The Power Of Metal, Rock And Gothic

Kaos Krew - Under Destruction

Ätsch

  1. Pain
  2. Belly Dancer
  3. Mein Vater
  4. Slow Vater
  5. Electrified
  6. Deep Down Underneath
  7. Honey Makes You Funny
  8. How Will This End
  9. Metatron
  10. Nemesis
  11. Sunset Jam
  12. The Dice On Ice
  13. D-Tune

Mehr über Kaos Krew



Review

Review von Oliver Schneider

Instrumental-Mucke ist speziell im Rock- und Metalbereich absoluter Liebhaberstoff. Das war schon immer so und wird sich auch niemals ändern. Und als Vertreter dieser seltenen Spezies namens "Instrumentalband" muss man sich von vornherein darüber im Klaren sein, dass man Musik für eine totale Minderheit macht und dicke Gehaltsschecks nicht zu erwarten sind. Deshalb haben Combos ohne Gesang auch nicht selten Neben- bzw. Hobbyprojekt-Charakter oder krebsen knapp über D.I.Y.-Level durch die Szene.

Letzteres Schicksal könnte den Finnen KAOS KREW durchaus ebenfalls beschieden sein, denn auch sie verzichten - abgesehen vom coolen Opener 'Pain' - auf jegliche Vokalakrobatik. Das Trio bringt dabei ordentlich Elektronik-Kram sowie verzerrte Gitarren an den Start und ist stilistisch recht schwer einzuordnen. Die Jungs kennen sicherlich die eine oder andere Industrial-Kapelle, mögen sowohl YELLO als auch Hardrock und erinnern - wenn sie nicht gerade ein flinkes Klampfensolo hinlegen, was sich allerdings im Rahmen hält - bei einigen Gitarrenmelodien und Keyboardteppichen an diverse Brit-Progger. Das Ganze wirkt in der Praxis durchaus deutlich schlüssiger, als es bis hierhin vielleicht den Anschein gehabt haben mag. Denn das relaxte, von Akustikgitarren angeschobene 'Slow Vater', die Space-Nummer 'Sunset Jam', das auf einem MINISTRY-Riff aufbauende 'Electrified' sowie der tanzbare Feger 'Belly Dancer' sind absolut überzeugende Tracks, die zeigen, dass KAOS KREW ihr Handwerk verstehen.

In Zukunft sollten sich die Finnen allerdings definitiv noch nach einem Drummer aus Fleisch und Blut umsehen, da die Konserven-Trommelei auf "Under Destruction" vielleicht die Tanzbarkeit des Materials unterstreicht, ansonsten aber nicht so recht zu den Kompositionen passt. Als Hörer hat man zudem den Eindruck, dass die Drumbeats mal eben so zwischen Tür und Angel programmiert worden wären, um schnell ein Rhythmusfundament für seine Melodie führenden Instrumente zu haben. Diesbezüglich könnte ein (guter) leibhaftiger Schlagwerker die Musik noch deutlich bereichern.

Abschließend überwiegen aber eindeutig die positiven Aspekte des KAOS KREW-Sounds, so dass Leute, die mal Lust auf was Anderes haben, auf http://www.kaoskrewmusic.com/ vorbeischauen und die hinterlegten MP3-Files antesten sollten.

Anspieltipps: Pain, Electrified, Sunset Jam


Note: -
Oliver Schneider, 14.12.2005

 
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