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LATRODECTÜS: Interview mit Necurat

01.01.1970 | 01:00

LATRODECTÜS ist die Vorzeige-Black-Metal-Band aus Frankreich. Der Name der Band ist auch der wissenschaftliche Name der Schwarzen Witze, der weltweit giftigsten Spinne. Ich hatte die Gelegenheit mich mit Necurat, dem charismatischen Sänger der Band, zu unterhalten. Er gab mir Hintergrundinformationen zu dem dreisprachigen Album "Altered Flesh", erzählte mir von den Änderungen im Line-up der Band, erklärte warum das nächste Album komplett in Deutsch sein wird, was er von Satanismus so hält und einiges mehr.


Natalie:
Hey, Necurat. Kannst Du LATRODECTÜS kurz vorstellen?

Necurat:
LATRODECTÜS ist zurzeit eine vierköpfige Band. Wir haben uns vor Kurzem von unserem Bassisten Mesys getrennt. Die Band besteht aus Crom, Arkwolff, Shyvv und mir selbst. Es gab kürzlich jede Menge Änderungen innerhalb der Band. Seit dem Weggang von Mesys bin ich Sänger und Bassist. Shyvv spielt jetzt Gitarre. Wir haben jetzt keinen Keyboarder mehr, weil es ein notwendiger musikalischer Schritt war. Wir wollen der rauen Seite unserer Musik den Vorrang geben. Das Keyboard hat dadurch sein Berechtigungsdasein verloren.

Natalie:
Wie ist euer musikalischer Werdegang?

Necurat:
Ich denke, das ist nicht interessant und möchte an dieser Stelle schweigen. Ich kann jedoch sagen, dass wir in Death- und Black-Metal-Bands aktiv waren.

Natalie:
Wo kommt ihr denn her?

Necurat:
Wir sind aus dem Poitou, einer Gegend im Westen Frankreichs.

Natalie:
Wer komponiert die Songs bei LATRODECTÜS?

Necurat:
Die Songs werden von Arkwolff und Crom geschrieben. Crom steuert die Riffs bei und mit Arkwolff (Schlagzeuger – Anm. d. Verf.) realisiert er das Gerüst der Songs. Danach geben Shyvv und ich ihnen den letzten Schliff!

Natalie:
Welche Bands oder Stilrichtungen beeinflussen die Musik von LATRODECTÜS?

Necurat:
Wir werden von uns selbst beeinflusst. Es ist nämlich so, dass wir die Kraft in uns selbst finden um das LATRODECTÜS-Gift hervorzubringen!

Natalie:
Eure erste MCD wurde von Mitgliedern der französischen Metal-Veteranen LOUDBLAST aufgenommen. Wie kam diese Kooperation zustande?

Necurat:
Wir wollten ein qualitativ hochwertiges Endprodukt haben. Wir sind mit Stéphane Buriez in Verbindung getreten und er willigte ein. Diese MCD beinhaltet einige "Jugendfehler", sie bedeutet uns aber trotzdem sehr viel.

Natalie:
Kannst Du die Songs dieser ersten MCD beschreiben?

Necurat:
Diese Songs spiegeln die erste musikalische Ausrichtung von LATRODECTÜS wider. Es war unsere erste Studioerfahrung. Diese Songs waren ein regelrechter Ausbruch von Hass und Brutalität, ohne wirkliche über die Folgen, die es nach sich ziehen würde, nachzudenken.

Natalie:
Der Nachfolger der MCD, euer aktuelles Album "Altered Flesh", hat für heftige Debatten gesorgt. Einige lieben es, andere hassen es. Wir erklärt ihr euch das?

Necurat:
Für uns ist "Altered Flesh" ein Stich ins Wespennest. Ich habe dafür keine Erklärung, außer dass wir wahrscheinlich die Grundlagen des Stils auf den Kopf gestellt haben. Zu symphonisch für "true-black" und zu "true-black" um als symphonisch zu gelten. Das Album hat aber mit Sicherheit für Reaktionen gesorgt und das ist die Hauptsache!

Natalie:
"Altered Flesh" wurde von einem ANOREXIA NERVOSA-Bandmitglied aufgenommen. Was hat zu dieser Wahl geführt?

Necurat:
Ich kannte die Jungs von ANOREXIA seit einigen Jahren. Wir wollten jemanden haben, der auf derselben Wellenlänge liegt. Die Zusammenarbeit mit Xort (Keyboarder bei ANOREXIA NERVOSA – Anm. d. Verf.) schien logisch!

Natalie:
Wie sind die Aufnahmen zu "Altered Flesh" gelaufen?

Necurat:
Unbeschreiblich gut!

Natalie:
Das Album beinhaltet auch einen deutschen Song mit dem Titel "Totentanz"…

Necurat:
Für diesen Song habe ich es zuerst mit einem englischen Text versucht. Aber es passte einfach nicht. Dann hatte ich die Idee es mit einem deutschen Text zu probieren und es hat funktioniert. Seit den Anfängen von LATRODECTÜS wollte ich auf Deutsch singen. Es ist eine Sprache, die mir sehr gefällt und sie ist perfekt für Black Metal. Das nächste Album soll übrigens komplett auf Deutsch sein.

Natalie:
Du singst auch in Französisch auf "Altered Flesh"?

Necurat:
Das einzige französische Stück ist "Irreverent Corpses". Französisch schien die ausdrucksstarkste Sprache für diesen langsamen und depressiven Song zu sein.

Natalie:
Welche Themen haben die Texte des Albums inspiriert?

Necurat:
Das Album handelt von einer Sicht auf die Welt, wie sie von einem Individuum mit schwerwiegenden mentalen Störungen empfunden wird. Dieses Individuum leidet unter einer Verwirrung der Gefühle und Emotionen. Der Schmerz bereitet ihm Lust, sein Körper wird zu einem unvollkommenen und widerlichen Instrument. Er muss sich davon befreien um nach der Machtfülle der Seele zu streben.

Natalie:
Das Cover des Albums wurde als obszön beschrieben. Was hältst du davon?

Necurat:
Das Cover sollte LATRODECTÜS um eine neue Dimension und ein Universum bereichern. Ich verstehe nicht, dass Leute, die extreme Musik würdigen, keine extremen Cover mögen und sogar Anstoß daran nehmen. Man ist extrem oder man ist es nicht!

Natalie:
Ihr hattet viele Live-Konzerte. Mit welchen Bands habt ihr denn gespielt?

Necurat:
Wir hatten das Glück die Bühne mit Bands wie ENTHRONED, SETH, SATYRICON, CIRITH GORGOR und KHOLD zu teilen.

Natalie:
Habt ihr auch außerhalb Frankreichs gespielt?

Necurat:
Wir haben in Belgien im Frontline gespielt mit CIRITH GORGOR. Dieses Konzert ist uns positiv in Erinnerung geblieben. Wir wollen in Zukunft vermehrt im Ausland spielen um unser Gift zu verbreiten…

Natalie:
Welches Konzert war das schönste Erlebnis bis jetzt?

Necurat:
Ich denke, die beste Erinnerung bleibt das Konzert in dem ehemaligen "Antre Du Chaos" (Höhle des Chaos – Anm. d. Verf.) in Tours/Frankreich. Es war eine Art private Party mit einem entfesselten Publikum an diesem Abend. Außerdem hatte der Gastgeber für eine passende Atmosphäre gesorgt. Es war perfekt!

Natalie:
Was war das schlimmste Erlebnis in eurer bisherigen musikalischen Karriere?

Necurat:
Ein gewisses Konzert in Rennes, wo die technischen Problemen und die Idioten, die mit uns auf dem Billing waren, uns die schlimmsten Augenblicke beschert haben.

Natalie:
Wie ist die Toleranz gegenüber dem Black Metal in Frankreich? Habt ihr diesbezüglich schon Schwierigkeiten gehabt?

Necurat:
Nein, wir hatten nicht wirklich Probleme. Außer am Anfang unserer Karriere, wo ich telefonische Drohungen erhielt. Es waren angebliche "true-BM"-Fans, die nicht in der Lage waren einem von Angesicht zu Angesicht etwas zu sagen. Fuck!

Natalie:
Black Metal wird oft mit Satanismus in Verbindung gebracht. Was hältst du von Satanismus?

Necurat:
Nichts!

Natalie:
Wie sehen die zukünftigen Pläne der Band aus?

Necurat:
Zurzeit arbeiten wir an dem nächsten Album, das mit Sicherheit ein Gemetzel sein wird.

Natalie:
Ein letztes Wort?

Necurat:
Bis bald auf der Bühne, hoffentlich…


Natalie
office@lost-in-berlin.de

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