BODYSNATCHER: 3 gegen 1 - klappt trotzdem

08.04.2026 | 22:15

Ein eindeutiger Albumtitel, die gekonnte Weiterentwicklung, Schläge mitten in die Magengrube  bei BODYSNATCHER steht alles auf Sturm! Das Deathcore-Gewitter zieht erbarmungslose Kreise und weiß auch hierzulande anzukommen. Und wie heftig "Hell Is Here, Hell Is Home" letztlich scheppert, werden wir in diesen Tagen erfahren. Einen kleinen Einblick gibt uns Gitarrist Carter, einer der drei Kyles in der Band  Vergangenheitsbewältigung, Misanthropie und deftige Töne inklusive.

Kyle, das letzte Mal habe ich mit Chris im Zusammenhang mit der EP "Vile Conduct" gesprochen. Kannst du mir kurz erzählen, was seitdem bei euch so los war?

Seitdem haben wir unser neues Album "Hell Is Here, Hell Is Home" aufgenommen und Singles daraus veröffentlicht. Während ich das hier schreibe, sind wir gerade in Manchester, Großbritannien, auf unserer ersten Headliner-Tournee in Übersee. Es läuft alles also reibungslos

"Hell Is Here, Hell Is Home" steht in den Startlöchern. Hand aufs Herz, hättet ihr einen anderen Titel gewählt, wenn die globale politische Lage nicht so ernst wäre?

So beschissen die Lage in letzter Zeit auch ist, ich glaube, das Album hätte trotzdem dasselbe Thema und denselben Titel. Es gibt genug andere Gründe, die Menschheit zu hassen, haha.

Ihr beschäftigt euch mit Themen wie Verrat, der Überwindung von Schwierigkeiten und dem Weitermachen nach traumatischen Ereignissen im Leben und wie man damit umgeht. Aber ist es nicht durchweg positiv, diese Ereignisse zu überwinden und zu schaffen? Wie schafft es Deathcore, auch die positiven Aspekte widerzuspiegeln?

Wir haben in der Vergangenheit Songs darüber geschrieben, wie man Überwindung schafft und moralisch über den Menschen steht, die einem Unrecht getan haben. Ich denke also, dass Deathcore alles sein kann, was man will. Musikalisch kann es der härteste Song aller Zeiten sein und trotzdem eine positive Botschaft enthalten.

Ihr scheint noch kompromissloser und wütender zu sein als auf eurem letzten Studioalbum "Bleed-Abide". Mit "Vile Conduct" als Brücke, worin siehst du die Unterschiede zwischen den beiden Alben?

Das ist eine großartige Frage! Ja, bei "Bleed Abide" geht es mehr darum, Schläge einzustecken und einen Weg auf die andere Seite zu finden, und dieses neue Album nimmt definitiv eine andere Haltung ein. Wir wollten so wütend wie möglich sein und Songs über Rache und Vergeltung schreiben.

Sei ehrlich: Ist 'The Maker' der roheste, unerbittlichste und intensivste Song, den ihr je gemacht habt? Und das gleich zu Beginn des Albums – legt das nicht die Messlatte für den Rest des Albums in Sachen Brutalität extrem hoch?

'The Maker' kommt auf jeden Fall schwungvoll daher, aber meiner Meinung nach ist es immer noch nicht der "härteste" Song auf dem Album. Es gibt einen Song auf dem Album, der noch nicht veröffentlicht ist, der mich am Ende immer noch zum Lachen bringt, weil er so dumm ist, haha.

Ich bin gespannt, haha. Ihr habt euch die tatkräftige Unterstützung von Scott von TERROR und Jamey von HATEBREED gesichert. Wie kam es zu diesen beiden Kollaborationen, und ist es für euch wie ein Ritterschlag, solche Legenden auf eurem Album zu haben?

Ja, es ist auf jeden Fall cool, beide dabei zu haben. Wir waren vor ein paar Jahren mit HATEBREED auf Tour, daher war es für uns eine Selbstverständlichkeit und ein lang gehegter Wunsch, Jasta für einen Song zu gewinnen. Scott von TERROR kam dazu, nachdem wir das Riff geschrieben hatten, bei dem er mitwirkt. Wir haben es geschrieben und dachten: "Okay, wir wissen, wer dafür perfekt ist."

Ich hoffe, ich werde nicht zu persönlich, aber welche Erinnerung soll durch 'May Your Memory Rot' vergessen werden? Worauf spielst du an?

Das ist ein Song, den unser Schlagzeuger Chris über seinen Vater geschrieben hat. Es ist ziemlich eindeutig, um ehrlich zu sein, haha, er verwendet sogar seinen Vornamen im Text.

 

Ich habe gelesen, dass ihr Schwierigkeiten hattet, dieses Album zusammenzustellen. Warum? Was hat diese Arbeit so schwierig gemacht?

Manchmal kommt es zu einer Schreibblockade und es ist schwer, die genaue Richtung zu finden, in die man musikalisch gehen möchte. Ich schreibe ziemlich regelmäßig Riffs, aber dieses Mal war es einfach schwieriger, mich darauf einzulassen. Als wir erst einmal dabei waren, lief es ziemlich gut. Wir konnten mit 15 Songs ins Studio gehen und kamen mit 10 wahnsinnigen Songs heraus, auf die wir alle wirklich stolz waren.

Ihr seid in den nächsten Tagen in deutschsprachigen Ländern aktiv, und ich habe euch leider noch nie live gesehen. Was kann ich von einer BODYSNATCHER-Show erwarten? Wie hart werdet ihr mich gegen die Wand werfen?

Zum Glück spricht unser Tontechniker fließend Deutsch, falls es Sprachbarrieren geben sollte. Wir hatten schon einige ziemlich verrückte deutsche Crowds, aber das musst du auf die harte Tour herausfinden, hahaha.

Eine etwas lustige Frage zum Schluss: Mit drei Kyles in der Band besteht doch sicher die Gefahr, dass es im Proberaum zu Verwechslungen kommt? Und fühlt sich der einzige Chris nicht ausgeschlossen?

Ja, Chris wünscht sich, er hieße Kyle. Im Ernst, wir nennen uns alle mit unseren Nachnamen, haha. Medina ist also unser Sänger, Shope ist unser Bassist und ich bin Carter.

Dann Carter, nochmals vielen Dank für das Interview – was möchtest du unseren Lesern und euren Fans noch sagen?

Danke! Wenn dieses Interview erscheint, während wir noch auf Tour sind, hoffen wir, euch bei einem Konzert zu sehen!

 

Fotocredits: Alyssa Moreau

Redakteur:
Marcel Rapp

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