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Up From The Ground 2004 - Gemünden / Steinwiesen

28.09.2004 | 09:24

27.08.2004,

Freitag, 27. August

Die Vorhut, Tolga K. und meine Wenigkeit, unterwegs zum UFTG: Mal wieder auf den letzten Drücker und mit fast streikender Karre. Welcher Idiot hat bei meiner Inspektion vor kurzem vergessen, nach meinem Ölstand zu schauen? Wir schaffen's auf den letzten Drücker, während die Leipziger Fraktion erst noch nachrücken muss. Also Auto gleich neben die Sanis und den Metal Hammer geknallt und Tolga vor die Bühne geschickt.
(Carsten Praeg)

THE CRESTFALLEN
Leider verpasse ich die ersten zehn Minuten der vier Jungs aus Nürnberg, doch was ich noch in den knapp zwanzig Minuten wahrnehme, kann sich hören lassen. Als Opener eines Festivals hat man's nicht einfach, doch die Mucke kann auf jeden Fall überzeugen, die Band leider nicht. Sie wirken leicht müde und hüftsteif, was sich auch die ganze Zeit über konstant hält. Der Death Metal mit leichten Thrash-Anleihen kann mich auf jeden Fall überzeugen, vor allem die genialen Doom-Parts sorgen für Abwechslung. Punkt 15 Uhr ist dann auch Schluss und der Sänger verkündet die nächste Band mit "Schwabenterror DAVIDIAN". Insgesamt war die Band bis auf den Sänger zu statisch, konnte jedoch sound- und songtechnisch punkten.

DAVIDIAN
Das Quintett aus dem Schwabenland bringt auf der Bühne etwas mehr Bewegung ins Spiel. Der Sound ist zwar arg drumlastig, doch der leicht an MACHINE HEAD, EVILDEAD und SLAYER angelehnte Thrash-Hüpf-Sound sorgt für mehr Stimmung vor der Bühne. Zwei Zuschauer mit dem Banner "Die fränkischen Hornochsen grüßen DAVIDIAN" werden vom Sänger zurück gegrüßt. Apropos Sänger: Für meinen Geschmack etwas schwach auf der Brust und von der Gesamtband der schwächste Part. Alle anderen Bandmitglieder sind zumindest spieltechnisch auf einem recht guten Niveau. Vor allem der Bassist stellt mit seinem Psychoblick den Comedypart in der Show. Sowohl Sound als auch der Sänger waren mau, aber showtechnisch eine Steigerung um 100 Prozent zu THE CRESTFALLEN.
(Tolga Karabagli)

Zwischen den Gigs findet Tolga auch noch Zeit für folgenden Ausruf: "Ey, der Zahn klaut unsere Zelte!" Und siehe da, "Metal Hammer"-Chef Thorsten hantiert tatsächlich an unseren großflächig ausgelegten Iglus (man will ja noch Plätze für den Rest der Crew freihalten) rum. Aber nur, um seinen Van vorübergehend dort abzustellen. Das hätte er lieber nicht getan, wie wir später noch feststellen werden...
(Carsten Praeg)

RUNAMOK
Der Sänger und Gitarrist startet die Show mit der Ansage "Wir sind RUNAMOK und die nächste halbe Stunde wird gerockt", was sie auch wörtlich nehmen. Der Sänger sieht von seiner ganzen Optik und der Gitarre nicht nur aus wie James Hetfield, sondern kommt auch stimmlich genauso rüber, nur etwas rauer. Trotz eines guten Sounds und Show wirken die Würzburger auf dem UFTG etwas deplaziert, was sich leider auch an den eher verhaltenen Publikumsreaktionen äußert. Trotz allem lassen sie es sich nicht nehmen FINAL BREATH am Ende zu danken und verlassen um 16.21 Uhr die Bühne.

SCHISTOSOMA
Um exakt 16.45 Uhr legt das Quartett los und erinnert im Opener zumindest am Anfang leicht an 'Raining Blood' von SLAYER. Die Stimmung ist auch deutlich besser als bei RUNAMOK, kein Wunder, der simple, groovebetonte Death Metal kommt einfach super rüber. Der Bassist wirkt mit seinen rotgefärbten Rastas wie Max Cavalera und der Drummer ist nur mit Boxershorts ein erster Blickfang für Drum-Groupies. Leider ist hier auch nach einer knappen halben Stunde Schluss, doch zumindest können die Jungs die ersten Zugaberufe des UFTG für sich verbuchen.

CRYPTIC WINTERMOON
Das Sextett fängt drei Minuten vor ihrer ursprünglichen Auftrittszeit an, was den Sänger dazu veranlasst dies auch dem Publikum mitzuteilen. Der eher simple Death/Black Metal kann sich hören lassen, und bis auf die unterkühlte Keyboarderin sind alle anderen gut dabei. (Worauf der gute Tolga mal wieder so achtet... ;o) Anm. v. C.P.) Obwohl der Gitarrist aussieht, als ob er von den Toten auferstanden wäre, und das nicht nur einmal (O-Ton: ein schreibender Kollege namens Phillip). Der Sänger ist über die Reaktionen absolut happy und lässt sich zu Aussagen wie "Es ist geil hier aufzutreten" und "Auf dem Party San vor zwei Wochen waren fünf Mal so viele Leute, aber nur halb soviel Stimmung" hinreißen. Bei dem sechsten Song 'Darkness Forever' kommen die Keys leicht CRADLE OF FILTH- und DIMMU BORGIR-mäßig rüber. Beim letzten Song 'Necro Fucking Bio' geht auch endlich die Keyboarderin ab. (Aha... Anm. v. C.P.) Bin auf das nächste Album gespannt.
(Tolga Karabagli)

So, nun trudelt auch der Rest der Crew ein und löst den guten Tolga ab.
(Carsten Praeg)

Der Zeltplatz sieht von oben wahrscheinlich wie ein Schlauch aus, an seinem Zipfel klebt die Bühne. In der Mitte steht ein formschöner Strommast mit mindestens 666.666 Volt. Unter elektrischer Dauerladung stehen bei der Anreise unserer metalheadschen Reisegruppe wohl schon einige Festivalbesucher, schließlich haben die ersten Bands die Gäste-Ohren schon viermal durchgespült. CRYPTIC WINTERMOON begleiten den Zeltaufbau und das erste Bier mit verheißungsvollem Black Metal - zumindest klingt die Mugge von weitem recht annehmbar. Richtig vor die Bühne geht es jedoch erst bei DEW-SCENTED, die mit ihrem geilen Thrash Metal erst mal ein dauerhaftes Haar-Propellerkreisen auf der Bühne veranstalten.
(Henri Kramer)

DEW-SCENTED
Gut gelaunt und mit ordentlich Pfeffer im Hintern sollen DEW-SCENTED auf Grund der späten Anreise meine erste Band des Festivals werden, aber da man natürlich nicht verlangen kann,
dass auf einzelne Personen wie mich Rücksicht genommen wird, lässt die Band es alles andere
als ruhig angehen. Für schnellen, treibenden und rifflastigen Death/Thrash ist die Band
bekannt geworden; und genau das bekommt das Publikum auch um die Ohren geworfen. Aufforderungen von Sänger Leif nach dem fettesten Moshpit des Festivals werden brav Folge geleistet und die Fans lassen sich zu ungewöhnlichen Aktionen hinreißen. Wo andere mit Schlüpfern und Kuscheltiere beworfen werden, fliegt bei Dew Scented auch schnell mal ein Portmonee und zwei ganz Wildentschlossene stürmen gar die Bühne. Letztere werden aber konsequent von den Sicherheitsleuten entfernt, so dass dies nach meinem Wissen der einzige Vorfall dieser Art bleibt.
(Christian Rosenau)

Nicht ganz, ein ähnlicher, aber lustigerer Vorfall wird sich noch am zweiten Tag ereignen, doch dazu später...
(Carsten Praeg)

DISBELIEF
Aber irgendetwas fehlt noch: Bier. Beim Up From The Ground bekommt der Typ Bier, der vorher an einer anderen Bude klugerweise gegen harte Euros harte Plastikchips in gelb eintauscht. Diese Chips funktionieren als Bons, wahlweise kann man sie auch als Einsatz beim allgemeinen Suff-Roulette sehen. Derlei Gedanken im Hinterkopf ist einmal die Dämmerung über Gemünden gekrochen und außerdem spielen inzwischen schon DISBELIEF. Gleichzeitig ist auf der Bühne rotes Licht angegangen, die strahlende Farbe steht den Jungs um Sänger Jagger sichtlich gut. So lässt der Gitarrist seine Locken im Lichtkegel kreisen, während ein geniales 'To The Sky' durch die Boxen brezelt. "Ich hoffe, ihr bleibt alle vom Regen verschont", sagt Jagger zwischen zwei druckvollen Stücken der DISBELIEFschen Death-Metal-Tonkunst. Davon gibt es heute viele: 'Misery', 'Ethic Instinct' oder 'God Master'. Egal, welchen Song diese Typen spielen - alles klingt geil, schwer, heftig. Da fällt es kaum auf, dass die zweite Gitarre zwischendrin einmal ihre Hufe hochreißt und einfach so ausfällt - zum Glück lärmt sie bald wieder. Nur am Ende wird er wirklich putzig: Da kommen noch zwei Feuerspucker auf die Bühne und lassen Flammen in die Luft steigen. Doch so gut scheinen die beiden Burschen nicht vorbereitet, sie müssen fast kotzen. Aber immerhin kommt die Brandeinlage synchron aus beiden Mündern heraus...

AGATHODAIMON
Und nun? Keksdosenschlagzeug rules fucking extreme in the aufcoming darkness. AGATHODAIMON treten auf und haben bis auf den merkwürdigen Drum-Sound einen nette Geräuschmischung erwischt. Außerdem steigern sie sich von Song zu Song, auch wenn zwischendurch schon mal eine ganze Box für kurze Zeit auffällt. Und 'Banner Of Blasphemy' rockt sowieso noch mal ordentlich gut durch, oder?!
(Henri Kramer)

In der Tat begleiten uns die Darmstädter (mit Verlaub: Mainzer! nachtragend, C.P.) Glam Black Metaller AGATHODAIMON in die endende Abenddämmerung, deren Auftritt neugierig erwartet wird, haben sie sich doch im Booklet ihrer vorletzten CD "Chapter III" als absolute Gothic-Poser mit Stretch-Limou, Zigarren und Jack Daniel‘s-Flaschen verkauft. Ins lauschige Gemünden sind sie aber ohnehin mit dem aktuellen Album "Serpent's Embrace" angereist, um die Live-Umsetzung des noch tieferen Abtauchens in Keyboard-Sphären zu demonstrieren. Der evil-grandiose Grunzer Akaias macht seine Sache sehr gut, bei den Songs von "Serpent's Embrace" geht das volle Organ aber in Keyboard-Frickeleien verloren, die außerdem die ansonsten zuverlässige Soundmaschine teilweise zu überfordern scheinen, und die in ihrer Komplexität vom Wind verweht werden. Der teilweise Keyboard-dominierte Live-Eindruck bestätigt sich, als selbst Sathonys' und Akaias' Gitarren hinter Felix' Keyboards zurückbleiben. Schließlich beginnt selbst der Himmel angesichts der stylish-morbiden Stimmung zu weinen und die Baumkrone, die über der Bühne zu einem immer dunkleren Schatten wird, rundet das Gesamtbild ab. Mit Songs wie 'An Angel's Funeral' von "Chapter III" wird die Stretch-Limou dann glücklicherweise voll an die Wand gesetzt, nicht zuletzt dank des Drummers, der das Gaspedal bis zum Bodenblech durchdrückt. Und auch der Sänger befreit sich wieder aus dem vorher eng gewobenen Keyboard-Netz. Das Publikum bleibt von soviel Bösartigkeit vortäuschender Energie nicht ungerührt und vor der Bühne bildet sich - ein Moshpit! Dass Akaias sich mit der Aufforderung "Come on, you ladies!" an einen wohl nicht unwichtigen Teil der Zielgruppe wendet, kann selbst einen FEAR FACTORY-Shirt-Träger nicht vom Bangen abhalten. Nach der ultimativen, aber verdienten Publikumslobhudelei gibt es kein Halten mehr und Akaias lässt sich von der Begeisterungswelle mit in den Nacken geworfenem Kopf umspülen. Gegen Ende gibt es dann noch einen fließenden Übergang zu 'Departure' - schön böse und bang-kompatibel -, denn auf Applaus muss nicht mehr gewartet werden.
(Gretha Breuer)

Vor allem der neue Basser Eddi, dessen Metal-Kutte schon eine kleine Rückgesinnung zur härteren Gangart dokumentiert, geht ab wie Sau. Immer wieder reißt er die Arme hoch und feuert das Publikum an. Als Trabi von Metalnews.de direkt nach dem Gig übers Mikro eine Autogrammstunde ankündigen will, post Eddi dahinter gleich noch einmal. Sehr zur Verwunderung Trabis, der zuerst gar nicht blickt, warum ihm die ersten Reihen lautstark zujubeln.
(Carsten Praeg)

NAGLFAR
Nur fett ist der AGATHODAIMON-Frontmann geworden. Vielleicht heult der Himmel auch deswegen. Da ist Kreischgott Jens Rydén von NAGLFAR schon ein ganz anderes Kaliber. Und just in dem Moment, in dem dieser Black-Metal-Schönling mit seiner Truppe die Bühne betritt und den ersten Song runterbrettert, hört auch der Regen auf. Nass sind die Jungs aus Schweden aber trotzdem schon, besonders der Gitarrist leidet darunter, an ihm hängen nur noch einzelne Strähnen - O-Ton Carsten: "Der Typ mit dem coolsten Haarausfall." (Sagte ich nicht "die Band mit dem meisten Haarausfall"? – vorsichtshalber mal ein Ohrstäbchen reichend, C.P.) Den optischen Kontrapunkt setzt da schon der Drummer mit seinem Schottenrock und der 08/15-Studenten-Kurzhaarfrisur. Doch böse klingt die Musik von NAGLFAR trotzdem, Songs wie 'As The Twilight Gave Birth To The Night' oder das zum Wetter passende 'When Autumn Storms Come' krachen massiv und voll infernalischem Hass ins Nacken-Gebälk. Immer im Mittelpunkt steht dabei der kehlige schreiende Sänger in seinen ärmellosen Shirt, seiner obligatorischen Lederhose und dem unverzichtbaren Patronengurt. Das Publikum bebt. Und am Schluss kommt noch 'Black God Aftermath'. NAGLFAR bleiben eine der besten Live-Dämonentruppen des Planeten, so viel Ohrenblut fließt selten. Weitermachen. 'I Am Vengeance'!
(Henri Kramer)

NAGLFAR sind echt ein Phänomen. In der WFF-Knüppelnacht lieferten die fünf Schweden ja zu später Stunde schon einen geilen Gig, aber der war nichts im Vergleich zu diesem Auftritt. Jens beschränkt sich nicht nur darauf, breitbeinig mit empor gestreckter Faust hinterm Mikro zu stehen. Nein, der Sänger ist agil wie nie, springt über die Bühne und feuert feist grinsend das Publikum an. Während die beiden lichtbehaarten Saitengreifer ihre genialen Riffs auf die Fanschar abfeuern, kommen die ersten Crowdsurfer in Richtung Bühne geschwommen. Henri und ich kriegen uns am Bühnenrand vor lauter Begeisterung gar nicht mehr ein. Einfach genial! Und dabei sind die Jungs schön auf dem Boden geblieben und anschließend für jedes Kompliment dankbar. Geduldig posen sie im Backstage-Zelt noch für die Fotografen, und ich könnt mir in den Arsch beißen, dass ich anscheinend die extra für euch eingeheimste Setlist verloren habe.
(Carsten Praeg)

MALEVOLENT CREATION
Nun folgt eine Lektion in Erstickungstod durch Überdruck, ein Gig so brutal und abgefuckt wie ein Tollwut-Anfall. Die Beleuchtung zum MALEVOLENT CREATION-Verdreschprogramm ist blau, weiß und rot. Rot wie Blut. Der Rest? Wie immer. Peng.
(Henri Kramer)

Nach brodelnder Gerüchteküche und einigem Hin und Her war irgendwann klar, dass die UFTG-Macher es geschafft haben: MALEVOLENT CREATION würden 2004 in Gemünden auf der Bühne stehen. Was ist zu den Headlinern vom Freitag noch zu sagen? Hat es irgendwann einmal einen enttäuschenden Auftritt der Meister des technischen Death Metal aus Florida gegeben? Kaum vorstellbar. Dave Culross rotiert auf seinen Drums während der fast schon liebevoll servierten Knüppelparts schneller als irgendjemand anders an diesem Tag, Sänger Kyle Symons bangt wie verrückt. Dass die kompositorischen Meisterleistungen sich nicht immer durch großen Wiedererkennungswert auszeichnen, liegt dabei in der Natur der Sache, aber die kurzen Midtempo-Gitarren-Einsprengsel gönnen den geschundenen Nackenmuskeln wenigstens etwas Erholung. Zum Jungs-Verprügeln vor die Bühne zu gelangen, gestaltet sich allerdings schwierig, denn die Festival-Besucher stehen mit zunehmender Bühnennähe gedrängter und dichter auf dem Gelände, das zwischen das idyllische Main-Ufer und eine Straße geklemmt ist. Aber dank des MALEVOLENT CREATION-Spezialeffekts, der – wie stets – alle, aber auch alle festivaltypischen Widrigkeiten vergessen lässt, ist selbst das schnöde Rumstehen im brausend-pfeifenden Gitarrenorkan ein einziger Genuss.
(Gretha Breuer)

Einige meinten ja, es würde sich um den einzigen MALEVOLENT-Auftritt in Deutschland handeln, aber wir haben die Jungs diesen Sommer schließlich auch schon in der Knüppelnacht beim "With Full Force" gesehen. Wenn der kurzhaarige Shouter Kyle abgeht, erinnert mich das positiv an NAPAM DEATH-Kollege Barney. Der von J.F. (KATAKLYSM) produzierte Knüppel-Sound und Kyle machen MALEVOLENT CREATION somit zur perfekten Mischung aus KATAKLYSM und NAPALM DEATH. Super Show!
(Carsten Praeg)

HOBBS ANGEL OF DEATH
Schon komisch, wenn den Headliner des Abends kaum jemand kennt. Allerdings auch kein Wunder, da HOBBS ANGEL OF DEATH in den 80ern ihre große Zeit hatten und der Großteil des heutigen Publikums damals mit ihren präpubertären Problemen zu hundert Prozent ausgelastet war. Dementsprechend leer wird es nach dem Weggang von MALEVOLENT CREATION auch, als die Menge sich um circa die Hälfte reduziert und nur noch die hartgesottensten Metaller übrig bleiben. Freunde von Thrash der alten Schule können zwar durchaus ihren Spaß haben, aber für mich sind das leider nur altgewordene, schwitzende Musiker mit dicken Bäuchen und einem fehlenden Bewusstsein für den richtigen Zeitpunkt zum Aufhören, bei denen man im Nachhinein auch nicht traurig sein muss, falls man sie verpasst hat.
(Christian Rosenau)

Ein sehr merkwürdiger Auftritt. HOBBS ANGEL OF DEATH sind extra aus Australien gekommen, um ihren 80er Thrash unters Volk zu streuen. Doch richtig interessieren will das kaum jemand. Allerdings gehen die noch anwesenden Fans umso heftiger ab, diese Band liebt man oder geht eben ins Bett um sich im Schlafsack gegen die einsetzende Kälte zu wehren. (Man braucht nur was zum Kuscheln. - augenzwinkernd, C.P.) Doch die eisigen Temperaturen können echte Fans nicht schocken. Auch MALEVOLENT CREATION gucken von der Bühnenseite gebannt zu, was da passiert. Oder wollen sie einfach nur ihrem Drummer zusehen, wie er sich als Ersatz schlägt. Denn ihr Drummer trommelt den HOBBS ANGEL OF DEATH-Gig kurzfristig, die Band ist nicht komplett angereist. 'Crucifixion' und 'Satan's Crusade' heißen zwei der gefeierten Titel, doch klingt der Sound dazu grauenhaft. Zwischendurch herrschen lange Pausen, die Stimmung sinkt. Und irgendwann hören sie eben einfach auf, der an sich gute Frontmann kann einem echt leid tun. Pech gehabt! Und so ist der erste Tag halbwegs überlebt. Jetzt noch Party-Zelt? Nein, denn hier gibt es keins. Das ist wohl auch die einzigste Verbesserung, die dieses Festival braucht - nach den Bands gibt es wenig Orte zur weiteren Eskalation der Ereignisse. Schade. So endet der Abend friedlich, mit einem Bier in der Hand im Auto... Schnarch...
(Henri Kramer)

Es nieselt immer doller und die meisten verziehen sich in ihre Autos, Iglus oder ins VIP-Zelt. (Ganz Dekadente auch zu Turnübungen ins Hotelzimmer, aber wir wollen ja keine Namen nennen.) Der Matsch nimmt zu, sehr zum Leidwesen von Thorsten Z., denn der Hammer-Van neben unseren Zelten am Rande eines kleinen Hangs bewegt sich nicht mehr von der Stelle. Vorerst, denn das POWERMETAL.de-Team schiebt die Kollegen am nächsten Tag aus dem Schlammassel. Ein Tag, an dem sich das Festivalgelände langsam in ein großes Schlammfeld verwandelt und so manches Zelt in seeartigen Pfützen versinkt...
(Carsten Praeg)

Redakteur:
Carsten Praeg

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