ALL TIME LOW, MAYDAY PARADE und TAYLOR ACORN - München
16.02.2026 | 11:5212.02.2026, Tonhalle
Eingängige Melodien und nostalgische Vibes mit ALL TIME LOW in der Münchener Tonhalle.
Wenn eine der erfolgreichsten Pop-Punk-Größen der 2000er zur großen Headline-Show lädt, ist die Vorfreude vorprogrammiert. Am 12.02.2026 verwandelt ALL TIME LOW zusammen mit MAYDAY PARADE und Opener TAYLOR ACORN die Münchener Tonhalle in ein hochenergetisches Mekka für Fans eingängiger Melodien und nostalgischer Vibes.
Den Abend eröffnet die US-Amerikanerin TAYLOR ACORN. Musikalisch präsentiert die Truppe einen richtig schönen, einprägsamen Pop-Rock, der wie eine Mischung aus Avril Lavigne und PARAMORE anmutet. Die Sängerin überzeugt mit einer enormen Energie und holt krasse Kicks raus, während ein kleiner Lüfter auf der Bühne ihre langen blonden Haare effektvoll wehen lässt. Was für ein Shampoo sie wohl verwendet?!
Von dieser Spielfreude können sich einige Metal-Bands gerne eine Scheibe abschneiden. Das Erscheinungsbild der Band ist dabei herrlich kontrastreich: Während die Frontfrau schlicht gekleidet ist, gibt der Gitarrist mit pinken Haaren, passender pinker Gitarre und einem Death-Metal-Shirt den metallischen Gegenpol. Das Publikum in der Tonhalle ist allerdings noch nicht wirklich präsent. Es scheint, als kenne kaum jemand die Band bisher. Dennoch versprüht ein Song wie 'Psycho' live ordentliche THE WARNING-Vibes.
Setliste: Poster Child; I Think I'm In Love; Goodbye, Good Riddance; Hangman; Crashing Out; Greener; Shapeshifting; Psycho
Als nächstes betritt MAYDAY PARADE die Bühne. Musikalisch passt die Truppe, die sich bereits in den späten 2000ern gründete, hervorragend zu den Genre-Kollegen der damaligen Zeit wie BLINK-182 oder SUM 41. Die Jungs hüpfen zwar motiviert hin und her, doch die enorme Bühnenpräsenz ihrer Vorband können sie nicht ganz toppen.
Ein wichtiger Moment des Auftritts ist die Ansage der Band: Auch wenn es in ihrer Heimat, den USA, derzeit vielleicht wichtiger zu betonen sei, unterstreichen sie auch hier, dass alle Menschen gleich viel wert sind – völlig ungeachtet des Geschlechts oder der Hautfarbe. Das Publikum zeigt sich spätestens bei 'Oh Well, Oh Well' allseits textsicher und macht begeistert mit, während zahlreiche Taschenlampen passend hin und her bewegt werden.
Setliste: Under My Sweater; Jersey; I'd Hate To Be You When People Find Out What This Song Is About; Piece Of Your Heart; Kids In Love; By The Way; Pretty Good To Feel Something; Oh Well, Oh Well; Black Cat; Jamie All Over
Die US-Amerikaner von ALL TIME LOW versprühen eine Energie, die das Publikum so mitreißt, wie man es selten erlebt – Schon beim Opener 'Suckerpunch' macht das Publikum in der restlos ausverkauften Tonhalle begeistert mit, und bereits beim zweiten Lied wird lautstark mitgesungen.
Nach nur drei Songs eskaliert die Stimmung förmlich. Dass fast jedes Bandmitglied (außer dem Drummer) ein Instrument spielt und sich gleichzeitig am Gesang beteiligt, unterstreicht die musikalische Qualität dieser "Gute-Laune-Musik".
Die Band, die mittlerweile seit 23 Jahren besteht, zeigt sich sichtlich dankbar, eine ihrer größten Headline-Shows in Europa spielen zu dürfen. Das Bühnenbild mit einem retro-schicken LED-Sign mit dem Titel des aktuellen Albums "Everyone's Talking", das an ein altes Diner erinnert und die Farben wechselt, passt perfekt zu den bunten Outfits und Instrumenten.
Besonders der Sänger und der Gitarrist auf der rechten Seite sorgen für ordentlich Show und witzige Publikumsinteraktionen – inklusive absurder Kommentare wie "I can't smell you" oder Witzen über im Moshpit geborene Babys.
Ein besonderes Highlight ist der Akustik-Teil, vor dem erst ein wenig herumgewitzelt und ein Song in extremer Geschwindigkeit angespielt wird, bevor die Halle im Licht der Taschenlampen schwelgt. Laut Frontmann Alex Gaskarth liefert München bei 'Missing You' die beste Performance der gesamten Tour ab.
Für 'Remembering Sunday' holt die Band zudem erneut TAYLOR ACORN auf die Bühne. Gegen Ende gibt es einen abrupten Outfit-Wechsel von bunt zu schwarz, während Songs wie 'New Religion' oder 'Sleepwalking' musikalisch eher an PANIC! AT THE DISCO erinnern und die Halle final in ein Lichtermeer verwandeln.
Setliste: Suckerpunch; Weightless; Poppin'; PMA; Damned If I Do Ya (Damned If I Don't); Time-Bomb; Backseat Serenade; Sleeping In; Little Bit; Something's Gotta Give; Falling For Strangers; Missing You; Remembering Sunday; Goodnight C'est La Vie; Everyone's Talking; Dirty Laundry; New Religion; Sleepwalking; Hate This Song; Monsters; The Weather; Lost In Stereo; Dear Maria, Count Me In
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieser Abend in München ein voller Erfolg auf ganzer Linie ist. Während der Opener TAYLOR ACORN eine musikalisch wie performancetechnisch starke Show abliefert, muss die Band leider noch gegen ein etwas "kaltes" Publikum ankämpfen. Im direkten Vergleich fällt MAYDAY PARADE showtechnisch etwas ab und kann mich auch musikalisch nicht vollends mitreißen, wenngleich das Publikum hier bereits deutlich involvierter agiert.
ALL TIME LOW reißt schließlich komplett ab und beweist eindrucksvoll, warum die Band auch nach über zwei Jahrzehnten an der Spitze steht. Musikalisch ist der Auftritt spitze, und die bunte Mischung aus Songs verschiedener Alben sorgt dafür, dass für jeden etwas dabei ist – auch wenn ich persönlich gerne noch mehr Stücke von meinem Lieblingsalbum "Wake Up, Sunshine" gehört hätte. Die begeisterte Menge in der Tonhalle macht diesen Abend zu einem runden Erlebnis.
Text: Katharina Jäger & Noah-Manuel Heim
Photo Credit: Noah-Manuel Heim
- Redakteur:
- Noah-Manuel Heim





