Dark Tranquillity - Character
- The New Build
- Through Smudged Lenses
- Out Of Nothing
- The Endless Feed
- Lost To Apathy
- Mind Matters
- One Thought
- Dry Run
- Am I 1?
- Senses Tied
- My Negation
Mehr über Dark Tranquillity
Review
Review von Björn Backes
Mir soll es eigentlich egal sein, denn was diese Schweden auszeichnet, ist die konsequente Weiterentwicklung, welche sich von Platte zu Platte abzeichnet und nun auf "Character" einen weiteren Höhepunkt findet. War auf der letzten Scheibe schon eine leichte Rückbesinnung auf die älteren Tage zu bestaunen, so steigern DARK TRANQUILLITY diese Tendenz in der ersten Hälfte von "Character" noch einmal um ein ganz enormes Maß. So aggressiv wie die beiden traditionellen Göteborg-Melo-Kracher 'The New Build' und 'Through Smudged Lenses' hat die Band seit "The Mind's I" schon nicht mehr geklungen, und auch wenn man sich anschließend wieder etwas experimentelleren Gefilden widmet, so ist es doch schön zu sehen, dass DARK TRANQUILLITY es immer noch draufhaben, sofern sie es nur wollen.
Trotzdem, die Platte lebt von ihrer Vielseitigkeit, und so wechseln mit jedem Song auch die Stimmungen.
'Out Of Nothing' entwickelt sich so zum Beispiel von einer modernen Metalnummer über einige Samples zu einem typischen DT-Song, während das sphärische 'The Endless Feed' im direkten Anschluss aufgrund der massiven Keyboardpräsenz für den progressiven Anteil auf "Character" steht. Und eigentlich geht es so auch immer fort, sphärische Midtempo-Stücke ('One Thought', Lost To Apathy') wechseln sich mit flotten Melodic-Death-Kompositionen ('Am I 1?') ab und zwischendurch lassen die Schweden immer mal wieder Platz für heftiges Stakkato-Riffing ('Dry Run') und dezente elektronische Spielereien.
Ich könnte ganz plump sagen, dass DARK TRANQUILLITY auf ihrer neuen Scheibe genau das bieten, was die Fans von ihnen erwarten, aber mit dieser Beschreibung würde ich dem Album nicht ganz gerecht werden, denn "Character" ist alles andere als ein purer Abklatsch älterer Veröffentlichungen, sondern genau das, was man als logische Weiterentwicklung im klassischen Sinne versteht, wenngleich der Schritt natürlich nicht mehr so groß ist wie damals von "The Mind's I" zu "Projector". Grob umschrieben, könnte man behaupten, dass DARK TRANQUILLITY das Beste aus den vergangenen fünf Jahren zusammentragen, einen Schuss eigener Geschichte hinzufügen und diesen Sound dabei genauso klingen lassen, wie moderner Metal im Jahre 2005 klingen soll. Bleibt schlussendlich nur noch zu hoffen, dass sich dies endlich auch mal in den Verkaufszahlen niederschlägt, denn irgendwann kann sich auch eine Band wie DARK TRANQUILLITY nicht mehr steigern - obwohl ich bei einem Album wie "Character" selbst da meine Zweifel habe ...
Anspieltipps: The New Build, The Endless Feed, Lost To Apathy, My Negation
Note: -
Björn Backes, 17.1.2005




















