Labia - Take It (EP)
- Shiva
- Sleeping To Dream
- Without A Trace
- Take It
- Incomplete (Intro)
- Unique
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Review
Review von Michael Langlotz
Inhaltlich spiegelt sich die Bandgeschichte in der Musik wider. Durch die durchweg abwechslungsreiche Herkunft der Musiker ist es nur verständlich, dass der Sound vor allem experimentell ausfällt. Dennoch merkt man von Beginn an, dass mit professionellem Kalkül beim Musizieren zu Werke gegangen wurde. Dass der Kopf dieser Band zweifellos Bassist Armando Nappi ist, glaubt man gerne, angesichts eines Basses, den man in so prägnanter Form allenfalls vom MUDVAYNE-Debüt "L.D.50" kennt. Die Band selbst verweist auf die Schweißarbeit, die hinter der Musik steckt und die man erfreulicherweise auch heraushört. Zumindest inhaltlich bewegt man sich auf einem sowohl vielversprechenden als auch professionellen Niveau.
Da tut es einem fast leid zu sagen, dass die Abmischung ein wenig den Pep aus den ansonsten recht schlagfertigen Liedern nimmt. Zwar ist der Klang absolut einwandfrei, doch wirkt beispielsweise eine kurze Bass-Interlude am Beginn von 'Shiva' nicht so ausgeprägt, wie sie vielleicht sollte. Überhaupt hätte der Bass ruhig einen Tick dumpfer klingen dürfen, um seiner traditionellen Rolle etwas mehr gerecht zu werden. Ansonsten zelebriet das Quartett makellosen, düsteren Sound irgendwo zwischen A PERFECT CIRCLE und ruhigen SKUNK ANANSIE und taucht Melancholie in schwere Midtempo-Gitarrenriffs. Dem stimmstarken Frontmann Fernando Lopez ist eigentlich höchstens anzukreiden, dass er sein Organ zu häufig an Sprechgesang kettet statt davon losgelöst zu singen. Dafür schafft man es, in relativ langen Liedern nie langweilig zu werden. Dies gelingt durch zahlreiche Rhythmuswechsel und größtenteils sinnvolle experimentelle Versuche.
Einen wirklich starken Abschluss der EP macht man mit dem ruhigen "Unique", in dem auch stärker als in den Liedern zuvor die verschiedensten Einflüsse aus der Folklore der verschiedenen Musiker offenbart werden. Der Sound ist nicht ganz so neu, wie man es sich vielleicht wünscht, aber für die Wahlheimat der LABIAner ein Unikat. Für den Rest der Welt eine schöne Bereicherung.
Anspieltipps: Without A Trace, Unique
Note: -
Michael Langlotz, 30.9.2005




















