Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Siebi » Montag 12. Januar 2015, 11:48

Die ersten zehn sind durch, 15 stehen aus, kleines Zwischenstandsupdate. Ich hoffe, ihr bleibt gespannt dabei. Sei es nur, dass Cover angeschaut werden. ;-)

16. Thanatos - Global Purification
17. Miasmal - Cursed Redeemer
18. Alitor - Eternal Depression
19. Battery - Armed With Rage
20. Wolf - Devil Seed
21. Unsilence - A Fire On The Sea
22. Freedom Call - Beyond
23. Lay Down Rotten - Deathspell Catharsis - Mors Semper Maior Est
24. Kuolemanlaakso - Tulijoutsen
25. Anubis Gate - Horizons
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Siebi » Montag 12. Januar 2015, 12:47

Let the games go on! Setzen wir zum ersten mal über den Atlantik und landen in den US of A, wo zwei geschätzte Musiker zusammen ihr Unwesen treiben. Vorhang auf für...

15. Philm – Fire From The Evening Sun (UDR)

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Das Debüt ging irgendwie an meinen Ohrenmuscheln vorbei. Während des Jahres habe ich eine Anzeige entdeckt, unabhängig davon eine Story über Gary Nestler gelesen. Gary, der civildefianziöse Nestler? Dave, der totschlagende Lombardei-Trommler? Ja verreck, die beiden zusammen auf einer Platte, das muss her! So wurde die CD, ohne einen Ton gehört zu haben, einverleibt. Was soll ich schreiben? Über zwei Wochen lief nichts anderes. Alles ist da, was ich von diesem Duo hören will. Wirres, teils überdrehtes, Musizieren und noch ekstatischere Gesangsdarbietungen. Ganz wichtig, bis auf die immens lässige Pianoballade „Corner Girl“, ist stets die richtige Portion Melodiehaken, Wucht und Dynamik in den Songs. Wenn Meister Lombardo auf sein Kit einschlägt oder zart Becken und Snare streichelt, huscht nicht nur im Antlitz ein Lächeln über die Lippen. Das bringt die haarigen Kapillaren auf der Haut zum freudig erregten Stelldichein. Nestler zupft und wildert rasant über sein Griffbrett, manches wirkt improvisiert, ergibt aber dennoch Songsinn. Eine starke, richtig starke Platte. Gern will mein geschundener Körper live in naher Zukunft zu diesen Songkaskaden zucken. Welcome to the Lion’s Pit!

Train
Lion‘s Pit
Corner Girl
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Martin van der Laan » Montag 12. Januar 2015, 17:11

[quote="Siebi"]
15. Philm – Fire From The Evening Sun (UDR)

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:zugabe: :zugabe: :zugabe: :zugabe: :zugabe:
668 - Neighbor of the Beast
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon salisbury » Montag 12. Januar 2015, 17:24

Und noch eine blau-weiße Überschneidung :zugabe: . Voll geil! Ist bei mir aber noch etwas höher :D
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Jhonny » Dienstag 13. Januar 2015, 12:44

Alitor gefallen mir besser als die Thrasher davor. Soo technisch finde ich das nicht, der Sänger kann mich überzeugen.

Miasmal spielen einfachen Death Metal nach meinem Geschmack. Taugt.


Von Thanatos besitze ich ja bereits drei Alben. Auch das hier taugt, man merkt, dass die Band sich (positiv) weiterentwickelt hat.

Philm gehören zu den neueren Holg-Faves, oder? Ich hatte die CD auch schon manchmal im Laden in der Hand. Das ist auf jeden Fall interessante Musik, ziemlich vertrackt auf eine gute Art.
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Siebi » Mittwoch 14. Januar 2015, 12:08

Nach dem kurzen Amerika-Abstecher zurück in heimische Gefilde, wo etwas Death Metal mit Doomschlagseite die schmalzigen Lauschlappen verwöhnt.

14. Drowned - Idola Specus (Sepulchral Voice)

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Wieder eine Scheibe und Band, die ich nie auf irgendeinem Zettel hatte. Die Bandgeschichte der Berliner reicht bis ins Jahr 1992 zurück. Unzählige Demos und eine EP (1998) wurden auf den Markt geworfen. Seit 2010 ist man im aktuellen Dreikopf-Lineup unterwegs, nun darf endlich das erste volle Album dran glauben. Leicht ranziger Death Metal, der sich in seinem schwermütigen Korsett formschön entfaltet, herrscht vor. Was hören wir? Tiefe dunkle Vocals mit Hall-Effekt, schrammelnde Sixstrings, simple Basslinien und ordentlich rockenden Drumgroove. Die Tempo 30-Zone wird gerne ab und zu verlassen, es durchdringen Riffs Schädel und Gehör, der spritzige Sound ohne großen Firlefanz passt wie der Popo auf den Eimer. Aus dem Nichts kommt eine feine Death Metal-Platte, die nicht nur bolzt, sondern gerne auch mal entschlackend doomt.

Antiprism
Black Projection
Letzter teilbarer Strahl
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Holger Andrae » Freitag 16. Januar 2015, 01:28

So, ich höre jetzt hier mal mit weit geöffneten Ohren hinein. Bin gespannt, was der Siebinger mir auf der Einkaufzettel diktieren wird.

ANUBIS GATE: Der vermeintliche "Hit" ist nett - nicht im Sinne von ... aber irgendwas fehlt mir da gerade zur völlige Euphorie. Der Sänger ist toll, aber die Klampfen klingen kratzig. Wieder so ein doofes Wort. Wie spritzig. Ich bin ein Banause, wenn es um solche Beschreibungen geht. Der zweite Song ist leicht verschachtelt, leider ohne dabei hektisch zu werden. Ich mag es hektisch. Gerade im 7/11-Takt. Aber dieser andwurmsong am Ende kann ganz viel. Da bin ich eben mal komplett drin versunken. Trotz des seltsamen Gitarrenklanges.

Koulemanlaakso (ich habe den Bandnamen mal einfach kopiert) ergreift mich dagegen schnell. das hat eine herrliche Tiefe, id emich fesselt. Die falsche Singsprache stört nur marginal, denn die Musik ist einfach mal erhaben. Von den Klampfen her ein bisschen wie das Isölchen, welche bei mir in letzter Zeit gern im Player landen. Auch der erkältete Gesangspart passt wunderbar zur Stimmung. Ist das ein Sänger? Dann bin ich gar noch beeindruckter. Der zweite Song kann ja sogar noch mehr. Dieses Anfangsriff zerberstet ja quasi in den Boxen. Real evil shit.

LAY DOWN ROTTEN: Ich gestehe, da noch nie einen Ton von gehört zu haben. Da ich in letzter Zeit aber verstärkt Lust auf Rabauken-Musik habe, kann das ja aktuell sehr zu meiner musikalischen Stimmung passen. Jupp, datt geht gleich fix gut ab. Klar, die guturale Lautgabe des Zäpfchenmasseurs ist jetzt nicht zwingend meine favorisierte gesangart, aber hier stört sie mich zumindest nicht. 'the Fever' is ja sogar semi-melodisch. Coole Sache.

FREEDOM CALL: Ich habe Angst. Gleich die erste Nummer ist herrlich fürchterlich. Gammaray light. Geschüttelte Reime, gewürfelte Notenfolgen aus der Farbenlehre. Frisch und mit Freude vorgetragen. Unterhaltsames Video mit Robert Lowe Double als Mönch. Man merkt, dass die Jungs sich nicht ganz ernst nehmen und damit können sie ein bisschen punkten. Ich bin aber zu selten in einer Stimmung, um solche Musik gut zu finden. Wenn Fröhlich-Metal hören möchte, greife ich zu Pretty Maids. Immer.

Unsilence: Boah! Wieso kenne ich das nicht? Das ist super! Hier stimmt ja tatsächlich alles! Stimmung, der leicht scheppernde Sound, der sakral-nasale Gesang, das Riffing ... Siebi, du Schurke. Das muss in die Sammlung.

WOLF: Habe ich anderswo schon (zu) viel zu geschrieben. Nett.

BATTERY: Schon viel besser. Rubbeldiekatz-Thrash mit rüpeligen Vocals.Gitarren, die nach Metal klingen. Danke, Herr Siebinger. Trotz der Koppftöne im zweiten Song amtliches Geschütz.

ALITOR: Heil'ges Blecle, wie geil ist das denn? Der Vergleich mit SPACE EATER passt haargenau. Rattenscharfes Riffing, pfeilschnell und stechend wie Nadeln. Gibt es bei Cherryl? Hm ...

MIASMAL: Oha! Hier wird räudig durch die Botanik gebolzt. Höre ich ein paar demolierte Hämmer im Hintergrund? Der gut verständliche Gesang gefällt mir ausgesprochen gut.

THANATOS: Die ollen Deather. Nie bewusst angehört. Offenbar völlig verkehrt, denn das bockt ja mal richtig. Saftiger, abgehangener Klang, fett, ohne zeitgemäß tief zu klingen. Authentisch bis ins Mark. Wunderbar schauriger Gesang. Da ballt sich die Faust, da wackelt die Rübe.

PHILM: Muss ich nichts zu schreiben, oder?Wäre auch in meiner Liste, wenn ich eine gemacht hätte. Habe ich aber nicht. Nerdistan ist aktuell ohne König.

DROWNED: Ein name, der gefühlt seit Ewigkeiten in der szene herum geistert. Da hate ich immer eine mir nicht ganz gehäuere Mischung aus Stoner und Death im Hinterstübchen. Das hier tönt aber ganz anders. Es schrubbt (Hamburger würden sagen: Es feudelt), der grummelt und es röchelt. Dies alles aber sehr amtlich und abwechslungsreich. Ist das death Metal? Möglich. Völlig gleichgültig eigentlich. Es gefällt.

So viel zu den bisherigen Scheibletten des Siebingers. ich bin gespannt, was da noch feines geboten werden wird.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Siebi » Freitag 16. Januar 2015, 12:34

Der Holginger ist dabei, wunderbar! Danke für deine Ausführungen, danke an alle, die sich an der Diskussion beteiligen. Macht Spaß eure Eindrücke zu lesen!
Die ungeliebte 13 ist an der Reihe, die Schicksalszahl, hier bereitet sie britisch typisch Freude, Glück und ein gemütliches herzliches Willkommen... in der Hölle!

13. Sparta - Welcome To Hell (High Roller)

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„Alte Herren spielen Alte Herren-Rock“, so hört man dies öfters, wenn es betagtere Männer zu einer Veröffentlichung drängt. NWoBHM ist bei Sparta das Stichwort. Sparta aus Britannien, die 1980 und ein Jahr später der Nachwelt zwei Singles zum Headbangen hinterließen. Ende 2011 brachte High Roller die Compilation „Use Your Weapons Well“ mit allen bis dato verfügbaren Songs des Quintetts in die Shops. Kaum verging etwas Zeit, schon war das Debüt fertig zum Lauschen und Freuen. Wer der Stilistik zugetan ist, wird sich an Hymnen wie „Soldier Of Fortune“, „Angel Of Death“ oder dem augenzwinkernden „Death To Disco“ langfristig erfreuen. Der britisch verschrobene Charakter ist allgegenwärtig, das Schlagzeug hinkt den Gitarren leicht hinterher, aber so ist das und so soll das sein. Die Gentlemen aus Mansfield geben sich die Ehre, ich lausche auch knapp einem Jahr nach Veröffentlichung regelmäßig gespannt.

Soldier Of Fortune
Von der 2011er Compilation: Wild Touch
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Jhonny » Freitag 16. Januar 2015, 13:11

Wenig überraschend gefällt mir Sparta ausgesprochen gut. Die meisten NWOBHM-Bands, die in den letzten Jahren neue Scheiben auf den Markt geworfen haben fand ich fast immer überzeugend.
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Re: Des Scheuklappenträgers 25 bittersüße 14er Melodien

Beitragvon Pavlos » Samstag 17. Januar 2015, 00:17

Naja, jetzt wollen wir die Kirche aber mal im Dorf lassen, Herr Jhonny.

Die SPARTA steht schon seit´ner Weile auf der vermaledeiten Einkaufsliste. Des Siebingers knackige Vorstellung lässt die CD auf besagter Liste deutlich nach oben wandern....
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