Krux - Krux II

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- 20.10.2006
- GMR Records / Sony-BMG
- Doom Metal
- Devil Sun
- Serpent
- Sea Of Doom
- Lex Lucifero
- Pirates Of The Black Hand
- Depressive Strokes Of Indigo
- Too Close To Evil
- The Big Empty
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Review
Review von Rüdiger Stehle
Die größte Stärke dieses Zweitlings ist die Ausgewogenheit und die im Vergleich zum Debüt gesteigerte Eingängigkeit, welche es dem Hörer leichter macht, den Zugang zum Gesamtwerk zu finden. Dessen doomige Faszination lebt von den oben angedeuteten grundverschiedenen Charakteristika, die ein homogenes Ganzes entstehen lassen, welches in dieser Form ziemlich unvergleichlich tönt. Levéns klarer, aber doch irgendwie extrem fieser und heimtückischer Gesang thront über doomigen Riffs in todesmetallischem Sound und vor abgespacten Klangkollagen vom Keyboard, das des Öfteren wie die Moogs von Progrockern aus den Siebzigern klingt. Innerhalb dieser Eckpunkte variieren die Schweden sehr ausgiebig, so dass sich auf "Krux II" vom stampfenden Opener 'Devil Sun' mit seinen erhabenen Orgelklängen und aggressiven Geschwindigkeitsausbrüchen über lavaartig durch den Körper fließende Schleicher der Marke 'Serpent' bis hin zur zermalmenden Dampfwalze 'Sea Of Doom' alles findet, was den Liebhaber psychedelischen Extrem-Dooms ansprechen dürfte. Gerade 'Serpent' ist ein echter Überflieger, der in seinen typischen KRUX-Sound wunderbar die Stilelemente von Scheiben wie "Chapter VI" oder auch "Headless Cross" integriert und vor allem mit Mats Levéns hier absolut überirdischer Gesangsleistung für offene Münder sorgen wird. Space-Einschübe sorgen hier und da für bemerkenswerte Stimmungswechsel, ebenso durchschneiden mal bizarre Soli das Riff-Inferno, wie dies etwa bei 'Lex Lucifero' der Fall ist. Wie extrem auch ein Doom-Kommando das Tempo im Verlauf eines Stückes verschärfen und wieder herausnehmen kann, belegen die Schweden mit 'Pirates Of The Black Hand', während 'Depressive Strokes Of Indigo' ziemlich psychedelisch und sperrig geraten ist und stark von den Synth-Sounds geprägt wird. Doch auch hier ist es der Gesang, der im tollen Refrain prägnante Hooks beisteuert und zusammen mit einem harmonischen Lead im Mittelstück das Lied für den Hörer öffnet. Nach anfänglichen Problemen hat das Stück mittlerweile voll gezündet und ist für mich durchaus eines der Highlights der Scheibe. Mit 'Too Close To Evil' präsentieren sich KRUX von ihrer verschlagensten und dämonischsten Seite, was die sich quälend windenden Riffs ebenso unterstreichen wie die sehr ausdrucksstarke Gesangsleistung, und beim abschließenden 'The Big Empty' geht es noch mal ein bisschen entspannter aber nicht minder heavy zur Sache.
"Krux II" ist tonnenschwer, birst vor Kraft und schleicht sich hinterhältig auch in die letzten Stübchen des Hirnkastens, aus denen man es nie mehr rausbekommt. Es ergreift vom Hörer Besitz und fesselt, nein, es legt in tonnenschwere Ketten, in denen es bizarrerweise richtig bequem ist. Paradox? Vielleicht. Genial? Ganz sicher!
Anspieltipps: Serpent, Pirates Of The Black Hand, Depressive Strokes Of Indigo, Too Close To Evil
Note: -
Rüdiger Stehle, 17.10.2006



















