den einen oder anderen U.D.O.- bzw. ACCEPT-Song in der Setlist vorstellen können (z.B. "Breaker"), aber nach knappen zwei Stunden sollte man ruhig auch zufrieden sein. (Eine U.D.O.-Setlist ist im übrigen - so habe ich im Anschluss an das Konzert gelernt - ein wohlgehüteter Schatz, der unter keinen Umständen an die Öffentlichkeit gelangen darf. Beste Grüße an den Roadie! ;-))


Setlist U.D.O.:

Intro
Man And Machine
Private Eye
Metal Heart
Midnight Highway
Animal Instinct
Living For Tonight
Schlagzeug-Solo
Network Nightmare
Princess Of The Dawn
In The Darkness
Hard Attack
Animal House
Balls To The Wall
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Holy
Screaming For A Lovebite
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I'm A Rebel
Fast As A Shark

Redakteur:
Martin Schaich

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