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SHAKRA: Interview mit Thom Blunier

01.01.1970 | 01:00

Die einzig logische Einleitung für dieses Interview ist eigentlich diese, daß ich seit der „G.“-Scheibe von GOTTHARD deren musikalische Weiterentwicklung nicht als solche sehe, sondern eher als Versuch eine breitere Masse mit kommerziellerem Sound und Songmaterial zu erreichen … wenn auch ein äußerst erfolgreicher. Was ich damit sagen will ist, daß ich vom Fan dieser Band zum Beobachter wurde, sprich deren Entwicklung eher skeptisch verfolge. Wie erfreulich ist es da, daß es noch Bands gibt und dazu aus der Schweiz, die genau da weitermachen, wo GOTTHARD vor „Open“ aufgehört haben. SHAKRA heißt das Quintett und hat mit „Power Ride“, ihrem dritten regulären Langeisen, ein derart amtliches Hardrock Brett aus dem Ärmel geschüttelt, daß mir eigentlich gar keine andere Wahl blieb, als mich mit Leadklampfer Thom Blunier etwas ausführlicher zu unterhalten.

Oliver: Thom, kann mir vorstellen, daß ihr euch vor 1-A Reviews gar nicht mehr retten könnt …. „Power Ride“ ist einfach genial geworden.

Thom: Danke für die Blumen! Wir sind extrem happy mit all den guten Kritiken über „Power Ride“. Beim Produzieren gab es manchmal schon den einen oder anderen Moment, wo man etwas zweifelte.

Oliver: Kannst du bitte kurz auf euren musikalischen Werdegang eingehen, damit sich unsere Leser ein besseres Bild von SHAKRA machen können!?

Thom: SHAKRA entstand 1995 mit dem Ziel, einfacher Riff-Dampfhammerrock mit guten Hooklines zu machen. Seit 1997 sind wir bei Point Music in München mit weltweitem Produktionsvertrag. „Power Ride“ ist die dritte Studioscheibe. Nach „SHAKRA“ und „Moving Force“ kam 2000 noch eine Live-Scheibe auf den Markt.

Oliver: Worum geht es in euren Texten? Mir scheint, ihr legt ziemlich viel Wert auf eingängige Text bzw. Lyrics ohne allzu komplizierte Ausdrücke / Wortspiele, dafür aber mit viel „Sticks-in-Your“-Effekt. Sehe ich das falsch?

Thom: Wir legen sehr viel Wert auf ein gutes Klangbild, d.h. die Stimme sehen wir eher als weiteres Instrument an. Die Wörter müssen gut klingen und erst danach kommt die Message, die natürlich auch gut sein muß, aber nicht das Allerwichtigste ist.

Oliver: Auf der Promo-Version von „Power Ride“ ist auf der Rückseite am Rande eine Schnecke (habe ich doch richtig erkannt, oder!?) zu erkennen. Hat ja nicht gerade viel mit „Power“ zu tun oder soll das in etwa bedeuten, daß man auch ohne allzu hohe Geschwindigkeit viel Power haben kann (Anspielung auf Musik)?

Thom: Das hast du richtig erkannt. Bei der Musik hat Power nichts mit Geschwindigkeit zu tun!! Aber die Schnecke macht schon einen ordentlichen „Power Ride“, hat ja auch ein Formel 1-Fahrwerk und Cosworth-Power im Rücken.

Oliver: Bis dato hab ich euch 1 x live erleben dürfen. Sah so aus, als hättet ihr auf der Bühne jede Menge Fun. Was bedeutet es für euch auf der Bühne zu stehen und könnte SHAKRA auch lediglich als Studio Band existieren?

Thom: Live-Konzerte sind schon wichtig für uns! Auf der Bühne abzurocken ist definitiv das geilere Gefühl, als im Studio irgendwelche Ideen möglichst gut zu recorden.

Oliver: Jede Band hat ja was das Songwriting angeht ihren eigenen Stil. Wie muß ich mir die Entstehung eines SHAKRA Songs vorstellen?

Thom: Die Ideen entstehen in den Köpfen der drei Songwriters, Thomas Muster (Rhythm Guitar), Pete Wiedmer (Vocals) und mir, Thom Blunier (Lead Guitar). Wenn das „Gerüst“ des Songs im Kopf bereits steht, trommeln wir die Band zusammen und probieren es aus. Geile Riffs sind schnell mal da, aber gute Melodien dazu zu schreiben ist dann schon etwas schwieriger.

Oliver: Hat der Erfolg von GOTTHARD in der Schweiz und auch in anderen Teilen Europas gleichfalls Türen für euch geöffnet oder ist bei SHAKRA nach wie vor alles beim alten geblieben?

Thom: Außer, daß alle Journalisten nach GOTTHARD fragen hat es uns nicht viel gebracht.

Oliver: Abgesehen vom jeweiligen Status der Bands, was unterscheidet euch musikalisch von GOTTHARD, KROKUS und CRYSTALL BALL? Wie ist euer Verhältnis zu diesen Schweizer Bands?

Thom: Ich denke, jede Band die du da nennst hat schon durch ihre Members (z. B. Sänger) ihren eigenen Charakter. Jede Band hat ihre eigenen Songs und Vorlieben, was dann eben den typischen Sound dieser Band ausmacht. Jede Band ist eigenständig und zieht ihr Ding auf ihre Weise durch. Irgendwelche engen Verbindungen gibt es da nicht.

Oliver: Ich bin unter anderem bei einem kleinen Radiosender am Start. Wie siehst du als Metal-Mucker die Verbreitung eures Sounds im Radio? Glaubst du, daß kleine Radiosender überhaupt dazu beitragen euch bekannter zu machen oder läuft das hauptsächlich über Magazine, Konzerte bzw. Touren?

Thom: Hardrock ist ja im Moment kein Major-Thema, darum auch nicht groß in den Charts vertreten. Da sich die Radioprogramme ja meistens nach den Charts richten sind wir hauptsächlich auf Magazine und Live-Touren angewiesen, um unser Produkt zu promoten. Wenn uns aber kleine Radiosender spielen, finden wir das natürlich doppelt geil.

Oliver: Wo glaubst du stehen SHAKRA in 10 Jahren und werdet ihr eine ähnliche Entwicklung wie GOTTHARD durchlaufen?

Thom: Wo SHAKRA in 10 Jahren stehen werden weiß ich nicht. Aber heute würde ich sagen, daß wir nicht (wie GOTTHARD) plötzlich anderen Sound machen werden, sondern unserem Stil treu bleiben.

Oliver: Im Oktober steht ja die erste Tour für die aktuelle Scheibe an. Wie bereitet ihr euch allgemein auf ein Tour vor und was steht live-technisch nach diesen Gigs an?

Thom: Wir versuchen ein gutes Programm zusammenzustellen, das möglichst abwechslungsreich ist und die besten Songs enthält. Im Moment sind wir dies am proben. Nach der Club-Tour in Germany werden wir bei uns in der Schweiz einige Gigs geben und nächstes Jahr werden wir sehen ob wir noch eine größere Tour als Support machen können. Mal schauen..........

Oliver: Wie gehst du mit Kritik um? Wann ist für dich der Bogen kritikmäßig überspannt?

Thom: Wir mußten bis jetzt noch nicht lernen mit negativer Kritik umzugehen, und positive Kritiken ertragen sich ganz gut. Ich denke, wir sind selber die größten Kritiker (uns gegenüber), was ich als sehr wichtig erachte. Selbstkritik ist der beste Weg um weiter zu kommen.

Oliver: Das Interview, das du gerade beantwortest ist ja für ein Online-Metal-Mag. Welchen Stellenwert nehmen für dich persönlich Online-Mags verglichen zu „herkömmlichen“ gedruckten Magazinen ein?

Thom: Ich finde jedes Medium gut, welches sich für SHAKRA einsetzt! Die Vielfalt finde ich persönlich cool! Jeder kann selber entscheiden ob er noch Hefte kaufen will oder nur übers Internet informiert werden will.

Oliver: Hättest du die Möglichkeit einen Tag lang eine andere Person zu sein, in welche Rolle würdest Du gerne schlüpfen und warum?

Thom: Bin eigentlich ganz zufrieden so wie es ist (Puh, ist das aber langweilig … - Anm. d. Red.).

Oliver: Wir waren ja schon vorher bei dem Thema "Online". Wie stehst du zu den ganzen MP3-Tauschbörsen und dem Internet im Allgemeinen?

Thom: Internet ist gut. Ich komme immer zu irgendwelchen Informationen die ich brauche oder auch nicht brauche … auf jeden Fall könnte ich fast nicht mehr darauf verzichten. Beim Sound sehe ich das aber etwas anders. Ich find‘s nicht richtig, wenn man gratis Sound herunterladen kann! Eine CD-Produktion kostet eine Menge Geld und dieses Produkt will niemand verschenken!!!

Oliver: Welche 3 Dinge würdest Du nicht mit auf eine einsame Insel nehmen?

Thom: Ich würde nie auf eine einsame Insel gehen!!

Oliver: Gut, dann machen wir mal hier Schicht im Schacht. Danke für die Antworten. Du hast das letzte Wort ... come on!

Thom: Herzlichen Dank an alle Fans die „Power Ride“ gekauft haben oder hoffentlich noch kaufen werden. Wir sehen uns on Tour!! Dates siehe unter www.SHAKRA.ch

Redakteur:
Oliver Kast

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