THE SOLITUDE: Auf den Spuren von CANDLEMASS

31.03.2026 | 09:24

Zumindest für einen kurzen Plausch hat es gereicht: Mit "The Sound Of Absent Life" wird ein neues Kapitel im epischen Doom Metal aufgeschlagen, doch so ganz neu ist die Geschichte von THE SOLITUDE auch nicht - knapp 30 Jahre nach dem ersten Funken des Projekts. Mika "Gas Lipstick" Karppinen, den manche von euch noch von HIM kennen dürften, klärt uns auf, was es mit THE SOLITUDE, dem Albumtitel und weiteren Sternen zu tun hat.

Mika, ich habe gehört, dass THE SOLITUDE vor 30 Jahren gegründet wurde? Warum habt ihr euch entschieden, jetzt zurückzukommen, und wie habt ihr die Zeit zwischen damals und heute verbracht? Warum hat THE SOLITUDE damals nicht weitergemacht?

THE SOLITUDE wurde vor 30 Jahren gegründet. Wir spielten CANDLEMASS-Cover. Während des Covid-Lockdowns bat unser Schlagzeuger Janne unseren Sänger Aleksi, Songs im Stil von CANDLEMASS zu schreiben. Als ich die Songs hörte, war ich beeindruckt. Gemeinsam beschlossen wir, die Band wieder zusammenzubringen, diesmal jedoch mit eigenen Songs. Ich habe 16 Jahre lang bei HIM gespielt, und die Jungs waren in verschiedenen Bands aktiv. Der damalige Bassist Ode wollte aussteigen.

ENSIFERUM, HIM, SOULCAGE, JIMSONWEED – THE SOLITUDE wurde von einer Vielzahl von Bands beeinflusst. Haben diese Bands auch den Sound von THE SOLITUDE geprägt?

Eigentlich nicht wirklich. Es war die Tatsache, dass wir als CANDLEMASS-Coverband angefangen haben, die den Sound geprägt hat. Es muss CANDLEMASS sein. Wir lieben langsame Songs. Weil man Zeit hat, die Emotionen, Melodien und Riffs zu spüren. Und wir lieben auch die Klangwand.

"The Sound Of Absent Life" – ein großartiger Titel. Was steckt dahinter? Wie klingt ein fehlendes Leben?

Es klingt wie Leere, die danach verlangt, gefüllt zu werden, wie unausgesprochene Worte. In unseren Köpfen hat der Song erstaunliche Gesangsmelodien, die einen erwachsenen Mann zum Weinen bringen können. Und die Stimmung des Songs erzählt wirklich die Geschichte.

Die Aufnahmebedingungen sind besonders: Ihr habt das Album live auf Analogband aufgenommen. Was ist daran so besonders? Genau das macht das Album für mich so greifbar, so menschlich – weil es nicht in jeder Hinsicht perfekt ist, sondern Ecken und Kanten hat.

Wir wollten die Wärme, die analoge Tonbänder bieten. Wir haben uns gegen Protools entschieden, weil keine Bearbeitung erforderlich war. Wir haben zu 100% live aufgenommen, weil wir spielen und singen können, warum also Zeit verschwenden? Es war wirklich einfach, die Stimmung eines Songs einzufangen, weil wir alle zusammen in einem Raum gespielt haben. Und wir wollten unsere Fans nicht täuschen, wie es viele Bands heutzutage tun. Denn wenn sie uns live sehen, klingt es genauso oder sogar besser als auf der Platte.

Und das alles in nur zehn Stunden. War das eher Zufall oder eine bewusste Entscheidung, um den spontanen Geist des Albums einzufangen?

Wir haben keinen Zeitrahmen festgelegt. Wir sind einfach reingegangen und haben unser Bestes gegeben. Das nächste Album wollen wir in neun Stunden aufnehmen, haha.

Das Artwork sollte auch erwähnt werden – es ist einfach wunderbar! In welcher Beziehung steht es zu den Songs auf "The Sound Of Absent Life"?

Herr Stefan Linfors hat die Platte gehört und sich sofort darin verliebt. Tatsächlich hat er das Album die ganze Zeit gehört, während er das Cover gestaltet hat. Und er hat sich vom Album inspirieren lassen.

Ich möchte zwei oder drei Songs erwähnen, die mir besonders gut gefallen haben: Was macht 'Ruins Of The Fallen Stars' für dich zur perfekten ersten Single?

Es ist der erste Song, den wir jemals geschrieben haben. Es ist der erste Song des Albums. Und es war die erste Aufnahme, die wir gemacht haben.

'Gateway To Hell' klingt ebenfalls episch und unglaublich kraftvoll. Wie stellst du dir die Hölle vor? Was reizt dich daran, über dieses Thema nachzudenken?

Ich bin mir sicher, dass jeder eine Hölle in seinem Kopf hat. Und wenn man über seine eigene persönliche Hölle schreibt, können sich andere Menschen sehr leicht damit identifizieren.

Und warum genau muss das Böse befreit werden?

Nun, das Böse muss nicht befreit werden, aber es muss losgelassen werden. Es gibt Menschen, die das verstehen, und normalerweise erkennt man sie an ihren Augen.

Gibt es Pläne, mit diesem mächtigen Album einen Abstecher nach Deutschland zu machen oder auf einem oder zwei Festivals zu spielen? Wie geht es weiter?

Deutschland ist ein sehr wichtiger Markt. Deshalb hoffen wir, dort so viel wie möglich touren zu können.

Danke dir, Mika, was möchtest du unseren Lesern und euren Fans noch mitteilen?

Wir hoffen, dass euch das Album gefällt, und hoffen, euch bald auf Tour zu sehen.

Redakteur:
Marcel Rapp

Login

Neu registrieren