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THE FADING: Interview mit Bassist Elad Manor

09.10.2009 | 15:18

Im vergangenen Jahr haben THE FADING den Metal Battle auf dem Wacken Open Air gewonnen. Ein gutes Jahr später erschien ihr Album via Wacken Records. Bassist Elad Manor spricht aber nicht nur über das Debüt "In Sin We'll Find Salvation", sondern auch über sein Heimatland Israel, Vorbilder und persönliche Wünsche.

Pia:
Obwohl ihr den Wackener Metal Battle gewonnen habt, kennt euch noch nicht jeder. Stellt euch also bitte kurz vor.

Elad:
Die Band wurde von Sänger Ilia unter dem Namen EXCESSUM gegründet und hatte ihr Bühnendebüt 2003. Im Jahr 2006 benannten wir uns in THE FADING um und veröffentlichen zwei EPs - eine noch 2006, die andere 2007. Im Sommer 2008 gewannen wir den Wackener Metal Battle und flogen nach Schweden ins Studio Underground, um unser Debütalbum für Wacken Records aufzunehmen.

Pia:
Was war der Anreiz für euch, eine Band zu gründen?

Elad:
Nur die Leidenschaft für Musik, insbesondere für Metal. In jungen Jahren unsere Metal-Idole auf der Bühne rocken zu sehen, brachte uns dazu, unseren Träumen zu folgen.

Pia:
Wie ihr schon erwähnt habt, hieß eure Band früher EXCESSUM. Warum habt ihr euren Namen geändert?

Elad:
Es gab viele Besetzungswechsel seit der Bandgründung und wir hatten das Gefühl, dass der vorherige Name uns nicht mehr repräsentiert. Wir wollten einen Neuanfang und dachten, es wäre das Beste, der Band einen neuen Namen zu geben.

Pia:
Euer Album ist jetzt seit etwa zwei Monaten auf dem Markt. Seid ihr mit eurem Werk und der Reaktion der Hörer zufrieden?

Elad:
Das Album erhält gute Rezensionen und wir sind sehr zufrieden damit. Europäische Radios geben der Scheibe ordentlich Spielzeit. Und so, wie ich es sehe, wird das Album in Deutschland gut angenommen. Ich hoffe, die gute Stimmung beweist sich, wenn wir durch Europa touren.

Pia:
Hat das Album ein Konzept?

Elad:
Es ist kein Konzeptalbum, aber die Grundidee der Texte handelt von den Aufgaben, die ein Mann in seinem Leben bewerkstelligen muss - der Kampf, sich in der Gesellschaft zurechtzufinden, die Umwelt, ihm selbst und der Wille, auf unserem verrückten Planeten zu überleben.

Pia:
Das Cover zeigt einen verzweifelten Businessman. Möchtet ihr damit kritisieren, was dieser Zeit in der Finanzwelt passiert?

Elad:
Unsere Absicht war es, nicht eine bestimmte Gesellschaftsebene zu fokussieren, sondern die Verzweiflung eines Durchschnittsmannes zu zeigen. Deshalb wählten wir diesen normal aussehenden Mann mit Anzug.

Pia:
Was bedeutet der Titel "In Sin We'll Find Salvation"?

Elad:
Mit diesem Titel haben wir versucht, die Essenz des modernen Lebens einzufangen, welche stark den Tod von Unschuld und Reinheit symbolisiert.

Pia:
Wie lief die Arbeit mit dem Produzenten?

Elad:
Pelle (Saether - Anm. d. Verf.) ist ein erfahrener Produzent und eine lockere Person. Es war eine Ehre, mit einem so gut ausgebildeten Techniker zu arbeiten, und in seinem Studio konnte man wirklich gut aufnehmen.

Pia:
Gab es Schwierigkeiten während der Aufnahmen?

Elad:
Nicht wirklich. Alles ging gut und entsprach unseren Erwartungen.

Pia:
Welche Lieder auf dem Album gefallen euch am besten?

Elad:
Das ist, als müsstest du deinen Lieblingssohn benennen. Ich muss sagen, ich mag alle. :-)

Pia:
Habt ihr schon Lieder oder Ideen für ein neues Album?

Elad:
Wir haben schon angefangen, das nächste Album zu schreiben und ich kann versprechen, es wird eindrucksvoll.

Pia:
Bitte beschreibt eure Musik.

Elad:
Es ist offensichtlich, dass unser Hauptgenre Melodic Death Metal ist, aber man kann viele unterschiedliche Einflüsse auf unserem Album hören. Lieder wie 'One Step To Drama' und 'Confront Myself' zum Beispiel wurden schon vor längerer Zeit geschrieben und zeigen eine viel thrashigere Seite von THE FADING. Alle in der Band mögen amerikanische Metalcore-Bands, auch das kann man in unserer Musik hören.

Pia:
Wie schreibt ihr eure Lieder?

Elad:
Unsere Gitarristen Arie und Paul kommen mit ein paar Riffs in den Proberaum und jeder bringt seine Ideen mit ein. Ilia ist für die Texte verantwortlich.

Pia:
Welche Elemente geben THE FADING eurer Meinung nach eine besondere Note?

Elad:
Unsere raue, israelische Einstellung! Dazu noch die große Bandbreite an Einflüssen, die unsere Musik erfährt.

Pia:
Wie wichtig ist Musik für euch?

Elad:
Der Fokus unseres Lebens liegt auf THE FADING - schreiben, proben und auftreten. Wir hoffen, es wird noch viele Jahre so weitergehen. Aber wir sind nicht naiv und wissen, dass wir unseren Lebensunterhalt vermutlich nicht mit der Band bestreiten können. Wir werden unsere Musik jedoch spielen, solange wir können.

Pia:
Habt ihr Idole oder Haupteinflüsse?

Elad:
Unser größter Einfluss kommt aus der schwedischen Metalszene: Bands wie IN FLAMES, DARK TRANQUILLITY, SOILWORK - um nur einige zu nennen.

Pia:
In diesem Jahr habt ihr zum zweiten Mal auf dem Wacken Open Air gespielt. War es anders als noch 2008?

Elad:
Ja, wir waren stolz, nach Wacken zurückzukehren und froh, dieses Mal nicht den Druck des Wettbewerbs auf uns lasten zu haben. Manche Bands bekommen nicht die Chance, ein einziges Mal auf diesem Festival zu spielen, deshalb ist es eine große Ehre, hier zweimal zu spielen. Es war wirklich eine wundervolle Erfahrung.

Pia:
Was hat sich seit eurem Sieg beim Metal Battle geändert?

Elad:
Zu allererst, dass wir jetzt bei einem Label unter Vertrag stehen, das bei Musikfirmen angesehen ist. Darüber hinaus mussten wir den gesamten Arbeitsprozess der Band umstellen, um unsere neu gesteckten Ziele erreichen zu können.

 

 

Pia:
Welche Ziele habt ihr mit THE FADING?

Elad:
Unser Wunsch ist es, unsere Musik einer möglichst großen Menschenmenge zugänglich zu machen. Ich glaube, ein Künstler kann nur existieren, wenn es Menschen gibt, die seine Kunst würdigen. Es wäre wirklich großartig, wenn wir eines Tages von unserer Musik leben könnten. Dann könnten wir unser Leben unserer Kreativität und unseren Auftritten widmen.

Pia:
Euer Heimatland ist Israel. Ist es dort schwierig als Metalband?

Elad:
Heavy Metal ist in Israel nicht so populär wie zum Beispiel in Schweden oder Finnland. Die israelische Metalszene ist sehr beschränkt und extreme Bands werden kaum in der Presse erwähnt. Und natürlich ist es für uns unmöglich, einfach in den Bus zu steigen und Shows in einem Nachbarland zu spielen.

Pia:
Lebt ihr immer noch in Israel?

Elad:
Ja, wir haben momentan auch nicht die Absicht, dort wegzuziehen.

Pia:
Was ist besonders an eurem Land?

Elad:
Vielleicht die Vielzahl an Kulturen und Religionen, wie es sie nicht in anderen Ländern gibt.

Pia:
Welche Orte sollte ich besuchen, wenn ich mal nach Israel komme?

Elad:
Da gibt es zu viele, als dass ich sie alle erwähnen könnte.

Pia:
Seid ihr in eurem Land berühmt?

Elad:
Wir sind in der lokalen Metalszene bekannt, darüber hinaus aber eher nicht.

Pia:
Wächst die israelische Metalszene? Gibt es gute Bands, die ihr benennen könnt?

Elad:
Die Metalszene in Israel ist sehr klein, verfügt aber über viele gute Bands. Viele dieser Bands schaffen es wegen geographischer Hindernisse wahrscheinlich nicht auf den europäischen Markt, aber ich denke, die jüngeren Bands könnten in den nächsten Jahren Aufmerksamkeit bekommen. Bands, über die ihr vielleicht schon bald etwas hören werdet, sind PHANTOM PAIN, IMMATERIAL, FERIUM und NEGATIVE PROJECTION.

Pia:
Würdet ihr euch als eine politische Band bezeichnen oder habt ihr politische Ziele?

Elad:
Wir sind keinesfalls eine politische Band. Wir versuchen, so weit wie möglich weg von der Politik zu bleiben.

Pia:
Plant ihr eine Tour durch Europa?

Elad:
Im Moment schauen wir uns ein paar Touroptionen an. Ich hoffe, wir können bald mehr darüber sagen. Schaut auf unserer MySpace-Seite nach Neuigkeiten.

Pia:
Welcher war der beste Ort, an dem ihr bisher gespielt habt und warum?

Elad:
Wacken natürlich. Es war besser, als wir es uns je erträumt haben.

Pia:
Welches war der beste Moment für euch als Band?

Elad:
Selbstverständlich der Gewinn des Wacken Metal Battle. Es war eine einmalige Gelegenheit für uns, aus der lokalen Metalszene auszubrechen.

Pia:
Und der schlechteste?

Elad:
Wahrscheinlich, bei einem langen Festival um vier oder fünf Uhr morgens auf die Bühne zu gehen. Das ist uns schon ein- oder zweimal passiert.

Pia:
An welchen Orten würdet ihr gern spielen?

Elad:
Überall, wo es Bier gibt! :-)

Pia:
Mit welchen Bands würdet ihr euch gerne einmal die Bühne teilen?

Elad:
Sich die Bühne mit IN FLAMES zu teilen, wäre ein wahr gewordener Traum.

Pia:
Ihr seid bekannt für energiegeladene Shows. Seid ihr auch im normalen Leben extrovertierte Persönlichkeiten oder verändert ihr euch auf der Bühne?

Elad:
Die Bühne bringt definitiv die energetischen und aggressiven Seiten jedes Einzelnen von uns zum Vorschein. Normalerweise sind wir eine Gruppe wirklich netter Jungs. :-)

Pia:
Spielt ihr lieber auf großen Festivals wie dem Wacken Open Air oder zieht ihr kleine Club-Shows vor?

Elad:
Wir haben noch nicht auf genügend Festivals gespielt, um diese Frage beantworten zu können. Ich denke, wir können es in ein paar Jahren sagen. Für mich ist die Interaktion mit dem Publikum sehr wichtig. Ich persönlich mag es sehr, in kleinen Clubs zu spielen.

Pia:
Gibt es noch etwas, das ihr hinzufügen möchtet?

Elad:
Wir empfehlen jedem, der Wert auf qualitativ hochwertigen Metal legt, sich "In Sin We'll Find Salvation" zuzulegen. Wir können es kaum erwarten, mit diesem Album auf Tour zu gehen, neue Leute kennenzulernen und neue Orte zu sehen.

Redakteur:
Pia-Kim Schaper

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