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Urlaub in Polen - Leipzig

08.01.2007 | 12:14

30.11.2006, Conne Island

endlich gesehen und weiterempfehlen ...

Mit einem URLAUB IN POLEN geht für mich ein ereignisreicher November 2006 zu Ende. Ha, den musste ich endlich mal bringen! Den Zugvogel jedoch schießt ein gewisser Kumpel M. ab. Dieser erscheint zu unserem vorkonzertlichen Trunk-Treffpunkt wieder mal zu spät und versucht, mit folgendem Kalauer in schon bestehende Gespräche einzudringen: "Na, dann gehen wir mal zur Arbeit in Tschechien, harharhar!" Dumpfe Blicke sind die Ernte. Nach so viel Frohsinn dann wollen wir endlich in besagte Halle überwechseln, wobei mal wieder der Preis für diese an sich hervorragende Band deutlich über die Stränge schlägt. Viele unseres Kolloquiums hatten jedoch schon die Zutrittsbefugnis monetär erworben, was schließlich die letzten Zweifler und Enttäuschten – auch mich – zum trotzigen Eintritt ermuntert. Ein handgeschriebenes Zettelchen verkündet die kurzfristige Absage wenigstens eines lokalen Supports, was sich auf das Billett keinesfalls auswirkt. Ewige Diskussionen könnten folgen - genug davon.

URLAUB IN POLEN stammen aus Köln und sehen seltsam aus. Auf der Bühne. Ein Typ Schlagzeuger in der Mitte, alle können ihm direkt dabei zusehen, wie hervorragend druckvoll und abwechslungsreich er die Stöcke bedient - auch bei der zunehmenden Schweißausbreitung, was definitiv immer ein Zeichen großer Arbeit ist. Daneben, mit Halsschlagadern wie ein Zehnkämpfer, wenn er singt, Mitglied zwei des Duos. Ganz im Zeichen der Verschwiegenheit heißt der eine G. B., der andere J. P. J. Der Gitarrist zählt zu seiner Bühnenausstattung außerdem ein mächtiges selbstgeschraubtes, halbrundes Effektsystem, aus dem er mehrteilig die meisten Töne zaubert. Mal ist das ein lecker Hallecho, ein Live-Dubbing oder aber ein Kracherriff - was sich aus der Symbiose von Können und Technik so setzen lässt.

Das neue Album "Health And Welfare" ist sehr abwechslungsreich gelungen und besticht durch eine Vielzahl von Ideen. An die livehaftige Umsetzung des Materials habe ich eher nicht geglaubt. Aber es gelingt. Eindrucksvoll sogar. Wie bei der Platte kracht es und knackt es, summt und surrt es, scheppert's und schwingt's. Es gärt und gospelt. Gospelt??? Ja, zwei attraktive Backgroundsängerinnen komplettieren das herzige Gemisch. Anfangs wirkt das befremdlich, aber nein, es passt sich musikalisch ergänzend hervorragend in den Gesamtauftritt ein. Optisch ja sowieso.

Das Conne Island ist etwa halbvoll angefüllt, mit angenehmen Bierhol-Lücken mittendrin. So speziell wie URLAUB IN POLEN ist auch das Publikum. Neben der Virtuosität, die auf der ersten Platte der Kölner zu erahnen war, rundet die sonore Stimme des Sängergitarristen den Gig vollends ab. Sehr gut, sehr hörenswert. Falls URLAUB IN POLEN gemacht werden soll, so auf diese Weise. Haha. Streicht das!

Redakteur:
Mathias Freiesleben

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