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HELLRYDER: Interview mit Axel Ritt

27.05.2021 | 14:36

HELLRYDER – die neue Band um Chris Boltendahl und Flitzefinger Axel Riff, äh, Ritt – präsentiert sich auf dem "The Devil Is A Gambler"-Debüt in richtig starker Old-School-Manier sowie einer dezent anderen Herangehensweise, als die beiden GRAVE DIGGER-Musiker bei ihrer Stammcombo an den Tag legen. Wir baten Herrn Ritt um ein kleines Gespräch, um einige Fragen rund um die Band, die Mannschaft, die Produktion sowie die Botschaft dahinter zu beantworten. Und speziell in Sachen Zukunft macht uns Axel die Münder wässrig.

Axel, wie geht es dir? Wie ist die derzeitige Stimmung in Anbetracht der HELLRYDER-Veröffentlichung?

Wir sind alle guter Dinge und freuen uns auf den Release. Alle bisherigen Reaktionen auf das Album sind sehr wohlwollend, der Vorverkauf läuft gut und wir haben die ersten Live-Buchungen für 2022. Alles läuft sehr zufriedenstellend.

Wie schon angedeutet, geht es diesmal nicht um GRAVE DIGGER, sondern um ein neues Projekt von Chris und dir namens HELLRYDER. Die Idee zu der Band existiert schon einige Jahre, oder? Magst du uns kurz von der HELLRYDER-Entstehungsgeschichte erzählen und was hinter der Idee zu dieser Band steckt?

Chris und ich hatten 2017 die Idee, eine Band ins Leben zu rufen, die schnörkellosen Metal der alten Schule spielt, jedoch nicht ohne einige moderne Elemente hinzuzufügen. Heraus gekommen ist eine Combo mit leichten MOTÖRHEAD-Attributen, Songs in Bariton Tuning und vier Musikern in Anzügen, hehe.

Nun sind mit Schlagzeuger Timmi Breideband und Bassist Steven Wussow auch zwei weitere bekannte Musikerpersönlichkeiten mit an HELLRYDER-Bord. Wie kam denn dahingehend der Kontakt zustande und die berühmte "Henne oder Ei"-Frage: Was war zuerst da? Das Konzept HELLRYDER oder die finale Band?

HELLRYDER war von vorneherein als Band geplant, nicht als eines dieser lächerlichen Projekte, wo man möglichst bekannte Namen auf einem Zettel zusammenfügt, sich die Soundfiles per Web schickt, die Bandfotos aus Einzelbildern vor Green Screen zusammen klebt und natürlich niemals live spielt, da es wirtschaftlich keinen Sinn ergeben würde. Solche Projekte sind zutiefst überflüssig und verstopfen nur den Plattenmarkt. Wir wollten eine Band, wie man sie früher betrachtet hat, sprich: echte Musiker aus der räumlichen Umgebung, welche man persönlich trifft, mit denen man sich zusammen im Studio aufhält und auch proben kann. Wir werden live auch keine betrügerischen Backing-Tracks ablaufen lassen, um das Publikum zu verarschen, diese Band besteht noch aus echten Musikern.

Ein Statement! Mit Marcus und Jens habt ihr bei GRAVE DIGGER schon einen Bassisten und Trommler in euren Reihen. Bestand auch die Idee, im Line-up von GRAVE DIGGER das Projekt HELLRYDER aus der Taufe zu heben oder wolltet ihr von Beginn an für diese Posten andere Mitstreiter? Und wie konnten Jens und Marcus diese Zeit nutzen, während ihr mit HELLRYDER beschäftigt wart?

Mit der gleichen Besetzung von GRAVE DIGGER eine neue Band zu gründen, hätte keinen Sinn ergeben, zumal dann auch die Verwechslungsgefahr einfach zu groß gewesen wäre. Wenn man einen anderen Sound erzeugen und stilistisch anders angelegte Songs schreiben möchte, ist es zudem sehr interessant, neue Einflüsse von den anderen Musikern zu erhalten. Marcus und Jens haben ohnehin beide auch noch ein Leben neben GRAVE DIGGER und werden die Zeit entsprechend genutzt haben.

Anders als bei GRAVE DIGGER agiert HELLRYDER auf dem Debüt "The Devil Is A Gambler" etwas weniger episch und ausladend, aber dafür straighter und – das meine ich durch und durch positiv – dreckiger. Habt ihr euch bewusst dazu entschieden, etwas gezielter auf die Wurzeln des Heavy Metals einzugehen?

Absolut, genau das war unser Ziel. In diesen Zeiten, in denen viele unserer Kollegen im Studio Aufnahmen nur noch künstlich zusammen kleben, welche sich live dann nur noch mit Backing-Tracks vom Rechner umsetzen lassen, wollten wir gezielt einen Gegenpol setzen. Bei uns bekommst du live nur das zu hören, was du auf der Bühne auch wirklich siehst. Die Mini-Playback-Show überlassen wir den 95% der anderen Bands, die es ohne technische Hilfe gar nicht mehr auf die Bühne schaffen würden.

Ich persönlich mag das "The Devil is A Gambler"-Debüt sehr gerne, weil man Chris und dich in einem neuen Blickwinkel sieht. Ist HELLRYDER denn lediglich als Projekt angesehen oder darf man künftig zwischen zwei GRAVE DIGGER-Alben auch mit Neuigkeiten aus dem Hause HELLRYDER rechnen?

HELLRYDER ist eine feste Band und wird regelmäßige Veröffentlichungen machen. Im GRAVE DIGGER-Lager haben wir den Zwei-Jahres-Turnus eingeführt, sprich ein Jahr Album, ein Jahr Tour, dann wieder ein Jahr Album etc. Jetzt kommt noch eine weitere Band dazu, d.h. wir werden abwechselnd im Jahresturnus jeweils ein GRAVE DIGGER- und ein HELLRYDER-Album veröffentlichen.

Du warst auch für Produktion, Mix und Mastering verantwortlich. Hattet ihr vorher eine Zielsetzung, wie der Sound klingen soll oder ging er erst im Laufe der Aufnahme weiter in Richtung Old-School-Flair?

Nein, der Sound stand von Anfang an so fest. Ich mache von jedem Album erst einmal eine komplette Vorproduktion, bei dem ich alle Instrumente selber einspiele und Chris Demo-Vocals dazu beisteuert. Danach wird alles wieder gelöscht und durch reguläre Instrumente ersetzt, wir nehmen das gesamte Album also zweimal komplett auf, bevor es veröffentlicht wird.

Noch kurz zu zwei einzelnen Songs: Wer verbirgt sich denn hinter 'Chainsaw Lily’?

Da musst du Chris fragen. Er verarbeitet in seinen Texten viele Elemente aus seiner wilden Zeit, von daher, hehe.

Abschließend geht mit 'Harder Faster Louder' ziemlich die Post ab. Ist das die Message dieser Platte? Einfach mal die Sau rauslassen?

Exakt! Erste Reihe Nasenbluten, haha. Einfach die pure Energie heraushauen.

Generell ziehe ich vor euch den Hut – ihr habt die konzertfreie Zeit sehr effektiv genutzt. Wie wird es in diesem Jahr denn trotzdem weitergehen? Stehen schon Pläne hinsichtlich GRAVE DIGGER an?

Ja, jede Menge sogar. Wir haben die Europatournee von 2020 nachzuholen, wir sind für alle geplanten Festivals bzgl. der 40-Jahre-GRAVE DIGGER-Sondershows auch für 2022 bestätigt und es wird eventuell noch eine umfassende Nordamerika-Tournee geben. Wir werden also in 2022 fast nur on the road sein.

Axel, nochmals ein großes Dankeschön! "The Devil Is A Gambler" macht ungeheuren Spaß, was ich mit meiner Rezension auch zum Ausdruck bringen konnte. Du darfst allerdings noch Worte an unsere Leser richten. Was möchtest du noch loswerden?

Ich hoffe, wir sehen uns bei einer unserer kommenden Shows! Beste Grüße!

Redakteur:
Marcel Rapp

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