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DESASTER: Interview mit Sataniac

02.06.2021 | 14:41

Neues aus dem Hause DESASTER: Die neunte Scheibe steht an, hört auf den illustren Namen "Churches Without Saints" und ist einmal mehr ein richtig heißes Eisen geschmiedet in der finstersten Black'n'Thrash-Hölle geworden. Um ein paar Hintergründe – nicht nur zum neuesten Kopfnicker und Faustheber – einzuholen, baten wir Frontmann Sataniac zum kurzen Gespräch, der uns zunächst ein kleines Update gibt, was seit dem letzten Album "The Oath With An Iron Ritual" im Hause DESASTER und hier speziell hinter der Schießbude passiert ist. Denn dort taucht mit Marco Hontheim ein neues Gesicht auf.

"Tormentor [Stefan Hüskens aka Husky – Anm. d. Red.] hatte andere Prioritäten, hat geheiratet, spielte wie bekannt sein dürfte auch bei SODOM und konnte nicht mehr ordentlich mit DESASTER proben. Wir schreiben aber Songs im Proberaum, deshalb mussten wir uns was überlegen. Hont und ich kennen uns schon seit Ewigkeiten und haben früher schon zusammen bei DIVINE GENOCIDE gespielt. Er wohnt in meiner Gegend und ist musikverrückt, weshalb das gut gepasst hat. Hont spielt sehr leidenschaftlich, sehr songdienlich und kann darüber hinaus fast jeden Rhythmus spielen. Wir sind aber natürlich immer noch mit Tormentor befreundet, es ging hier nicht um musikalische Dinge. Es hat zeitlich einfach nicht mehr gepasst."

"Churches Without Saints" ist ein geiler Albumtitel und 'Learn To Love The Void' ein ziemlich feiner Opener, der zugleich der erste Appetizer des Albums ist. Wir fragten den DESASTER-Kopf nach den Hintergründen zum Titel sowie den Stellvertreter des neunten DESASTER-Massakers.

"Nun, er [der Titel – Anm. d. Red.] klingt schmissig und Religion ist beständige Geißel des Homo Sapiens. Eigentlich gesteht der Titel den besagten Institutionen zu viel Beachtung zu. Auf der anderen Seite bedeutet der Titel für mich, dass alles nur der menschlichen Biochemie entspringt und letztlich keinen universellen Wert und keine reelle Bedeutung hat. Religion ist einfach nur ein scheinheiliges Instrument zur Lenkung und Manipulation. Aber das wissen ja auch die meisten, glaube ich, hehe. Und klar, wir haben auch noch andersartige Songs. Aber der Song geht gut nach vorne los, hat einen feinen Titel, weshalb das Stück als Opener und erste Single bestens geeignet war und ist."

Kommen wir einmal zu den Unterschieden zwischen der aktuellen Dampframme und dem Vorgänger. Zumindest in Sachen Sound gibt es da eine gewisse Änderung. Das bemerkt auch Sataniac.

"Musikalische Unterschiede gibt es in meinen Augen nicht wirklich. Der letzte Song 'Aus Asche' des neuen Albums sticht natürlich etwas heraus, da wir sowas noch nie hatten. Infernal wollte dazu einen wärmeren Klang, und er hatte auch die "Tyrants Of The Netherworld" als Vorbild im Kopf, als er mit unserem Mixer Janosch die Regler des Mischpultes bewegt hat."

Doch auch in Sachen Artwork unterscheiden sich beide Alben. Hier schienen für das aktuelle Album die Geschmäcker auch ein wenig auseinander zu driften. Während für den Vorgänger ein Gemälde von John Martin, der eine Szene aus John Miltons "Lost Paradise" darstellte, aus dem Ärmel geschüttelt wurde...

„Nun, das ist etwas schwierig, da ich das Cover nicht wirklich mag. Es passt zum Titel und ist handwerklich einwandfrei, wirkt in meinen Augen aber einfach zu direkt, also nicht wirklich geheimnisvoll. Es wurde vom Brasilianer Marcos Miller nach unseren Vorstellungen angefertigt, wobei meine Vorstellung wohl etwas zu kurz gekommen ist, haha."

Aber zumindest mit der Musik kann Sataniac enorm zufrieden sein, denn "Churches Without Saints" lässt einmal mehr keine Wünsche offen. Seit unserem letzten Gespräch ist über DESASTER hinaus noch etwas geschehen, was eine nicht ganz unwichtige Metalband betrifft. Wie fragten ihn nach dem Einfluss SLAYERs und seiner Reaktion, als die Thrasher ihr Bandende bekanntgaben.

"SLAYER ist sicher eine oder sogar die wichtigste Band in meinem Leben. Allerdings hat mich deren Ende nicht wirklich berührt. Alles endet. Auch kenne und liebe ich die Band seit 1985 und habe diese schon oft live erleben dürfen. Das was ich an SLAYER liebe, steckt in mir drin, das kann gar nicht sterben. Ich bin kein besonders großer Thrash-Fan, und SLAYER steht sowieso für sich alleine. Wie jede Spielart im Metal sollte besonders auch der Thrash von Aggression und Evil Intent erfüllt sein, das schaffen die wenigsten Bands. Aber was zählt schon meine Meinung..."

Sehr viel, wie ich finde, denn mit diesen Hintergrundinformationen begebe ich mich noch ein wenig an "Churches Without Saints", überlasse mit "Ja, dann möchte ich mich ganz artig für eure und deine Unterstützung bedanken" Herrn Sataniac die letzten Worte und wünsche euch noch allen einen schönen und erholsamen Tag!

Redakteur:
Marcel Rapp

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