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WITHIN TEMPTATION - Köln

09.03.2005 | 12:40

27.02.2005, E-Werk

Knapp zwei Jahre ist es nun her, dass WITHIN TEMPTATION auf ihrer Co-Headliner-Tour mit PARADISE LOST die Hauptgruppe an die Wand spielten und somit den Grundstein für den heutigen Erfolg in deutschen Landen legten. Nach einigen Festivalauftritten, dem gefeierten Re-Release von “Mother Earth“ und dem erwartungsgemäßen kommerziellen Erfolg ihrer neuen Scheibe “The Silent Force“ kommen die Niederländer nun zurück, dieses Mal jedoch als unbestrittener Headliner und noch dazu in viel größeren Clubs.
In Köln sollte nun das letzte deutsche Konzert der Tour stattfinden, doch die Band ist immer noch sehr euphorisch und hat es in den letzten Tagen, so versicherte mir der Schlagzeuger im Interview, immer wieder geschafft, dem jeweils vorherigen Abend noch einen draufzusetzen. Vor der Haustür von VIVA sollten die Jungs um ihre hübsche Frontdame Sharon Den Adel jedoch besonders motiviert sein, doch dazu später mehr.
Erst einmal gilt es die ebenfalls niederländische Vorband zu überstehen, die sich aber alles in allem sehr tapfer schlägt und live einige Fragezeichen, welche sich nach mehrfachem Hören der aktuellen CD “Summer’s End“ ergeben hatten, auflösen können. Blickfang der Gothic-Metal-Band ist ganz klar Sängerin Nienke de Jong, die in ihrem seltsamen Outfit mit Hemd und Krawatte erst einmal recht merkwürdig herüberkommt. Doch die junge Dame gibt sich auch alle Mühe, in jeglicher Hinsicht aufzufallen, bangt dabei ab und zu, wandert ständig ganz ruhig über die Bühne und versucht auch, die Töne genau so zu treffen wie auf Platte. Das gelingt ihr jedoch heute Abend nicht so gut, denn gerade bei den höheren Tönen hat Nienke so einige Probleme, was vor allem nach dem Auftritt des Headliners richtig deutlich wird, wo man im Vergleich sieht, wie genial Sharon Den Adel tatsächlich ist, bzw. dass die AUTUMN-Sängerin noch viel lernen muss. So zum Beispiel auch der übertriebene, alberne Humor bei den Ansagen, der schon fast kindisch wirkt.
Gut, soviel zum Äußerlichen, musikalisch hingegen macht der rund 40-minütige Auftritt wirklich Spaß, zumal der Sound wirklich schon sehr üppig ist und die Band sich wirklich ranhält. Songs wie ’Gospels In Dusk’ und der Titeltrack des neuen Albums hauen jedenfalls gut rein und zeigen klar auf, dass die Band bestens aufeinander eingespielt ist. Für AUTUMN soll es heute der letzte Abend der Tour sein, und sie schlagen sich dabei nicht nur wacker, sondern empfehlen sich unter tosendem Applaus auch für größere Aufgaben. Man darf gespannt sein, wohin die Wege dieser Band in den nächsten Jahren noch führen werden; sollte Nienke de Jong nämlich so manche stimmliche Panne in den Griff bekommen, ist AUTUMN Großes zuzutrauen!

Setlist:
Intro
The Coven
Gospels In Dusk
Gallery Of Reality
Silent Madness
The Green Angel
This Night
Summer’s End

Die ganze Bühne ist seit Anfang an von einem großen Vorhang abgedeckt, und man kann schon erahnen, dass WITHIN TEMPTATION eine ziemlich opulente Bühnenshow mit sich führen würden. Als dann aber nach einer halben Stunde Umbaupause dieser Vorhang und die Saitenfraktion auf einer Empore die ersten Takte des Intros anstimmt, ist man dennoch erstaunt. Ja, die Niederländer haben sich definitiv nicht lumpen lassen und warten mit einer riesigen Leinwand auf, auf der es im Laufe der Show den jeweiligen Songs entsprechend tolle Landschaftsaufnahmen zu sehen gibt, sei es nun aus der Wüste, aus der Arktis, aus einer Berglandschaft, aus dem All ... usw. Rechts und links von der Bühne sind hingegen riesige Säulen und Statuen aufgebaut, während an einer Seite Schlagzeuger Stephen van Haestregt hinter seinem erhöhten Schlagzeugthron den Takt angibt. Dann schlendert Sharon in bedächtigem Tempo auf die Bühne und singt die ersten Zeilen vom Opener des neuen Albums ’See Who I Am’, der eine Serie von Kompositionen einläutet, die fast die gesamte “The Silent Force“-Platte umspannt. ’ Jillian (I'd Give My Heart)’ und ’Stand My Ground werden dabei erwartungsgemäß am lautesten abgefeiert, doch auch ’Forsaken’ bekommt langen Applaus. Die Stimmung ist eh direkt perfekt, denn ab dem Moment, in dem die dunkelhaarige Sängerin ihr Publikum in ihren Bann zieht, kann man sich bis zum Mischpult hin kaum noch halten. Arme werden geschwenkt, zur neuen Single ’Memories’ werden die Feuerzeuge gezückt, ab und zu wird auch auf Anleitung der Gitarristen gehüpft und wenn Sharon zwischendurch ihre Hände tänzelnd kreisen lässt, darf sogar gekichert werden – aber unfreiwillig, denn diese Geste wirkt als einziges unpassend, da es so gezwungen und aufgetragen aussieht.
Das soll aber wirklich der einzige kleine Kritikpunkt einer sonst souveränen Show sein, bei der lediglich Sechssaiter Ruud Jolie durch sein etwas zu routiniertes Auftreten aus der Reihe tanzt. Der Rest der Band wirkt hochmotiviert, speziell Robert Westerholt, der im Zugabenteil bei den älteren Sachen noch mal grunzen darf und die Fans vor den letzten Nummern mit einer sympathischen Ansage fragt, ob sie nicht noch Lust auf mehr haben – und dann mit einem überwältigten Grinsen wieder zurückkehrt.
Die Songauswahl an diesem Abend könnte indes nicht besser sein. Wie gesagt, die neue Scheibe wird fast komplett gespielt, doch auch von “Mother Earth“ werden alle Highlights geboten, wobei dieses Mal nicht die beiden üblichen Verdächtigen (’Mother Earth’ und ’Ice Queen’) das Renne um den besten Song machen, denn darum streiten sich das bombastische ’Deceiver Of Fools’ mit einer alles überragenden Sharon und das gefühlvolle ’Our Farewell’, das Stück mit der dicksten Gänsehaut.
90 Minuten vergehen letztendlich wie eine halbe Stunde und bevor sich die Band bei den Fans artig bedankt und mit den beiden “Enter“-Stücken ’The Other Half (Of Me)’ und ’Jane Doe’ den Abgang wagt, weiß man schon Bescheid, dass man heute nicht zum letzten Mal Gast bei dieser genialen Band gewesen ist. Neben dem umwerfenden MEGADETH-Gig zwei Wochen zuvor nun ein weiteres Konzert-Highlight, welches man 2005 wohl nur noch schwer wird toppen können. Perfekter Sound, erstklassige Performance, super Bühnenshow und Songs für die Ewigkeit – WITHIN TEMPTATION sind ganz groß im Rennen und endlich auch europaweit an der Spitze. Und wenn sich herumspricht, was man an diesem Abend in Köln erlebt hat, dann muss beim nächsten Mal vielleicht schon die Kölnarena mieten, um dem großen Fanandrang standzuhalten…

Setlist:
Intro
See Who I Am
Dangerous Mind
Jillian (I’d Give My Heart)
Angels
The Promise
Pale
Forsaken
Stand My Ground
Memories
Caged
Running Up That Hill
Mother Earth

Deceiver Of Fools
Aquarius
The Other Half (Of Me)

Our Farewell
Jane Doe
Ice Queen

Redakteur:
Björn Backes

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