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Wacken Open Air 2002 - Wacken

16.08.2002 | 14:19

01.08.2002,

FREITAG - True Metal-Stage


STORMWARRIOR

Morgens, halb zehn in Wacken. Anstatt der Deutschland-weiten Frühstückspause nachzugehen, habe ich mich lieber zum Aufstehen aufgerafft, denn auf dem Plan stand die neue Hoffnung des Teutonen Metals: STORMWARRIOR. Und auch wenn Kai Hansen seinen Gastauftritt aus Termingründen absagen musste (so überraschend war das nun auch nicht, denn schließlich war ja schon lange bekannt, dass GAMMA RAY an diesem Tag bei den Metal Dayz in Pratteln spielen würden - Martin), war die Show der vier Nordlichter sehenswert. Denn die Jungs feuerten von ihrem vorzüglichen selbstbetitelten Major-Debüt eine musikalische Perle nach der anderen auf die anwesenden Metaller ab. Und jeder Fan der "Walls Of Jericho" fand sich beglückt in der Masse wieder, als er Songs wie "Signe Of The Warlorde", "The Axewielder" oder "Iron Prayers" vernehmen durfte. Dementsprechend war der Platz für die frühe Uhrzeit auch gut gefüllt, so dass man diesmal nicht von dem undankbaren Platz als Opening-Act reden konnte. Natürlich war der Sound, wie zu erwarten, nicht der beste, aber das tat weder der Stimmung noch der Leistung der Band einen Abbruch. Die vier Recken holten das Beste aus sich raus und dürften auch eine Menge neuer Fans gewonnen haben.
[Georg]


DOMINE

Auf DOMINE hatte ich mich wirklich sehr gefreut, da sie für mich zum Besten gehören, das die italienische Power Metal-Szene zu bieten hat - auch wenn ihre Kollegen von RHAPSODY oder LABYRINTH weitaus bekannter sind. Doch bevor die fünf Südländer loslegen konnten, musste erstmal das Festivalgelände etwas auf Vordermann gebracht werden. Inzwischen waren die Veranstalter nämlich auf die Idee gekommen, dass man den allgegenwärtigen Schlamm ja auch mit Stroh abdecken könnte, und so wurden nun Strohballen in großen Mengen auf das Gelände gekarrt. Nachdem die Leute vor der True Metal-Stage wieder halbwegs festen Boden unter den Füßen hatten, erklang auch schon das Intro vom Band und DOMINE stürmten auf die Bühne, um - wie nicht anders zu erwarten - mit "The Hurricane Master" loszulegen. Die Band war sehr beweglich, wobei vor allem der Sänger Morby, der auch schon für LABYRINTH das Mikro in die Hand genommen hatte, wie wild über Bühne wirbelte. Bei der Songauswahl hatten die Italiener ihre beiden letzten Platten ("Dragonlord", "Stormbringer Ruler") gleichermaßen berücksichtigt, und so ging es mit "Thunderstorm" und dem Richard Wagner-Tribut "The Ride Of The Valkyries" (im Instrumentalteil wird der Walkürenritt zitiert) recht flott weiter. Nach dem dann folgenden "Dragonlord" war dann aber auch schon Schluss - das war zwar sehr schade, aber in 25 Minuten bringen die Italiener eben nicht mehr als vier Songs unter. Der kurze Auftritt von DOMINE war auf alle Fälle sehens- und hörenswert, und ich hoffe, dass man die Jungs mal wieder in Deutschland zu sehen bekommt!
[Martin]


IRON SAVIOR

Mit den Worten "Wir sind noch nicht soweit, aber wir fangen trotzdem an!" begrüßte Piet Sielck das wartende Publikum, und so legten IRON SAVIOR auch gleich mit "Protector" von ihrer neuen Scheibe "Condition Red" los. Leider taten sie das ohne Thomas Nack, der sich einen Finger gebrochen hatte und deshalb seine Drumsticks nicht betätigen konnte. Aber glücklicherweise hatten IRON SAVIOR in Uli Kusch (Ex-HOLY MOSES, Ex-GAMMA RAY, Ex-HELLOWEEN) einen würdigen Ersatzmann gefunden, der seine Aufgabe sehr gut meisterte. Weiter ging es im Set mit "Titans Of Our Time", "Coming Home", "Iron Savior", "Watcher In The Sky" und "Condition Red", die zwar musikalisch gut rübergebracht wurden, aber doch schnell langweilig wurden, weil auf der Bühne einfach nichts passierte. Die Fans in der Mitte des Getümmels schauten jedoch erst gar nicht hin, sondern widmeten sich hingebungsvoll einer großen Strohschlacht. Erst als Piet Sielck bei "Warrior" (ebenfalls auf der neuen CD zu finden) seine verstimmte Gitarre weglegte und die Meute zum Klatschen animierte, wurde es etwas interessanter. Mit "Mindfeeder" und dem IRON SAVIOR-Pflichtprogrammpunkt "Atlantis Falling" ging der Gig dann auch schon zu Ende, weil ein Song weggelassen werden musste, um die Verzögerungen auf der True Metal-Stage wieder auszugleichen.
[Ulrike]


ANGRA

Nachdem auf der Black-Stage die letzten doomigen Klänge (DEBRIS INC.) verstummt waren, sollte es nun auf der True Metal-Stage ganz anders weitergehen, denn schließlich standen die Brasilianer von ANGRA auf dem Programm. Und wer diese Band kennt, der weiß, dass sie für traditionellen Heavy Metal mit kraftvollen Gitarrenriffs und eingängigen Melodien steht, wobei sie weder die klassischen als auch die typisch brasilianischen Einflüsse verleugnen kann. Wie üblich ging es mit einem Intro los, ehe die Band um die beiden Gitarristen Kiko Loureiro und Rafael Bittencourt (im Übrigen die einzigen verbliebenen Gründungsmitglieder) mit "Hunters And Prey" loslegten. Weiter ging es dann mit "Heroes Of Sand", bei dem der Background-Gesang leider vom Band kam (das finde ich bei Live-Auftritten eigentlich nicht so überragend), ehe mit "Angels Cry" ein älterer Song gespielt wurde. ANGRA zeigte sich an diesem Nachmittag sehr gut aufgelegt, und vor allem der Sänger Edu Falaschi verstand es, das inzwischen doch recht zahlreiche Publikum mitzureißen. Bei dem Titeltrack des immer noch aktuellen Albums "Rebirth" ("Hunters And Prey" ist ja keine reguläre Veröffentlichung) konnten die Jungs dann ihr Können unter Beweis stellen, da es bei diesem Song sowohl langsame als auch schnellere Teile gibt, aber der eigentliche Höhepunkt war für mich das anschließende Instrumentalstück. Ein gewöhnliches Drum-Solo bekommt man ja fast bei jeder Band zu hören, aber dass sämtliche Musiker gleichzeitig und auch noch so gekonnt auf den verschiedensten Percussion-Instrumenten spielen, ist doch eher ungewöhnlich. Anschließend folgte mit "Nothing To Say" wieder ein "normaler" Song, und dann sah es auch schon so aus, als ob es das gewesen wäre. Doch als noch einmal ein Intro vom Band kam, war klar, dass ANGRA noch einen nachlegen würden, und zwar in Form von "Carry On". Nachdem während des etwas in die Länge gezogenen Outros noch die Band vorgestellt wurde, verschwanden die Brasilianer endgültig von der Bühne, auch wenn nicht wenige noch gerne einen Song mehr gehört hätten. Insgesamt ein Auftritt, der wirklich Spaß gemacht hat - Happy Metal in Reinkultur!
[Martin]


PRETTY MAIDS

Es ging wirklich hin und her: Eben noch bei DYING FETUS wie ein Irrer gebangt, dann war es Zeit für melodischen Heavy Metal dänischer Prägung. Und auch wenn ich gestehen muss, dass ich nie ein großer PRETTY MAIDS-Fan war, so konnte mich der Gig doch ziemlich beeindrucken. Das lag nicht nur am wirklich guten Sound, der alle Instrumente gut zur Geltung brachte, sondern auch am Auftreten der Band. Sänger Ronnie Atkins hatte das Publikum jederzeit im Griff, auch bei den obligatorischen Mitsingspielchen, und Gitarrist Ken Hammer zeigte wieder einmal seine Klasse. Da auch der Rest der Band dem in nichts nachstand, wurde der PRETTY MAIDS-Gig zurecht von den Fans lautstark bejubelt, nach den Songs konnte man bis zum Mischpult die Hände sehen. Kein Wunder, bei starken Liedern wie "Future World", "Yellow Rain" oder "Back To Back". Merkwürdig war nur, dass die Band nach handgestoppten 35 Minuten schon die Bühne verließ. Die Fans brüllten aber nach einer Zugabe, die sich die PRETTY MAIDS auch redlich verdient hatten, so dass "Red, Hot And Heavy" noch einmal für Begeisterung im Publikum sorgte. Dann war aber endgültig Schluss und PRETTY MAIDS hatten bewiesen, dass mit ihnen immer noch zu rechnen ist (zumindest live! - Martin).
[Herbert]


SAVATAGE

SAVATAGE live erleben zu dürfen ist einfach immer wieder ein Genuss, vor allem, weil die Band scheinbar einfach keinen schlechten Auftritt hinlegen kann. Doch diesmal gab es trotzdem noch etwas Besonderes: Da Rückkehrer Al Pitrelli wegen "anderweitiger Verpflichtungen" fehlte, durfte man keinen geringeren als ANNIHILATOR-Mastermind und -Maniac Jeff Waters mit frischem Irokesenschnitt an der Axt bewundern. Es war schon bewundernswert, wie selbstverständlich dieser involviert und integriert war, zumal er vereinzelt mit Gitarrensolos und sogar Backing-Gesang ("Chance") glänzen durfte. Weniger überraschend war hingegen die Setlist, die alle Standards beinhaltete und der vom With Full Force-Festival 2001 sehr ähnlich war. Nach "Of Rage And War" gab es wieder ein Medley (bestehend aus "Chance", "Wake Of Magellan", "Edge Of Thorns" und "Dead Winter Dead"). Danach unternahm man mit "Morphine Child" auch bereits den letzten Ausflug in Richtung neue Scheibe. Nach dem Uralt-Klassiker "Siren" und "Strange Wings" war die Zeit dann schon so weit vorangeschritten, dass nun nur noch die Songs kommen konnten, ohne die SAVATAGE eh nicht von der Bühne gehen dürfen. Los ging es mit dem wieder mal mörderisch genialen (und von tausenden Kehlen mitgesungenen) "Believe" (aber bei weitem nicht so genial wie auf dem BYH 2001 - Martin), übrigens das einzige Mal, dass Jon Oliva die Leadstimme sang, was sonst immer Damond Jiniya vorbehalten war. Auch daran sieht man, wie sehr dieser mittlerweile in die Band hineingewachsen ist, und dass er eigentlich gar nicht mehr wegzudenken ist. Sowohl vom Gesang als auch von der Performance her lieferte er eine starke Leistung ab. Das Finale bildeten standesgemäß "Gutter Ballet", "Power Of The Night" und natürlich "Hall Of The Mountain King". Ansonsten kann man eigentlich nur noch konstatieren, dass man wie immer bei SAVATAGE musikalisch verwöhnt wurde und jeder Fan mit Sicherheit zufriedengestellt wurde. Besonders positiv fiel neben der wirklich erstklassigen stimmlichen Verfassung von Damond der ziemlich gute Sound auf, negativ lediglich die Bemerkung von Redaktionskollege Christian, Pavarotti hätte sich seinen Bart abrasiert und bei SAVATAGE hinter´m Keyboard gestanden (was für eine Legendenbeschmutzung).
[Stephan]


BRUCE DICKINSON

Es ist ja immer wieder schön, den guten, alten Bruce zu sehen bzw. zu hören. Jüngst habe ich ihn erst auf DVD beim Fechten und Fliegen bestaunt, und nun läuft er auf dem Wacken auf, wie schön! Das dachten sich auch etliche tausend Menschen, die am Freitag abend gen True Metal-Stage pilgerten, um den Meister gebührend zu empfangen. Wir waren alle sehr froh, ihn zu sehen, jubelten, was das Zeug hielt, und dann fing er an, mit mir völlig unbekannten Bandkollegen, uns mehr oder weniger unbekanntes Solomaterial vorzustellen. Nun ja, es ist schon sehr ungewohnt - ja, immer noch - unseren Bruce mit "fremden" Musikern auftreten zu sehen. Mir wird ganz wehmütig ums Herz, wenn ich mir vorstelle, wer denn da eigentlich hinter die Gitarren, das Schlagzeug und den Bass gehört; und ich denke, da geht es nicht nur mir allein so. Die Songs wurden auch recht gut aufgenommen; ich meine, schlecht sind sie nicht, schließlich sind sie schon im MAIDEN-Stil gehalten, wenn ich da mal meine bescheidene Meinung äußern darf. Allerdings ging die Party denn auch erst richtig los, als mit "Revelations" der erste MAIDEN-Song gespielt wurde, aber darüber könnte man ja noch hinwegsehen. Die Stimmung blieb auch weiterhin gut, aber mittlerweile musste es einem einfach auffallen, dass, sobald vertraute Klänge à la IRON MAIDEN an die Öhrchen der Zuhörer drangen, der Lärm gewaltig, das Kopfschütteln rasend und der Applaus ohrenbetäubend wurde. Also, es ist nicht so, dass der gemeine Metal-Fan Bruces Solokarriere nicht akzeptiert, nein, wirklich, die Musik ist gut, auch die anderen Band-Members sind ausgezeichnet, aber wenn wir ehrlich sind, gehört Bruce einfach zu den restlichen eisernen Jungfrauen, und alles andere wird nach Kräften ignoriert. Von weitem sah´s auch fast richtig aus; alle mobilen Musiker tobten über die Bühne wie wir es von MAIDEN gar nicht anders kennen, Bruces Stimme war wie immer gewaltig, die Musik war technisch gut ausgesteuert und astrein gespielt und durch die Nacht schallt "Scream for me, Wacken!". Hach, da krieg ich eine Gänsehaut, was ist es nur schön! - Zwei markante Unterschiede fielen mir dann aber doch auf; erstmal gab es keine Bühnendeko. Natürlich hätte ich sowieso vergeblich nach einem noch so klitzekleinen Eddie auf der Bühne Ausschau halten können, aber auch an anderem Dekomaterial gab es rein gar nichts. Der zweite Unterschied war rein akustischer Natur; und zwar drang eine gar wunderschöne Ballade an mein Ohr. Das ist ein sanftes, langsames Stück, liebe MAIDEN-Fans; ich weiß, ihr kennt sowas nicht wirklich, aber glaubt mir, dafür lohnt es sich sogar, mal in die Solo-Scheiben reinzuhören. Erwähnenswert ist noch ein grandioses Drum-Solo, das wirklich vom Feinsten war, auch wenn nicht von Nicko McBrain gespielt. Schlussendlich freue ich mich auf den nächsten MAIDEN-Gig, denn da kann ich wenigstens wieder jeden Song mitsingen. Ich hoffe, ihr nehmt mein vorurteilbehaftetes Geschwafel nicht zu ernst, ich tue es ja auch nicht. - Scream for me, Wacken!
[Hjalana]

Setlist:
Silver Wings
Back From The Edge
Broken
Revelations
Accident Of Birth
Darkside Of Aquarius
The Tower
Tears Of The Dragon
Laughing
Innerspace
Bring Your Daughter
Tattooed Millionaire
Prisoner
Powerslave
Delilah


J.B.O.

Das war ein Wechselbad der musikalischen Eindrücke - nachdem die CHILDREN OF BODOM auf der Black-Stage ihren Auftritt beendet hatten, ging es kurz danach nebenan auf True Metal-Stage mit J.B.O. weiter. Und damit nicht gleich ein falscher Eindruck entstehen konnte, hier könnte es nun einen Niveau-Overkill geben, legten die Spaßvögel aus Franken mit "Im Verkehr" gleich standesgemäß los. Hannes und Vito hatten im Folgenden auch überhaupt keine Probleme, das Publikum in den Griff zu bekommen, denn schließlich war bereits bei diesem Opener eine sehr gute Stimmung vorhanden, und es wurde auch ebenso lautstark wie schief mitgesungen. Als dann Hannes seine obligatorischen Frage stellte, ob denn auch Metaller anwesend wären (in Wacken wohl eher eine rhetorische Frage), kam er natürlich beim Publikum gleich an die richtige Adresse, und so waren die besten Voraussetzungen für das anschließende "Schlaf, Kindlein, schlaf" geschaffen, in das sie im hinteren Teil gleich noch ein halbes "Älläbätsch" eingebaut haben. Da J.B.O. demnächst mit einer neuen Scheibe aufwarten können ("Rosa Armee Fraktion"), gab es darauf auch schon mal einen kleinen Vorgeschmack in Form von "Arschloch und Spaß dabei" (ein Song mit diesem Titel war ja längst überfällig!), dem musikalisch "Fire, Water, Burn" von der BLOODHOUND GANG zugrunde liegt. Es folgten "Hose runter" (mit dem Hinweis auf die anstehende Bundestagswahl) und "Ein Fest" (mit dem üblichen Mitsingspielchen), ehe die aktuelle Single "Ich will Lärm" gespielt wurde. Danach verschwand Hannes für kurze Zeit von der Bühne, um dann als Hannes "G.Laber" Kilmister zurückzukommen, und dann gab es den MOTÖRHEAD-Klassiker "Ace Of Spades" auf die Ohren (allerdings in der Originalfassung und nicht in der J.B.O.-Balladenfassung). Und dann setzten J.B.O. auch schon zum Endspurt an, denn schließlich haben die Jungs ein paar Songs in der Hinterhand, die bei keinem Konzert fehlen dürfen, wie zum Beispiel das Medley "Kuschelmetal", das fälschlicherweise oft als MANOWAR-Cover angesehene "Verteidiger des Blödsinns", in das sie kurzerhand ein SLAYER-Riff eingebaut hatten, oder den J.B.O.-Klassiker überhaupt, "Ein guter Tag zum Sterben". Nach der Bandhymne "J.B.O.", bei der wie üblich die großen rosa Leuchtbuchstaben zum Einsatz kamen, war dann endgültig Schluss, und die Band wurde mit Beifallsstürmen verabschiedet. Der Auftritt von J.B.O. war wie üblich sehr souverän und überaus unterhaltsam - auch wenn die meisten Gags inzwischen schon bekannt sind. Aber trotzdem: ... und Spaß dabei!
[Martin]


WARLORD

Mal ganz abgesehen von der Tatsache, ob man Joacim Cans nun mag oder nicht, jeder war doch gespannt auf den ersten Auftritt von WARLORD. Würde es die triumphale Rückkehr einer Legende werden oder würde sich die gesamte Reunion als schamlose Leichenfledderei entpuppen? Aber schon die ersten Songs wischten alle Zweifel beiseite, so dass WARLORD in der folgenden Stunde eindrucksvoll ihre gesamte Klasse zeigten. Der bei HAMMERFALL häufig kritisierte Joacim Cans bot eine super Gesangsleistung, die perfekt zu den WARLORD-Tracks passte und kam auch sonst äußerst sympathisch rüber. Über das sehr gute Schlagzeugspiel und das einzigartige Gitarrenspiel von William Tsamis muss man hingegen nichts mehr sagen, das sprach für sich. Dazu kamen dann noch die Songs, neben alten Klassikern wie "Lucifer´s Hammer", "Deliever Us From Evil" oder "Lost And Lonely Days" wurden erstaunlich viele neue Tracks gespielt, darunter "War In Heaven", "Winds Of Thor", "Enemy Mind", "Battle Of The Living Dead" und das coole "Invaders", das ich schon in der LORDIAN GUARD-Version klasse fand. Die neuen Lieder konnten dabei problemlos mit den alten Klassikern mithalten, so dass es keinen Qualitätsabfall gab. WARLORD waren einfach nur geil und unterstrichen mit dem Abschlusstrack "Child Of The Damned" (mit HAMMERFALL-Gitarrist Oscar Dronjak, der ein cooles Schweden Trikot trug), das mit WARLORD wieder zu rechnen ist. Trotz des bärenstarken SAVATAGE-Auftritts DER Gig des Freitags und eins der absoluten Highlights. Es gab eigentlich nur zwei Wermutstropfen: Zum einen war es viel zu leer (der Platz von WARLORD auf der Running Order war auch alles andere als ideal! - Martin) und zum anderen waren die Reaktionen zwar gut, entsprachen aber nicht der Klasse des Auftritts. So oder so, die Legende lebt!!!
[Herbert]


Redakteur:
Martin Schaich

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