Coppelius - Tumult!
- Vorwort
- Habgier
- Rightful King
- Zu Dir
- Komposition
- Der Advokat
- Schöne Augen
- Die Glocke
- Mondeslicht
- Coppelia
- Lilienthal
- Charlotte The Harlot
- Das Amulett
- Viel Zu Viel
- Spring Doch!
- Gedicht
- Nachwort
Mehr über Coppelius
Review
Review von Martin van der Laan
Wer herrlich lebendige, klug gemachte Rock- und Metal-Songs mit Klarinette, Cello und Kontrabass in romantisch-literatisches Kerzenschein-Feeling taucht, hat Respekt und Aufmerksamkeit mehr als verdient: Ich ziehe meinen Hut vor COPPELIUS!!
Die Nähe zu Bodenski, Eric Fish und Konsorten ist schließlich kein Geheimnis, gelten COPPELIUS, die als Gründungsjahr der Band 1815 angeben, doch landläufig als Dauerkartenbesitzer von Sallys U-Bahn und waren auch schon auf Tour mit den berühmten Freunden aus dem Raum Potsdam. Eric und Geigerin Frau Schmitt sind auf "Tumult!" als Gastmusiker zu hören. In den Fundamenten der Songstrukturen und der Melodieführung im Gesang ist die "Foppt den Dämon"- und "Bahnkreis"-Phase der großen Vorbilder allgegenwärtig. Mich stört das nicht besonders, denn COPPELIUS erschaffen durch die konsequent klassische Instrumentierung und die ästhetische Orientierung an der Epoche der Romantik ein eigenwilliges Klangbild und haben genügend interessante Einfälle, um so gut wie keine Langeweile aufkommen zu lassen. Zwar zündet nicht jede Songidee gleich gewaltig, doch die Hits und Highlights sind ganz klar in der Überzahl. Da hätten wir zum Beispiel gleich zum Einstieg das äußerst eingängige und mächtig tanzbare 'Habgier'. Sehr gelungen ist das folk-rockige INCHTABOKATABLES-Cover 'Rightful King'. Die großartigsten Lieder der Scheibe sind jedoch das schleppend-schwere, unter die Haut gehende 'Komposition' mit seinem augenzwinkernden Text über Diebstahl geistigen Eigentums sowie das folgende, raffiniert zusammengebaute und spannungsgeladene 'Der Advokat'.
Ebenfalls rundum schön ist das in den Strophen träumerische, in der exzellenten Bridge knackig hart rockende, etwas Siebziger-Jahre-Flair verströmende 'Coppelia'. Erstaunlich gut funktioniert die schwungvolle und intensive Version von 'Charlotte The Harlot' (IRON MAIDEN). Nicht das erste Mal, dass COPPELIUS der vielleicht größten und wichtigsten Heavy-Metal-Band aller Zeiten auf ihre unvergleichliche Weise huldigen. Stellt euch nur mal vor, diese schrägen Vögel würden im Vorprogramm der Eisernen Jungfrauen mit einem MAIDEN-Set im Kammermusikgewand auftreten. Erwähnen muss ich auch unbedingt noch das atmosphärisch dichte, sich gnadenlos im Ohr festsetzende 'Spring Doch!'. Das alles zusammen ergibt unterm Strich ein sehr empfehlenswertes Album. SALLY-Fans im speziellen und Freunde eigenwilliger, klassisch verwurzelter, pathetisch geschichtsträchtiger Rock-Musik im allgemeinen dürften COPPELIUS und "Tumult!" schnell in ihr Herz schließen. Die Band ist ein wohltuender Farbtupfer im Musik-Zirkus und wird hoffentlich noch oft und lange schillern und strahlen.
Anspieltipps: Habgier, Komposition, Der Advokat, Coppelia, Spring Doch!
Note: 8.0 / 10
Martin van der Laan, 5.2.2009




















