Interview mit Monica Nancy Wick
"Ich bin die Frau, die begehrt wird", sagt Monica Nancy Wick und benennt damit einen der Gründe, warum sie sich für die Rolle der 'Ramona' in der Komödie VIDEO KINGS begeistern konnte, die am 06.09.2007 in deutschen Kinos anläuft.
Aber nicht nur ihre eigene Figur gefällt Monica an VIDEO KINGS, sondern auch die Geschichte selbst, deren Stärke ihrer Auffassung nach in der gelungenen Mischung aus Comedy und Musik mit einem Schuss Tiefgründigkeit liege.
So ist sie selbst begeisterter Punkrock-Fan und kann sich daher mit Bands wie den BEATSTEAKS und der Berliner Combo EL*KE, die VIDEO KINGS musikalischen Rückenwind verleihen, besonders identifizieren.
Wer sich über VIDEO KINGS ein wenig im Internet informiert, der gewinnt den Eindruck, als sei dieser Film letztlich ein Projekt miteinander befreundeter Künstler, die ihre eigenen kreativen Ideen hier ohne Rücksicht auf finanzielle Schranken verwirklicht haben.
Monica bestätigt das. Tatsächlich gehörten die Macher von VIDEO KINGS einer Clique an und das ganze sei schon irgendwie ein Freundschaftsprojekt. Einer der Regisseure sei mit Peter Thorwarth befreundet, in dessen namhaftem Film "Bang Boom Bang" Monica Nancy Wick vor acht Jahren eine kleine Rolle gespielt habe. Die Geschichte von den VIDEO KINGS sei auch von den Vorlieben der beiden Regisseure Daniel Acht und Ali Eckert und ihren Freunden beeinflusst. "Wir sind alle totalen Filmfreaks und gehen oft in die Videothek. So ist der Gedanke entstanden, doch mal einen Film zu machen, der in einer Videothek spielt."
Und dann erzählt Monica ein wenig über die durchaus etwas ungewöhnlichen Dreharbeiten zu VIDEO KINGS, die sich besonders dadurch ausgezeichnet haben, dass am Set immer gute Stimmung herrschte. Ursächlich dafür sei sicher ganz besonders der Umstand gewesen, dass es sich um eine No-Budget-Produktion handele. Alle, die mitgemacht haben, habe die Begeisterung für die witzige Story angetrieben, nicht das Geld.
Und so ist auch für Monicas Mitwirkung hier in erster Linie von Bedeutung, dass sie sich mit der angebotenen Rolle und mit der erzählten Geschichte habe identifizieren können.
Ob der Film letztlich vom Publikum als Klamotte bewertet werde, interessiert sie dabei zunächst nicht. Schließlich gebe es immer Leute, denen das, was man mache gefalle und andere, denen es eben nicht gefalle. Allen könne man es sowieso nicht recht machen.
Auf die Frage, was VIDEO KINGS noch von anderen Produktionen unterscheide, berichtet sie: "Der Film wird vermarktet wie eine Band. Das Publikum ist die Plakatwand."
Statt eine große Produktionsfirma mit der Werbung für VIDEO KINGS zu beauftragen, bedient man sich also eher des Internets und der Unterstützung diverser Medienpartner.
Diese Art der Public Relation habe sogar schon die Aufmerksamkeit eines Berliner Institutes für Publizistik erweckt. "Die haben die Studenten aufgefordert, eine Forschungsarbeit darüber zu schreiben, wie man einen Film neu vermarkten kann", erzählt Monica.
Ob die Methode letztlich erfolgreich sein wird, bleibt auch für sie derzeit offen. Dass aber auch der konventionelle Weg keine Garantie für Erfolg ist, hat sie in der Vergangenheit selbst schon erlebt. Ihr Film "Ein göttlicher Job", der mit großer Finanzkraft von Buena Vista Filmverleih beworben wurde, verschwand nach einer Woche wieder aus den Kinos. Im Verhältnis dazu sind die bisherigen Pressereaktionen auf VIDEO KINGS eigentlich recht gut.
Vom Kinostart Anfang September verspricht sich Monica denn auch etwas Aufwind für ihre schauspielerische Karriere. Zwar arbeitet sie mit dem zweiten Standbein noch als Redakteurin bei einem TV-Sender und ist gerade im Begriff, ihr Politik- und Publizistikstudium abzuschließen, aber die Schauspielerei ist ihr doch sehr wichtig. Die Vorstellung, bald eine neue interessante Rolle anzunehmen, löst ein lustvolles Kribbeln in ihr aus.
"Geht in den Film und schaut ihn euch an", rät Monica Nancy und dabei ist ihr die Begeisterung für das ungewöhnliche Projekt immer noch anzumerken.




















