Raven - Walk Through Fire
- Intro
- Against The Grain
- Breaking You Down
- Under Your Radar
- Walk Through Fire
- Bulldozer
- Long Day's Journey
- Trainwreck
- Grip
- Running Around In Cirlces
- Armageddon (The Beginning)
- Attitude
- Space Station #5
- The King (Live)
Mehr über Raven
Dieses Album wurde auch im Soundcheck "Soundcheck 03/2010" bewertet.
Review
Review von Frank Jaeger
36 Jahre und kein bisschen leiser, oder weniger wild, oder einfach normaler.
Aber immer wieder gab es beachtliche Alben, die nur allzu oft in der Masse der Veröffentlichungen untergingen. Zu den beachtlichen Alben gehört auch "Walk Through Fire", das mittlerweile zwölfte Album der Band, das gelegentlich frisch und direkt nach vorne poltert, an anderen Stellen aber auch ein paar Experimente anstellt, die nicht immer vollständig glücken. Doch dazu später, erst einmal wollen wir festhalten, dass RAVEN auch im 36. Jahr des Bestehens und dem 22. Jahr ohne Umbesetzungen einfach ganz fett rocken. Gleich der Eröffnungssong 'Against The Grain' kombiniert die punkige Attitude mit dem typischen, abgehackten RAVEN-Gepolter, gewürzt mit einer gehörigen Prise Geschwindigkeit und Johns spitzen Schreien. Auch im weiteren Verlauf halten sich die Briten wenig zurück und klingen überhaupt nicht wie Musiker jenseits der 50, denn auch die beiden folgenden Stücke sind schnell und klingen keineswegs nicht modern oder so, als wollte sich die Band irgendeinem Trend anbiedern. Das wäre auch Quatsch, die Band war schon hip, da gab es noch keinen dieser vermeintlich wichtigen Trends.
Erst im Titeltrack wird ein kleines bisschen Tempo rausgenommen, so dass der Song nur noch schnell ist, nicht mehr pfeilschnell. Allein dieses Anfangsquartett ist das Geld für die Scheibe wert, denn das ist altmodisch und doch frisch – geht das eigentlich? Danach beginnen die Drei, variabler zu werden und experimentieren mit groovigen, doomigen und auch mal fast poppigen Klängen. Solche Ausflüge kennen die Fans bereits von vorherigen Alben, und wie immer ist auch hier nicht jeder Song ein echter Treffer. Der einfache, gemächliche Rock von 'Long Day’s Journey' mit seinem simplen Chorus muss in Anbetracht der Klasse der meisten Songs als Ausfall gewertet werden, und generell gehen RAVEN in der zweiten Hälfte eher melodiebetont zu Werke, was in 'Trainwreck' und 'Running Around In Circles' zu seltsamen Ergebnissen führt und im Falle von 'Grip' sogar zu einer recht nervigen Gesangslinie.
Nach diesen vier Tracks, die, da sie aufeinander folgen, doch einen klaren Durchhänger in der Mitte des Albums bilden, folgt mit dem doomigen, später wieder RAVEN typischen 'Armageddon (The Beginning)' ein cooler Song, der es hoffentlich auch in die Livesets der Band schaffen wird, bevor es mit 'Attitude' noch einmal heftiger und vor allem punkiger wird. Als kleinen Nachschlag geben die Gallagher-Brüder und Mr. Hasselvander noch das MONTROSE-Cover 'Space Station #5' zum besten und kredenzen eine Live-Version des Songs 'The King' von "Nothing Exceeds Like Excess". Dieser Track gehörte noch nie zu den Highlights in der Karriere der Legende, ist aber alles andere als schlecht.
Nachdem wir fast eine Dekade lang nichts von den sympathischen Verrückten gehört haben, ist es toll, wieder ein neues Album in der Hand zu halten, vor allem da man sich weiterhin auf seiner eigenen Umlaufbahn um den Planeten Metal bewegt und in dieser Form weiterhin eine Macht ist. Bitte aber nicht wieder zehn Jahre bis zum nächsten Album, doch erstmal eine Tour. Denn nur RAVEN live schlägt RAVEN auf CD.
Note: 8.0 / 10
Frank Jaeger, 15.3.2010





















