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Wacken Open Air 2007 - Wacken

08.09.2007 | 15:54

02.08.2007, Wacken

W:O:A-FIREFIGHTERS

Ein Konzert der W:O:A-FIREFIGHTERS muss man sich einfach mal angesehen haben. Und nicht nur, weil das in "Full Metal Village" so lustig aussah, sondern weil es in Wirklichkeit noch lustiger ist. Der Biergarten ist gut gefüllt, als die Feuerwehrkapelle die für ihre Anzahl (zwanzig bis dreißig Mann/Frauen) viel zu kleine Bühne betritt. Aber das macht ihnen nichts aus, und somit beginnt dann eine ca. einstündige Party, die einem jeden Metalhead, der ein wenig Sinn für Humor und Bier hat, eigentlich nur Spaß machen kann. Es werden Schlager und Klassiker wie 'Schnaps, das war sein letztes Wort', 'Kein Bier auf Hawaii' oder 'Pillemann, Fotze, Arsch' (welches wohl mittlerweile das Kultlied des Vereins sein dürfte) zelebriert wie sonst wohl nirgends. Das macht einfach nur Spaß, und wenn der etwas dickbäuchige "Dirigent" beim Crowdsurfen gnadenlos versagt, dann lacht er darüber selber mehr als jeder andere. Und das steckt an: gute Laune und mitgrölende Metaller, so weit das Auge reicht. Die gute, ausgelassene und bierselige Stimmung eines solchen Konzerts sollte jeder mindestens einmal miterlebt haben.
[Oliver Paßgang]

ROSE TATTOO (Black Stage)

Nachdem sich die Hardrock-Band aus Australien durch ihre Schicksalsschläge gewunden hat, wie etwa den Tod zweier wichtiger Bandmitglieder, und die Tour durch Deutschland den einen oder anderen Extra-Fan angezogen hat, ist es an der Zeit, der Veröffentlichung des Hammeralbums "Blood Brothers" mit dem Auftritt in Wacken das Highlight zu geben, das es verdient. Nachdem die Party Stage letztes Jahr nicht sonderlich gut besucht war, kommt die Vermutung auf, dass der Gig auf der Hauptbühne des Tages, der Black Stage, überhaupt keinen Sinn machen wird und auch hier wieder mehr Sitz- als Stehplätze da sind.

Doch weit gefehlt, der rhythmische Bluesrock der harten Schule lockt viele rhythmuswillige Musikerfreunde an, und noch bevor die ersten Takte gespielt werden, ist die mit Stroh überschüttete Fläche stärker gefüllt als die gesamte Innenstadt an einem Wacken-Samstag. Und die Aussies wissen das zu nutzen. Denn neben den gewohnt kryptischen Ansagen Angry Andersons gibt es auch die geniale Setlist, die gekonnt große Klassiker mit den Abräumern des aktuellen Albums verbindet. 'Bad Boy For Love' und 'Assault And Battery' treffen da auf Neuerscheinungen wie die Single 'Black Eyed Bruiser' und '1854'. Das Publikum hat keine andere Wahl, als mitzumachen, und so ist die Anzahl nicht wippender Füße und Köpfe so gering, dass sie glatt übersehen wird. Dass sich außerdem alte Leute auf der Bühne aufhalten, ist zu keiner Sekunde zu spüren. Auch dass der gute alte Angry noch ein Organ hat, das andere Sänger schier verblassen lässt, zeigt die unglaubliche Livequalität der Truppe. Dass dann am Ende sogar der Sound noch mal perfekt mitspielt, macht den Gig nicht nur einen großen Ticken besser als das Spiel letztes Jahr, sondern auch zu einem würdigen Highlight der Truppentour der tätowierten Rosen.
[Lars Strutz]

SODOM + Guests (Black Stage)

Nach den rock-'n'-rolligen ROSE TATTOO (deren Auftritt mir ebenfalls sehr gefiel) wird es dann ein wenig brutaler. Eine spezielle Jubiläumsshow zum 25. Bestehen (!) der Thrash-Legende SODOM wurde für das diesjährige W:O:A angekündigt. Und diese Show kann sich dann auch sehen lassen! SODOM machen mit dem hochkarätigen 'Blood On Your Lips' den Anfang. Leider schläft der Soundmann etwas. Denn dieser Titel dringt viel zu leise aus den Boxen. SODOM zocken noch drei weitere Songs vom aktuellen Album, darunter das brutale 'Wanted Dead'. Endlich hat der Knöpfchenmann den Sound lauter aufgedreht. Dann beginnt die eigentliche Zeitreise mit Tracks der Debüt-EP 'In The Sign Of Evil'. Zuvor gibt Tom Angelripper allerdings bekannt, dass Ex-Drummer Chris Witchhunter "leider nicht kommen konnte". Schade. Dafür kommt Ex-Gitarrist Grave Violator auf die Bühne und knüppelt mit seinem alten Kumpel Thomas Such alias Tom Angelripper 'Blasphemer' in die gut gelaunte Menge. Auch das abwechslungsreiche, sehr selten gespielte 'Proselytysm Real' (von "Obsessed By Cruelty") kommt mit Frank Blackfire an der Gitarre zu Live-Ehren. Und das in einer grandiosen Umsetzung.

Statt des überstrapazierten 'Remember The Fallen' gibt es unter anderem mit dem schnellen 'Magic Dragon' ordentlich eins vors Fressbrett. 'Tarred & Feathered' wird mit dem früheren Gitarristen Michael Hoffmann gezockt. Zum sägenden 'One Step Over The Line' kommt Andi Brings an die Klampfe, der die Sechssaitige mit seinen schwarz lackierten Fingernägeln bearbeitet. Kurz spielt die Band 'Wachturm' mehr oder weniger "unplugged" an (ohne Schlagzeug und ohne fette Riffs). Tom lässt das Publikum singen und mitklatschen. In dieser Version ist 'Wachturm' leider nicht so der Bringer. Bandana-Träger Atomic Steif schwingt sich anschließend hinter das Schlagzeug-Kit, und SODOM hauen mit 'Get What You Deserve' ordentlich ins Mett. Auch 'Frozen Screams' ballert gnadenlos. Endlich folgen dann wieder alte Klassiker, nämlich das mächtige 'Sodomy And Lust' sowie das fleißig mitgesungene 'Ausgebombt', das natürlich nicht fehlen darf. Eine wahre Crowdsurfer-Welle setzt dann beim endgeilen 'Outbreak Of Evil' ein, das wie 'Saw Is The Law' mit zwei Gitarren gebrettert wird. Liedpassagen wie "shrill cries, angel dies" werden von Tausenden von Fans mitgebrüllt. Nun muss noch der 'Bombenhagel' einsetzen, der allerdings nur verkürzt auf uns einprasselt (ohne das modifizierte Deutschlandlied). Zum Schluss detonieren noch etliche Pyros und machen ordentlich Rumms.

Eine sehr gute, fast zwei Stunden dauernde SODOM-Show geht leider zu Ende. Dabei hat die Band songtechnisch alle Schaffensperioden abgedeckt und spielerisch ohne Abstriche überzeugt. Cool! Die zahlreichen Protaganisten auf der Bühne verneigen sich und erhalten ordentlich Applaus. Warum allerdings während des Aufritts und zwischen den Songs die Publikumsreaktionen etwas verhalten sind, kann ich mir nur so erklären, dass SODOM insgesamt doch eher häufig auf Festivals zu sehen sind. Den einzigen Gimmick, den ich mir noch gewünscht hätte, wäre ein über die Bühne marschierender "Knarrenheinz" (inklusive MG, Tarnanzug und Gasmaske) gewesen. Fakt ist: SODOM sind immer noch eine Macht und haben auf dem W:O:A 2007 ordentlich abgeräumt!
[Martin Loga]

Setlist:
Blood On Your Lips
Wanted Dead
City Of God
Axis Of Evil
Blasphemer
Proselytysm Real
Christ Passion
Magic Dragon
Tarred & Feathered
One Step Over The Line
Wachturm
Get What You Deserve
Abuse
Frozen Screams
The Vice Of Killing
Napalm In The Morning
Sodomy and Lust
Ausgebomb
The Saw Is The Law
Outbreak Of Evil
Bombenhagel

SAXON (Black Stage)

Ich habe jetzt nicht wirklich recherchiert, welche Band bislang die meisten Auftritte beim Wacken Open Air absolviert hat, aber SAXON sind da sicherlich ganz weit vorne dabei. In schöner Regelmäßigkeit beehren nämlich Biff Byford und Co. das Festival - so auch in diesem Jahr. Die Veranstalter gehen dabei aber kaum ein Risiko ein, denn SAXON sind eine hervorragende Live-Band und haben bislang noch nie enttäuscht.

Damit das auch so bleibt, legen sie auch gleich recht ordentlich los, und zwar mit 'Heavy Metal Thunder'. Dieser Klassiker aus dem Jahr 1980 ist Programm und macht sogleich auch deutlich, dass es SAXON - auch wenn sie natürlich auch ein wenig in die Jahre gekommen sind - immer noch mit jeder Metal-Band aufnehmen können. Die mehr als zahlreichen Fans sind auch sofort begeistert und feiern die Band lautstark ab, und das ändert sich auch die folgenden zwei Stunden nicht mehr. Dabei spielt es keine Rolle, ob nun alte Klassiker wie '747 (Strangers In The Night)' oder 'To Hell And Back Again' zum Besten gegeben werden, ob mittelalte Stücke wie 'Dogs Of War' gespielt werden oder ob es hin und wieder auch mal einen neuen Song zu hören gibt, wie beispielsweise 'Let Me Feel Your Power' oder 'If I Was You'. Die Stimmung ist bei jedem einzelnen Stück ausgesprochen gut, und beinahe jede Textzeile wird kräftig mitgesungen. Doch nicht nur vom Publikum erhält Biff gesangliche Unterstützung - nein, auch Tobias Sammet von EDGUY hilft zum Beispiel bei '747 (Strangers In The Night)' mit. Die beiden geben im Übrigen ein nettes Bild ab: der kleine Tobi und daneben der große Biff.

Dieser Biff lässt es sich auch dieses Mal nicht nehmen, seine Standardfrage "Do you want a fast song or a slow song?" zu stellen, die mit 'Motorcycle Man' dann auch recht treffend von der Band selbst beantwortet wird. Nach einem kurzen Ausflug zum aktuellen Album ('Red Star Falling') kommt die gleiche Frage wieder, und auch dieses Mal gibt es ein schnelles Stück ('Witchfinder General') auf die Ohren, direkt gefolgt von dem Klassiker 'Solid Ball Of Rock'. Bei diesem Song unternimmt Biff eine Kamerafahrt, was zum einen für allgemeine Erheiterung sorgt und zum anderen zeigt, dass manche Leute wohl nie ganz erwachsen werden. Da aller guten Dinge bekanntlich drei sind, gibt es Biffs Frage in leicht abgewandelter Form ("Do you want a fast song or an even faster song?") noch ein letztes Mal und mit '20,000 Feet' auch den entsprechenden Song.

Immer wieder werden Rufe aus dem Publikum laut, dass bestimmte Songs ('Crusader', 'Denim And Leather', etc.) gespielt werden sollen, doch diese schmettert Biff in seiner unnachahmlichen Art ab, und weiter geht es mit 'And The Bands Played On'. 'Princess Of The Night' gibt es dann sogar in zwei verschiedenen Fassungen: Zunächst darf das Publikum seine Textsicherheit und seine gesanglichen Fähigkeiten unter Beweis stellen, was Biff mit einer Kamera auch festhält, und dann spielt es die Band noch einmal komplett in gewohntem Stil. Mit der aktuellen Nummer 'I've Got To Rock (To Stay Alive)' kommen SAXON auch schon zum Schluss ihres regulären Sets, doch ein Blick auf die Uhr macht deutlich, dass es dies noch lange nicht gewesen sein kann.

Biff und Co. kommen daher auch wenige Augenblicke später bereits zurück auf die Bühne, um mit 'Atila The Hun' erst einen neuen Song zu spielen, gefolgt von dem Klassiker 'Denim And Leather'. Dieser geht dann auch direkt in das ebenfalls aktuelle 'Ashes To Ashes' über, ehe schließlich das vom Publikum sehnlich erwartete 'Crusader' zum Besten gegeben wird. Doch auch das ist noch nicht das Ende des Auftritts, denn nach einem kurzen Gitarrensolo kommt 'Wheels Of Steel' zum Zug, das von Biff in der Folge auch regelrecht ausgeschlachtet wird. Kaum enden wollende Mitsingspielchen sorgen zum einen dafür, dass der Großteil des Publikums noch einmal alles aus seiner Stimme herausholt, zum anderen aber auch dafür, dass ein kleinerer Teil bereits den Rückzug antritt. Auch für meine Begriffe übertreiben es SAXON hier etwas, aber so habe ich wenigstens einen Punkt zu kritisieren.

Ansonsten ist dieser Auftritt, der mit 'Strong Arm Of The Law' dann endgültig beendet wird, wieder eine beeindruckende Vorstellung, die wohl kaum jemanden enttäuscht haben dürfte. Die Band präsentiert sich wie immer sehr spielfreudig und auch ziemlich beweglich, und den Kontakt zum Publikum sucht Biff ja eh sowohl während als auch zwischen den Songs. Alles in allem also ein würdiger Headliner für den ersten Festival-Tag!
[Martin Schaich]

Setlist:
Heavy Metal Thunder
Let Me Feel Your Power
Dogs Of War
If I Was You
747 (Strangers In The Night)- feat. Tobi Sammet
To Hell And Back Again
Motorcycle Man
Red Star Falling
Witchfinder General
Solid Ball Of Rock
20,000 Feet
And The Bands Played On
Princess Of The Night
I've Got To Rock (To Stay Alive)
Atila The Hun
Denim And Leather
Ashes To Ashes
Crusader
Wheels Of Steel
Strong Arm Of The Law

SAXON legen spielerisch einen wirklichen Klasse-Auftritt hin. Auch stimmungsmäßig sind die Mannen um Biff Byford ein echtes Highlight. Einziger Wermutstropfen im Set der Briten ist das überflüssige Gitarrensolo von Doug Scaratt, das spielerisch nicht zu begeistern weiß. Das kostet mindestens drei Minuten Spielzeit. Ansonsten fällt die visuelle Untermalung auf der Videoleinwand im Hintergrund negativ auf. So sind beim neuen Epos 'Atila The Hun' über die gesamte Länge von fast acht Minuten zwei heranfliegende Totenköpfe sowie eine hinabschwingende Streitaxt zu sehen. Und das in einer Endlosschleife. Das sieht lächerlich aus und nervt! Ähnliches gilt für das "Video" zu 'Witchfinder General'. Das ist einfach eine billige visuelle Untermalung mit permanentem Aufblinken, wie sie auf Jahrmärkten zu sehen ist. Dann lieber keine Umrahmung mit Videoleinwand als so etwas. Anyway: Musikalisch und stimmungsmäßig sind SAXON eine echte Bank beim W:O:A 2007!
[Martin Loga]

THE SORROW (Hellfest Stage)

Ungünstige Ausgangslage - und wie sich so was ändern kann, Teil 24. THE SORROW starten mit gerade mal einer gut bewerteten Demoscheibe und einem Album auf der von den Haupt-Acts inzwischen gut entfernten Hellfest Stage, die sich vormals Party Stage schimpfte. Und damit es noch so richtig fies wird, geht es gleich auch als erste Band des Tages auf die Bühne. Doch was augenscheinlich wie gähnende Leere auf der Tanzfläche aussieht, entpuppt sich dann nach und nach doch als außerordentlicher Publikumsmagnet. Schließlich konnte die Metalcore-Truppe mit ihrem Debüt den Titel "Album des Monats" im Metal Hammer einfahren, zudem ist das Festival heute überragend gut besucht, und bei einigen Leuten ist nach drei Tagen Konservenmusik und Heimorgelmelodei die Gier nach hartem Livezeug groß genug, um sich in Scharen vor den Boxen zu versammeln und der dargebotenen Livepräsentation des ersten Albums beizuwohnen.

Aber nicht nur die Randbedinungen sorgen für volles Haus. Auch der Sound, die durchaus vorhandene Bühnenpräsenz und natürlich die Musik selber sorgen dafür, dass aus dem vermuteten Leerlauf ein guter Start in das Festivalinferno wird. Was mich an dem Konzert und vielen weiteren fasziniert, ist, dass die Menge hier durchaus von selber etwas starten kann. Seien es Klatschchöre oder Fangesänge oder ordentliche Pits - das Wacken-Volk lässt sich bei so was nicht lange bitten. Und so hätte da oben auch eine Akustikversion des Phantoms der Oper dargeboten werden können, bei der gelungenen Publikumsstimmung wäre sogar das ein guter Start in ein gutes Festival geworden.
[Lars Strutz]

OVERKILL (Hellfest Stage)

Die Minuten verstreichen, und während man sich immer mehr darüber ärgert, wegen des OVERKILL-Gigs den größten Teil der SAXON-Show zu verpassen, macht es zunächst nicht den Anschein, als wären die Bühnentechniker bei den Vorbereitungen zur Show des New Yorker Urgesteins wirklich in Eile. Schließlich kommen Blitz und Co. aber dennoch mit einer halbstündigen Verspätung auf die Bühne, schalten indes aber von Anfang an in den höchsten Gang und wärmen das mittlerweile schon fröstelnde Publikum in Windeseile wieder auf. Mit einem fulminanten 'Rotten To The Core' sowie dem Speed-Metal-Klassiker 'Elimination' lässt man von Beginn an nichts anbrennen, lädt bei 'Necroshine' zum Surfen ein, nur um später in 'Thanx For Nothing' den ersten richtigen Moshpit anzutreiben. Die Band bedankt sich artig für die tolle Resonanz und präsentiert das Live-Debüt eines neuen Songs des im Oktober erscheinenden neuen Albums "Immortalis", der in der Tat Lust auf mehr macht. Allerdings machen OVERKILL im Folgenden kurzen Prozess. Mit 'Old Schooled' und 'Wrecking Crew' wird noch einmal das Tempo angetrieben, bevor dann schließlich schon das unvermeidliche Schlussstück 'Fuck You' den Schlusspunkt setzt.

Klar, OVERKILL waren auch dieses Mal wieder eine geile Live-Band, doch letztendlich bleiben nach diesem Gig einige Fragen offen: Warum wurde die Truppe auf die Nebenbühne abgewiesen, wo sie doch einst im Abendprogramm den besten Festival-Gig überhaupt ablieferte? Und warum hat man sie gegen einen Publikumsliebling wie SAXON gestellt, wo doch die Zielgruppen nahezu identisch sind? Und was genau sollte diese Verzögerung? Fragen über Fragen, auf die es eigentlich nur eine Antwort gibt: nächstes Jahr wieder einladen und dann gefälligst wieder als einen der Headliner!
[Björn Backes]

TYR (W.E.T. Stage)

Es ist schon heftig, wie viele Menschen sich in einem kleinen Zelt zusammenpferchen lassen können. Bei den Färöer-Wikingern TYR ist jedenfalls Ausnahmezustand eingetreten, und ich finde gerade noch so einen Platz, wo man sogar noch bangen kann und nicht gleich mehrere Nieten in der Hüfte spüren muss [schön für dich. Ich war leider etwas zu spät dran und hatte dann überhaupt keine Chance, überhaupt nur in die Nähe des Zelts zu kommen - MS]. [Tja, mit ein bisschen Kampfeslust und 'ner hübschen Frau in der Hand, die einem Platz macht, geht alles. ;) - Sebastian]

Die Stimmung des anwesenden Langhaar-Volkes kocht aber trotzdem über, was in reihenweise Schunkelattacken ausartet und auch viele Crowdsurfer dazu animiert, sich nach vorn tragen zu lassen. TYR spielt dabei eine gute Mischung aus altem und neuem Material und lassen sich durch die geile Stimmung des Publikums zu Höchstleistungen antreiben, was alles in allem in einem supergeilen Gig endet. Es ist definitiv interessant zu sehen, wie bei so ruhigen Songs, wie TYR sie spielen, ein Zelt voll mit Menschen so extrem abgehen kann. Gänsehaut pur!
[Sebastian Schneider]

LETZTE INSTANZ (W.E.T. Stage)

Gleich noch mal ein bisschen Kritik an der W.E.T. Stage: Die muss verdammt noch mal größer werden. Bei den abnormalen Menschenmassen, die sich für die Dresdner LETZTE INSTANZ teils schon außerhalb stapeln, ist einfach kein normales Atmen mehr möglich. Ich als nicht gerade schmächtiger Schreiberling habe da schon sehr zu kämpfen, um eine einigermaßen sauerstoffreiche Ecke zu finden.

Doch was die Band dem zahlreich erschienenen Publikum bietet, entschädigt förmlich für diese Zustände. Die Jungs bewegen sich voller Elan auf der Bühne und fiedeln, singen und trommeln sich die Seelen aus den Leibern, was es fast zur Pflicht werden lässt, da mitzumachen. Und das geschieht auch so: Massig Crowdsurfer bewegen sich stetig durch das Zelt, und es gibt genug Hände, die diese auch oben halten. Denn freie Stellen gibt es in dieser Masse aus Schweiß, Haaren und Körpergeruch einfach nicht. Runterfallen ist also fast nicht möglich.
Die Band selbst hat viele Publikumslieblinge in petto und kann damit die Zuhörerschaft durchgängig befriedigen. Auch die hartgesottensten Metaller haben hier Spaß. Wirklich super. Nur nächstes Mal bitte auf einer größeren Bühne, liebes Wacken-Team.
[Sebastian Schneider]

ELECTRIC EEL SHOCK

Du Bastard, nee, du nicht, aber der neben dir, ach nee, der ja auch nicht. Ich Bastard? Nee, nee, ach genau, unser Song heißt ja 'Bastard'! So in etwa kann man sich die weniger verständlichen Ansagen der japanischen Band ELECTRIC EEL SHOCK vorstellen. Das Publikum hat mit Verständigungsproblemen und eintönigen Songs wie 'Suicidal Rock 'n' Roll' und 'Bastard' zu kämpfen, die zwar instrumental recht rockbar sind, aber nur aus drei bis vier Wörtern bestehen. Grandios vielfältig ist dafür die Bühnenpräsenz des Frontmanns Aki Morimoto, der seine Gitarre grinsend wie ein Breitmaulfrosch quer über die Bühne fickt und die Spielzeit so überzieht, dass er am Ende davongetragen werden muss.
[Silvana Conrad]

Redakteur:
Sebastian Schneider

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