BIFFY CLYRO und BARTEES STRANGE - München
14.02.2026 | 14:2612.02.2026, Zenith Halle
Mon the Biff! Ein Triumph der Erneuerung.
Es ist 2026, und wer denkt, BIFFY CLYRO hätte nach über zwei Jahrzehnten den Biss verloren, wird am Donnerstag Abend in der Münchner Zenith-Halle eines Besseren belehrt. Die Schotten kehren im Rahmen ihrer "Futique Tour“ nach Deutschland zurück und bringen wieder eine mega Energie mit.

Der Tourname leitet sich vom neuen Album "Futique" ab, eine Mischung aus Future und Antique. Wobei es um Momente geht, die im Jetzt banal erscheinen, aber in der Zukunft zu kostbaren Relikten werden. Passend dazu, zelebriert die Show der Band die Vergangenheit, aber blickt auch mutig in eine neue Ära.
Als Support spielt heute BARTEES STRANGE, der normalerweise von einer Band unterstützt wird, die heute allerdings nicht anwesend ist.
BARTEES STRANGE ist ein britisch-amerikanischer Künstler und sein Musikstil sollte auch das Publikum von BIFFY CLYRO ansprechen, denn die Musik hat live durchaus Parallelen. Mit Gitarre und Gesang erzeugt der Musiker eine angenehme Stimmung. Die Vocals wechseln immer wieder zwischen ruhigeren, klaren Momenten und raueren, lauteren Tönen.
Musikalisch gesehen ist dass, was BARTEES da abliefert wirklich gut. Zwar gibt es etwas Gutes auf die Ohren, sonst passiert aber nicht viel auf der Bühne. Das geht meiner persönlich Meinung nach etwas ab. Trotzdem stimmt uns BARTEES STRANGE gut auf BIFFY CLYRO ein.
Während die Bühne umgebaut wird, steigt in der Halle merklich die Spannung, bis das Licht ausgeht und das Intro BIFFY CLYRO ankündigt.
Schon beim ersten Song 'A Little Love' wird klar, dass die Schotten trotz der Abwesenheit von Bassist James Johnston nichts von ihrer musikalischen Wucht verloren haben. Aus gesundheitlichen Gründen pausiert der Bassist James, wie er im Dezember bekannt gab. Vertreten wird er von Naomi MacLeod, die sich super in die Band einfügt. Trotzdem habe ich die Band schon energiegeladener erlebt, was aber ja an vielen Faktoren liegen kann. So oder so, sind die Fans begeistert und es wird getanzt und laut mitgesungen.
Die Bühne setzt sich aus mehreren Podesten verbunden mit Treppen zusammen, auf denen die Bandmitglieder immer wieder ihre Positionen wechseln. Das ist super für die Fans die weiter hinten stehen, denn so können sie, obwohl es keine Videoleinwände gibt auch mal alle Musiker sehen. Zusätzlich zum Bühnenaufbau spielt auch Licht eine große Rolle in der Show. So wird anfangs zum Beispiel alles in Rot und Weiß und damit passend zum "Futique"-Album-Cover gehalten.
Die Setliste ist recht bunt durchgemischt und Tracks wie 'Hunting Season' und 'Shot One' fügen sich nahtlos zwischen Klassiker wie 'Bubbles' ein. Besonders die beiden Streicherinnen verleihen den neuen Stücken eine Tiefe, die in den Studioversionen kaum zu erahnen ist. Auch die Präzision, mit der die Band komplexe Taktwechsel spielt und zwischen Vokalisten wechselt, bleibt unerreicht.
Für 'Biblical' wird die Menge unter Direktion von Sänger und Gitarrist Simon Neil, als Chor zum Teil der Performance. Als Simon dann allein mit der Akustikgitarre 'Machines' anstimmt, wird es so leise in der Halle, wie sonst den ganzen Abend nicht, bevor tausende Kehlen den Refrain übernehmen.
Nach fast zwei Stunden filigraner Melancholie und stadiontauglichen Hymnen geht der Abend zu Ende und die Band bedankt sich beim Publikum bevor sie schlussendlich die Bühne verlässt. Heute Abend hat BIFFY CLYRO mal wieder bewiesen, warum sie nach wie vor eine der wichtigsten Rockbands Großbritanniens ist.
Setliste: A Little Love; Hunting Season; That Golden Rule; Who's Got A Match?; Shot One; Space; Wolfes Of Winter; Tiny Indoor Fireworks; Goodbye; Friendshipping; Biblical; A Tousand And One; Different People; A Hunger In Your Haunt; Black Chandelier; Instant History; Two People In Love; Mountains; Machines; The Captain; Living Is A Problem Because Everything Dies; Bubbles; Many Of Horror
Text und Photo Credit: Lea Müller
- Redakteur:
- Lea Müller





